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Angewandte Informatik dual: IT gegen Verbrechen

Gina Schneider (33) studiert Angewandte Informatik. Klingt erst mal gewöhnlich, doch ihr Studiengang hat gleich mehrere Besonderheiten: Er ist dual, im öffentlichen Dienst und eröffnet ihr eine Karriere bei der Polizei Rheinland-Pfalz.

Ein junger Mann arbeitet an einem Computer mit zwei Bildschirmen. (Foto: Annette Kradisch | Bundesagentur für Arbeit)

„Für mich ist das ein absoluter Zukunftsbereich – und Mathematik und analytisches Denken lagen mir immer sehr“, sagt Gina Schneider über ihren Studiengang Angewandte Informatik an der Hochschule Mainz. Zudem reizte sie der öffentliche Dienst. „Mir ist Sicherheit wichtig. Eine Laufbahn im öffentlichen Dienst mit der Möglichkeit einer Verbeamtung klang ideal“, erzählt die 33-Jährige, die zuvor eine Ausbildung zur Technischen Zeichnerin abgeschlossen hat. 

Als sie sah, dass auch die Polizei Rheinland-Pfalz ein Praxispartner des Studiengangs ist, stand für sie fest, wohin ihre erste Bewerbung gehen soll. Diese war vergleichsweise aufwendig. „Die Bewerbung erfolgt über das Onlineportal der Polizei. Es gibt eine Sicherheitsprüfung, einen vierstündigen Einstellungstest und dazu noch ein Gespräch“, erinnert sie sich.

  • Porträt von Gina S.

    Mir ist Sicherheit wichtig. Eine Laufbahn im öffentlichen Dienst mit der Möglichkeit einer Verbeamtung klang ideal.

    Gina Schneider studiert dual Angewandte Informatik

Start in die Laufbahnausbildung

Gina Schneider nahm alle Hürden und ist nun im zweiten Semester an der Hochschule Mainz. „Wir sind zehn dual Studierende, das ist natürlich etwas ganz anderes als an einer Universität“, sagt die 33-Jährige. Vor Beginn des dualen Studiums absolvierte sie zunächst einen dreiwöchigen Verwaltungslehrgang, in dem sie die Behörde kennenlernte sowie ihre Rechte und Pflichten als künftige Mitarbeiterin. Denn der Studiengang verbindet das Bachelorstudium mit der Laufbahnausbildung für das dritte Einstiegsamt des technischen Dienstes „Naturwissenschaft und Technik“ der Landesverwaltung Rheinland-Pfalz (früher: gehobener Dienst).

Programmieren, Datenbanken, Mathematik und Englisch stehen derzeit auf Gina Schneiders Stundenplan in Mainz. Ihre erste Praxisphase absolvierte sie an der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz in Büchenbeuren, an der auch Polizeibeamtinnen und -beamte ausgebildet werden, und lernte die Abläufe in der Behörde näher kennen. Zudem konnte sie ihre Kenntnisse im Rahmen von Projektarbeiten direkt umzusetzen. „Ich habe zum Beispiel eine Art Onlineshop für die Kleiderkammer der Polizei programmiert“, erzählt sie. Die nächsten Praxisphasen führen sie ins Polizeipräsidium Mainz und ins Landeskriminalamt, wo sie zum Beispiel noch in Netzwerksicherheit, Anwendungsentwicklung und Projektmanagement geschult wird. Insgesamt dauert das duale Studium drei Jahre.

Vorfreude auf die IT-Forensik

Schon in der Bewerbungsphase konnte Gina Schneider angeben, wo sie später am liebsten arbeiten will. Ihre Wahl fiel auf das Polizeipräsidium Mainz. „Ich bin so froh, dass das geklappt hat!“ Sie weiß bereits, in welchen Bereich es genau geht, sobald sie ihr Studium mit dem Bachelor abgeschlossen hat: „In die IT-Forensik. Bei Ermittlungen bin ich dann dafür zuständig, Daten auszuwerten oder auch mal ein Handy zu entsperren.“ Gina Schneider freut sich auf ihren späteren Job – und auch darüber, dass ihr dieser jetzt schon sicher ist.