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Cloud-Architect: Daten den Weg in die Wolken bahnen

Eigene Server sind teuer und wartungsintensiv. Deshalb verlagern viele Unternehmen mittlerweile ihre IT-Anwendungen in die „Cloud“. Cloud-Architects wie Daria Goscinska (29) sorgen dafür, dass dies ohne große Hindernisse gelingt.

Eine Frau mit braunen Haaren sitzt vor einem Laptop auf dem eine Wolke mit technischen Bezeichnungen abgebildet ist und schreibt in ein Notizbuch. (Foto: privat)

„Im Prinzip geht es darum, eine IT-Infrastruktur für die Anwendungen bereitzustellen, für die der Kunde keine Großrechner mehr vorhalten möchte“, erklärt Daria Goscinska. Die 29-Jährige arbeitet seit zweieinhalb Jahren bei Accenture, einem Beratungsunternehmen mit Sitz in Kronberg im Taunus, seit eineinhalb Jahren als Cloud-Architect. „Wie der Name schon sagt, geht es im Prinzip darum eine Architektur, einen Bauplan zu erstellen. Am Ende entsteht ein Gesamtbild, das definiert, wo und wie der Datenaustausch mit Anwendungen, Datenbanken und Rechenleistung in der Cloud stattfindet.“

Einige ihrer Kolleg*innen erstellen die Cloud-Architekturen, andere setzen sie um, programmieren Schnittstellen oder richten Kommunikationsprotokolle aus. Wieder andere konfigurieren vor Ort beim Kunden die Hardware, zum Beispiel Router oder Gateways, und implementieren Verschlüsselungssoftware, um Daten sicher in der Cloud, also etwa zum Beispiel auf weltweitverteilten Servern, zu halten und zu verarbeiten. „In der Cloud heißt ja nicht, dass die Daten irgendwo rumschwirren, natürlich gibt es irgendwo Hardware, die die Daten speichert und verarbeitet“, erklärt sie.

Kundenwünsche ins Technische übersetzen

Daria Goscinska programmiert selbst nicht, stattdessen hilft sie an der Schnittstelle zwischen Technik und Nicht-Technik, zwischen IT und Businessmanagement, Kundenanforderungen in Techniklösungen zu übersetzen. „Meine Aufgabe ist es, die Wünsche des Kunden in einen technischen Anforderungskatalog zu überführen. Dabei sind viele Rücksprachen notwendig“, erzählt sie und schildert, dass es auch mal vorkomme, dass hinter einem lapidaren Zweizeiler in einer E-Mail eine wichtige Anforderung schlummere. „Das müssen wir herausfiltern und verstehen, dann die Kollegen mit ins Boot holen, in deren Bereich das fällt, zum Beispiel das Datenbankteam oder das Team für virtuelle Server. Mit ihnen klären wir ab, ob, wie und wann das machbar ist. Den Kunden über die Lösung so zu informieren, dass er sie versteht, ist wiederum meine Aufgabe.“

Normalerweise führt sie klärende Gespräche in persönlichen Meetings, zurzeit wegen Corona virtuell aus dem Homeoffice. In Videokonferenzen ist sie mit den Kunden im direkten Kontakt. Bei der Vor- und Nachbereitung der Termine sitzt sie viel am Computer, erstellt Präsentationen zur Visualisierung von Lösungen oder Anforderungen. Auch arbeitet sie viel mit Excel, dokumentiert und verfolgt die Projektplanung. Daria Goscinska hat kein IT-Studium im Rücken, stattdessen hat sie Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaften studiert und bringt Projektmanagementerfahrung mit. „In die IT-Branche bin ich eher per Zufall hineingeraten, habe aber schnell gemerkt, wie spannend ich den Bereich finde. Gerade das Thema Cloud hat mich fasziniert. Langsam habe ich mich dann an das Technik-Know-how herangetastet und schließlich auch die formalen Anforderungen erfüllt“, erzählt sie und spielt damit auf ihre Zertifizierung für eine der drei großen amerikanischen Cloudplattformen an. „Um die Trainings zu verstehen und die Prüfung zu bestehen, braucht man schon tiefergehendes IT-Verständnis. Für mich als Quereinsteigerin war das schon eine Herausforderung, aber machbar“, sagt sie.

Softskills genauso wichtig wie IT-Know-how

Ein Studium in einem MINT-Fach hält sie dennoch für eine gute Vorbereitung auf ihre Aufgaben. Habe man vor, so wie sie, eher an der Schnittstelle zwischen Kunde und Projektteam zu agieren, kämen andere Fächer aus dem Bereich Sozial- oder Geisteswissenschaften ebenso in Frage. „Informationen so aufbereiten, dass das Gegenüber sie versteht, ist eigentlich zentral. Kommunikationsstärke, dazu Team-, Multitasking- und Kompromissfähigkeit, sowie Beharrlichkeit und ein gutes Zeitmanagement – all das ist genauso wichtig“, erklärt sie. Daria Goscinska hat jedenfalls viel Spaß am Zukunftsthema Cloud und kann sich gut vorstellen, langfristig mehr Verantwortung in einem Projekt zu übernehmen. Diese Möglichkeit gäbe es, sagt sie. „Weiter lernen, mehr erfahren und unterstützen, dass dieser innovative Bereich weiterwächst. Das ist mein Ziel.“