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Geoinformatiker/in: Geodaten für alle

Direkt bei ihrer ersten Berufsanstellung wirkt Mariela Masino an einem umfangreichen Projekt mit: Im Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) arbeitet die 25-jährige Geodatenmanagerin mit ihren Kolleg*innen daran, Deutschlands Geodaten allen zugänglich zu machen.

Detailaufnahme von einer 3D-Arbeit am Bildschirm eines Laptops. (Foto: Christof Stache)

50.090514897208685, 8.665421497745445 – so lauten die geographischen Koordinaten, also der Längen- und Breitengrad, des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG) in Frankfurt am Main, in dem Mariela Masino seit Anfang Februar als Geodatenmanagerin angestellt ist.

„Geodaten sind alle Daten mit Raumbezug, also zum Beispiel Adress- und Gebäudedaten oder die Koordinaten der Eckpunkte, die ein Flurstück begrenzen“, erklärt die 25-Jährige. Als Geodatenmanagerin ist sie unter anderem für die Beschaffung, Aufbereitung, Bestandsanalyse und Visualisierung dieser Daten zuständig.

Aufbereiten, analysieren, visualisieren

Ein Porträtfoto von Mariela M. (Foto: privat) Ein Porträtfoto von Mariela M. (Foto: privat)

Mariela Masino

Mariela Masino ist im BKG im Referat „Koordinierung National“ tätig – und wirkt an einem großen Projekt mit: „Zusammen mit meinen Kollegen befasse ich mich mit der Umsetzung der Open Data-Richtlinie, in der es darum geht, Verwaltungsdaten jedermann zugänglich zu machen – also auch Geodaten.“ Das bedeutet, dass sie dem Bürger ebenso zur Verfügung stehen wie beispielsweise der Wirtschaft und der Wissenschaft. Denn die Daten lassen sich je nach Kombination für ganz verschiedene Anwendungen nutzen, erläutert die junge Frau. Zum Beispiel zur Routenplanung, für Standortanalysen von Windparks, zur Erstellung von 3-D-Stadtmodellen oder zur Durchführung einer Marktanalyse. Die amtlichen Geobasisdaten werden in Deutschland auf kommunaler Ebene erfasst und von den Ländern verwaltet. „Aufgabe des BKG als zentraler Dienstleister des Bundes ist es, diese Daten zusammenzuführen, für das Bundesgebiet bereitzustellen und Bundeseinrichtungen damit zu versorgen.“

„Learning on the Job“

Im Rahmen des Projekts müssen Standards und Maßnahmen besprochen, festgelegt und umgesetzt werden. Dabei muss sich Mariela Masino auch mit juristischen Fragestellungen im Zusammenhang mit Lizenzierungs- und Nutzungsregelungen befassen. Ebenso spielen behördliche Abläufe und politische Entscheidungen eine Rolle, darunter das Verwaltungsabkommen zwischen Bund und Ländern, das die Zuständigkeiten bezüglich der Bereitstellung von Kartenwerken und Daten mit Raumbezug regelt. Alles Bereiche, in die sich Mariela Masino ganz nach dem Motto „Learning on the Job“ erst einarbeiten musste und noch muss – schließlich ist sie erst seit ein paar Monaten dabei.

Auf anderen Feldern wiederum profitiert die 25-Jährige in ihrem Berufsalltag von ihrem Studium. Nach dem Bachelorstudiengang „Geoinformationsmanagement“ an der Hochschule Karlsruhe machte sie an der TU Dresden ihren Master in „Geoinformationstechnologien“. „Mein Studium war sehr breit angelegt. Das nutzt mir heute ungemein.“ Den Umgang mit Geoinformationssystemen und Datenbanken, die Auswertung von Satellitenbilddaten oder das Programmieren nennt sie als Beispiele. Besonders hilfreich sei es, dass sie schon mit den offenen Geodaten des OpenStreetMap-Projekts beschäftigt habe, mit denen sie nun auch am BKG zu tun hat. Für Mariela Masino ist der Berufseinstieg also rundum gelungen: Sie fühlt sich in ihrem Referat wohl, beschäftigt sich mit Themen, die sie interessieren und deren Bearbeitung ihr Spaß macht, sie kann ihr Wissen aus dem Studium anwenden und erwirbt zugleich neue Kenntnisse und Fähigkeiten.