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Arbeitsmarktmanagement: Von der Arbeitsvermittlung bis zur Existenzgründungs-Beratung

Sarah Rothbühr (35) studierte Arbeitsmarktmanagement an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA). Immer wieder ist sie erstaunt, wie vielfältig die Tätigkeitsbereiche ihrer Arbeitgeberin sind.

Zwei junge Frauen beraten eine Jugendliche an einem Schreibtisch mit Hilfe einer Broschüre. (Foto: Julien Fertl)

Recht, Soziales und Wirtschaft in einem Studiengang – für Sarah Rothbühr ist das die ideale Kombi. Die 35-Jährige hat Rechtswissenschaften studiert sowie Berufserfahrung als Mediatorin und Coach gesammelt: Als Quereinsteigerin und mit dem Wunsch, erneut zu studieren, entschied sie sich für das duale Studium an der HdBA. „Meine juristischen Kenntnisse und Erfahrungen aus der Beratung kann ich bei meiner täglichen Arbeit vorteilhaft einsetzen“, erklärt sie.

Um den Studienplatz zu ergattern, musste Sarah Rothbühr ein Auswahlverfahren durchlaufen: Im ersten Schritt standen ein psychologischer Eignungstest mit einem Gespräch, im zweiten Schritt ein Bewerbungstag an. Hierbei sollte die Bewerberin zunächst in einem Interview ihre Motivation erläutern, anschließend eine Präsentation zu einem vorgegebenen Thema halten und schließlich ein simuliertes Fallgespräch führen. „Zur Vorbereitung bekamen wir den Lebenslauf einer fiktiven Person. In einem Gespräch mit einem Rollenspieler mussten wir dann zeigen, wie wir in der Berufsberatung oder in der Arbeitsvermittlung agieren würden“, erzählt sie. Das Studium bietet die Möglichkeit, einen unbefristeten und damit sicheren Arbeitsplatz zu erhalten.

Menschen in Arbeit vermitteln

Ein Porträt-Foto von Sarah Rothbühr. (Foto: Frau Degener-Storr) Ein Porträt-Foto von Sarah Rothbühr. (Foto: Frau Degener-Storr)

Sarah Rothbühr

Nachdem sie das Auswahlverfahren erfolgreich gemeistert hatte, konnte Sarah Rothbühr das Studium in Schwerin antreten. „Das Studium teilte sich in viermonatige Theorie- und Praxisphasen auf, die jeweils mit Klausuren oder anderen Prüfungsformaten ihren Abschluss fanden“, erzählt sie. Zu Beginn des Studiums fielen für sie vielfältige Lehrveranstaltungen an – von Recht über Statistik bis hin zu Sozialwissenschaften. In den Folgesemestern lag der Fokus auf der Beratung. „Unsere Aufgabe ist es, Menschen in Arbeit zu vermitteln. Ferner setzten wir uns mit dem Begriff der Arbeit auseinander, was diesen Begriff ausmacht, welche Arbeitsverhältnisse es gibt und wie sich diese verändern – auch im Zuge der Digitalisierung.“

In den Praxisphasen durchlaufen die dual Studierenden verschiedene Teams, um alle Bereiche der Bundesagentur für Arbeit kennenzulernen, beispielsweise die klassische Arbeitsvermittlung in den Agenturen und Jobcentern, und den Arbeitgeberservice, der Unternehmen zu den Leistungen der Bundesagentur für Arbeit berät. An jedem Einsatzort beschäftigen sich die dual Studierenden mit einem Schwerpunktthema, zu dem sie eine Hausarbeit, einen sogenannten Praktikumsauftrag, schreiben. „Während meiner Praxisphase in der Arbeitsvermittlung konnte ich zu Beginn bei Kollegen hospitieren und im späteren Verlauf in deren Anwesenheit selbstständig Erst- und Folgegespräche führen“, erklärt Sarah Rothbühr.

Gesetzliche Grundlagen verstehen

Im weiteren Studienverlauf lag der Fokus auf einem der drei Schwerpunktbereiche Public Management, Arbeitsmarktintegration oder Leistungsrecht und Leistungsberatung. Letzteres interessierte Sarah Rothbühr am meisten: „Während meines Jurastudiums war die Auseinandersetzung mit den Sozialgesetzbüchern nicht vorgesehen. Eine dementsprechende Ausrichtung in Hinblick auf die zukünftige Beratungssituation sah ich als spannende und interessante Herausforderung an.“ 

Ende August hat Sarah Rothbühr das Studium am Campus Schwerin abgeschlossen. Inzwischen arbeitet sie als Arbeitsvermittlerin und berät Menschen unter 25 Jahren. Sie freut sich über ihre Arbeit in einem sehr sinnvollen Tätigkeitsfeld: „Letzten Endes unterstützen wir Menschen, die ihre Arbeit verloren haben oder sich aus unterschiedlichsten Gründen neu orientieren müssen.“