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Musiklehrer: Trompetenunterricht für Jung und Alt

Malte von der Lühe, Leiter der Musikschule des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, unterrichtet Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Trompetenspiel. Der 31-Jährige erzählt, warum er sich für den Beruf entschieden hat.

Eine Person steht vor einem Notenständer und tippt diesen mit einem Schlagzeugstock an. (Foto: Elizaveta Shlosberg)

Vormittags die Trompeter*innen der Bläserklasse an der allgemeinbildenden Schule aufs Orchesterspiel vorbereiten. Danach den pensionierten Lehrer unterrichten, der noch einmal ein neues Instrument erlernen möchte. Und nachmittags die Jüngsten ans Musizieren heranführen und mit Jugendlichen Filmmusik-Literatur einüben. So kann der Berufsalltag von Malte von der Lühe aussehen. Bei dem Musiklehrer kommen noch Führungsaufgaben hinzu, denn seit April 2021 ist der 31-Jährige pädagogischer Leiter der Musikschule des hessischen Landkreises Hersfeld-Rotenburg.

Unterschiedliche Anforderungen

Porträt von Malte von der Lühe (Foto: privat) Porträt von Malte von der Lühe (Foto: privat)

Einzel- und Gruppenunterricht, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Anfänger*innen und Fortgeschrittene, klassische und moderne Kompositionen – es ist vor allem die abwechslungsreiche Spannweite, die Malte von der Lühe an der Lehrtätigkeit schätzt. „Die Ansprüche, Anforderungen und Niveaus sind sehr verschieden. Bei Kindern läuft viel übers Vor- und Nachmachen, während man bei Erwachsenen mehr reflektiert und bespricht, warum etwas nicht so gut funktioniert.“ Zugleich müsse man viel Geduld mitbringen – und manches Mal seine Ansprüche anpassen. Zum Beispiel, wenn Kinder nicht so viel Zeit zum Üben aufbringen können oder wollen, wie er es sich wünschen würde: „Da kann der Unterricht manchmal schon etwas zäh sei.“ Dann sei Fingerspitzengefühl gefragt, um die Schüler*innen zu motivieren, mehr zu tun, damit das Musizieren wieder Spaß bringe und nicht in Frustration umschlage.

Aufgaben neben dem Unterricht

Seit knapp zehn Jahren gibt Malte von der Lühe inzwischen Unterricht im Trompetenspiel. In seinen allerersten Stunden unterrichtete er den Nachwuchs in einer Kirchengemeinde, wo er dank seiner Bläserchorqualifikation auch den Chor leitete. Seine gesamte Studienzeit hindurch hatte er an verschiedenen Institutionen Lehraufträge als Honorarkraft übernommen. Im dritten Jahr des achtsemestrigen Musikstudiengangs mit künstlerisch-pädagogischer Ausrichtung an Dr. Hoch's Konservatorium – Musikakademie Frankfurt am Main traf er die Entscheidung, hauptberuflich zu unterrichten. „Damals war mir bewusst geworden, dass eine künstlerische Karriere nicht das ist, was ich auf Dauer machen möchte“, erklärt er. Besonders mit einem Instrument wie der Trompete sei es schwer, eine Vollzeitstelle etwa in einem Orchester zu bekommen.

Daher absolvierte der heutige Musiklehrer nach seinem Bachelor am Konservatorium einen Master in Musikpädagogik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Parallel unterrichtete er weiter und bewarb sich auf Festanstellungen. In Bad Hersfeld überzeugte er unter anderem auch durch seine Erfahrungen in Management, Organisation und Öffentlichkeitsarbeit. So hatte er sich bei einem Praktikum im Bereich Kulturförderung mit der Prüfung von Projektvorhaben beschäftigt und während seines Studiums immer wieder Konzerte organisiert.