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Datenschutzbeauftragter: Der Schutz des Individuums

Auf Facebook, Whatsapp oder TikTok sucht man nach Patrick Grihn vergeblich. Denn der 32-Jährige weiß, wie wichtig es ist, mit persönlichen Daten umsichtig umzugehen: Er ist Datenschutzbeauftragter und leitet sein eigenes Unternehmen für Datenschutz.

Eine Man hält mit der Hand eine CD.  (Foto: Armin Weigel)

Jeder hat davon gehört, wenige wissen, worum es wirklich geht: Datenschutz. Also erhält Patrick Grihn mitunter simple Anfragen wie: „Wir brauchen die DSGVO für unsere Internetseite.“ Die Abkürzung steht für Datenschutzgrundverordnung; damit gemeint sind meist Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Hinweis. „Dabei ist die Webseite eines Unternehmens meist eines der kleineren, unwesentlicheren Teile im Bereich Datenschutz“, sagt Patrick Grihn. Denn beim Datenschutz geht es um das große Ganze, nämlich „um den Schutz des Individuums und dessen Privatsphäre“, wie der Experte erläutert. Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt sich Patrick Grihn mit dem Thema IT-Sicherheit. Nach dem Abitur hat er ein Studium der Volkswirtschaftslehre abgeschlossen und danach mehrere Semester Jura studiert – doch die IT hat ihn schon immer fasziniert. Mittlerweile leitet er seine eigene Datenschutzfirma in Bochum. Mit ihr hilft er Unternehmen, ihren Datenschutz zu verbessern. Oder ihn überhaupt erst richtig einzuführen.

Datenschutz wird immer wichtiger

Ein Porträtfoto von Patrick Grihn. (Foto: Rouven Rieger, nextindex GmbH & Co. KG) Ein Porträtfoto von Patrick Grihn. (Foto: Rouven Rieger, nextindex GmbH & Co. KG)

Patrick Grihn

Denn früher war Datenschutz im Grunde genommen kein Thema. Da lagen die Personal- und Kundenakten gut verschlossen im Aktenschrank, den Schlüssel dazu hatte nur der Chef, und kein Einbrecher dachte daran, neben dem Tresor auch noch die Akten mit nach Hause zu schleppen. Warum auch? Doch heutzutage sind Daten ein wertvolles Gut, und sie liegen nicht mehr im Schrank, sondern können gehackt werden. „In der digitalisierten Welt ist der Datenschutz enorm wichtig“, sagt Patrick Grihn.

Vielleicht stört manch einen während des Studiums das Party-Foto in den Sozialen Medien noch nicht – aber was sagt der Personaler beim ersten Vorstellungsgespräch in drei Jahren dazu? Oder: Wie schätzt die eigene Krankenkasse die Fotos vom Freeclimbing-Urlaub ein, wird man dort plötzlich als Extremsportler eingeordnet?  „Personenbezogene Daten sind daher besonders zu schützen“, betont der Experte. Und das gilt eben nicht nur für Daten, die Privatpersonen freiwillig ins Internet stellen, sondern auch für Unternehmen, die Daten von Privatpersonen erhalten.

Wie der VfL Bochum, zum Beispiel. Patrick Grihn berät den Fußballverein, denn auch dort wimmelt es nur so von Daten. Und von Fragen: Wie geht man mit den Corona-Testergebnissen der Spieler um? Wie mit den Kontaktdaten der Spieler aus der Jugendförderung? Wie mit der Videoüberwachung bei Fußballspielen? All diese Daten müssen verantwortungsvoll behandelt werden. Dafür sorgt Patrick Grihn.

Mitarbeiter*innen sensibilisieren

Der klügste Weg allerdings ist, nicht alle Daten zu speichern. „Mit den Computern, dem Internet und der Cloud ist es so einfach geworden, Daten in großen Mengen anzuhäufen“, erklärt Patrick Grihn. Doch all diese Daten ziehen einen großen Rattenschwanz nach sich. Wo sollen sie gespeichert werden? Wie lange sollen sie gespeichert werden? Wie werden sie dort geschützt? Und wann werden sie wieder gelöscht? Klüger ist es, sich vorher Gedanken zu machen: Welche Daten brauche ich wirklich – und welche nicht? „Es geht dabei auch um eine Sensibilisierung der Mitarbeiter“, erklärt der Experte. „Es bringt ja nichts, wenn ich eine tolle Richtlinie schreibe, aber die meisten Mitarbeiter gar nicht verstehen, worum es dabei geht.“ Ein großer Teil seines Jobs ist, Datenschutz überhaupt erstmal zu erklären. 

Man braucht also Kommunikationsbereitschaft, um den Job machen zu können, sagt Patrick Grihn. „Und die Lust darauf, mit Menschen zu arbeiten.“ Dazu Organisationstalent samt logischem Denken. „Außerdem muss man Spaß haben an juristischen Themen.“ Und an der IT, selbstverständlich. Und dann? Kann selbst Datenschutz Spaß machen.