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Gesundheitswirtschaft dual: Fließender Übergang in den Beruf

Schon im Beruf oder noch im Studium? Bei Eugen Hegel (32) ist der Übergang fließend. Schon vor dem Abschluss seines dualen Studiums in Gesundheitswirtschaft arbeitet er in seinem zukünftigen Aufgabenbereich, dem digitalen Prozessmanagement eines Klinikums.

Eine junge Frau in weißem Kittel überwacht die Untersuchung von Erkrankten in einem Magnetresonanztomographen durch das Fenster eines nebengelegenen Kontrollraums. (Foto: Hans-Martin Issler | Bundesagentur für Arbeit)

Dass er eines Tages im sozialen Bereich arbeiten wird, stand für Eugen Hegel lange fest. „Ich wollte immer mit Menschen zu tun haben, anpacken und helfen“, sagt er. Genau das tut er heute, wenn auch etwas anders als geplant. In der St. Vinzenz Klinik Pfronten im Allgäu ist er für den Bereich digitales Prozessmanagement zuständig. Er hilft dabei, die Abläufe in der Klinik zu digitalisieren, sie effektiver und schneller zu machen.

20 Stunden in der Woche umfasst sein Job derzeit, denn eigentlich ist Eugen Hegel noch Student. „Ich bin im sechsten Semester meines Studiums, derzeit stehen vor allem Vertiefungen an und ich habe etwas mehr Luft. Deshalb habe ich einfach gefragt, ob ich bereits jetzt meine Arbeitszeit aufstocken kann.“

Sobald Eugen Hegel seine Bachelorarbeit abgegeben und sein Studium abgeschlossen hat, wird er Vollzeit in seinen Job einsteigen. Der Arbeitsvertrag ist längst fertig, nur das Datum fehlt noch. „Genau das ist für mich einer der großen Vorteile an einem dualen Studiengang: dieser fließende und flexible Übergang zwischen Studium und Arbeit.“

  • Porträt von Eugen H.

    Genau das ist für mich einer der großen Vorteile an einem dualen Studiengang: dieser fließende und flexible Übergang zwischen Studium und Arbeit.

    Eugen Hegel studiert dual Gesundheitswirtschaft

Individuelle Absprachen

Eugen Hegel studiert Gesundheitswirtschaft an der Hochschule Kempten, ein praxisintegrierender Studiengang. In der St. Vinzenz Klinik hat er bereits seine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger (heute Pflegefachmann, Anm. d. Red.) gemacht. Er merkte jedoch schnell, dass es nicht der Beruf ist, den er für den Rest seines Lebens ausüben will. „Mich hat dann eher die wirtschaftliche Seite interessiert, die Organisation und Verwaltung eines Klinikums“, erzählt er. Während seiner Ausbildung bekam er genau mit, was nicht so gut läuft, wo sich dringend etwas ändern sollte. „Gerade im Gesundheitswesen läuft vieles noch ziemlich altbacken, da ist so viel Potenzial für Digitalisierung!“

Also erkundigte er sich, wie er genau dort anknüpfen könnte. „Ich wollte unbedingt studieren, aber den Kontakt zur Praxis nicht verlieren.“ Er wusste, dass die St. Vinzenz Klinik ein Praxispartner der Hochschule Kempten ist und fand auf deren Homepage den passenden Studiengang für seine Interessen: Gesundheitswirtschaft. Mit seinem Arbeitgeber wurde er sich schnell einig. Auch darüber, dass er nach wie vor einmal in der Woche als Krankenpfleger arbeitet.

Finanzielle Unabhängigkeit

Drei große Blöcke beinhaltete sein Studium: Betriebswirtschaftslehre, Recht und Gesundheitswesen. Während des Semesters bekam er eine Einführung in wissenschaftliches Arbeiten, hatte Seminare zu Buchhaltung, bürgerlichem Recht oder Gesundheitsförderung und Prävention. In den Semesterferien lernte Eugen Hegel die einzelnen Abteilungen in der Verwaltung des Klinikums kennen. „Es war tatsächlich oft so, dass ich die Theorie fast 1:1 in der Praxis anwenden konnte.“

Dass er nun bereits vor seinem Abschluss seinen Arbeitsvertrag sicher hat, freut ihn natürlich. „Ungewöhnlich ist das im dualen Studium aber nicht“, fügt er hinzu. Wer zielstrebig ist und auch mit einem höheren Arbeitspensum gut zurechtkommt, dem kann er ein duales Studium nur empfehlen. Ein wichtiges Argument ist für ihn auch, dass er durch das Gehalt während des Studiums von rund 1.200 Euro monatlich weiter finanziell unabhängig blieb. „Für Menschen wie mich, die direkt mit anpacken, aber gleichzeitig ihr Wissen vertiefen wollen, ist es die perfekte Studienform“, findet er.