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FAQ: Mit einer Ausbildung zum BerufsAbitur

Das BerufsAbitur eröffnet Auszubildenden ohne Hochschulreife viele Möglichkeiten, beispielsweise ein Studium. André Weiß, Referatsleiter in der Abteilung Berufliche Bildung beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), beantwortet wichtige Fragen rund um die Doppelqualifizierung.

Eine Hand schreibt etwas an eine Tafel (Foto: Ann-Kathrin Hörrlein | Bundesagentur für Arbeit)

Was ist das BerufsAbitur?

Das BerufsAbitur wurde vom Zentralverband des Deutschen Handwerks zusammen mit der Kultusministerkonferenz ins Leben gerufen. Junge Menschen können so parallel zu ihrer Berufsausbildung die allgemeine oder Fachhochschulreife erlangen.

Für wen ist das Modell geeignet?

Das BerufsAbitur steht allen Auszubildenden offen, egal ob sie einen Beruf im Handwerk oder in Industrie und Handel erlernen wollen. Besonders attraktiv ist dieser Bildungsgang für diejenigen, die sich eine breite Vielfalt an Karriereoptionen offenhalten möchten und zum Beispiel  eine Aufstiegsfortbildung zum/zur Handwerksmeister/in (Bachelor Professional), zum/zur Betriebswirt/in im Handwerk oder zum/zur Restaurator/in im Handwerk (Master Professional) anstreben. Anschließend besteht zudem die Möglichkeit eines Studiums.

In welchen Bundesländern gibt es das Modell bereits?

Derzeit gibt es in neun Bundesländern die Möglichkeit, das BerufsAbitur zu machen: in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen.

Wie unterscheiden sich die Rahmenbedingungen in den einzelnen Bundesländern?

Es gibt zwei Modelle: In Sachsen und Berlin ist die betriebliche Ausbildung eng verzahnt mit den schulischen Inhalten, die zum Abitur führen. Die doppelte Qualifizierung dauert hier vier Jahre, wobei in Sachsen das erste schulische Halbjahr schon vor der Ausbildung beginnt.

In den anderen sieben Bundesländern gibt es das konsekutive Modell. Das bedeutet: In den drei Jahren der Ausbildung erlangen die Auszubildenden mit Hilfe von Zusatzunterricht in den Abendstunden und am Wochenende die Fachhochschulreife. Optional können sie anschließend in einem weiteren Jahr Vollzeitunterricht die allgemeine Hochschulreife erlangen. In Hessen dauert der Vollzeitunterricht zwei Jahre.

Wie geht man am besten vor, wenn man sich für das BerufsAbitur interessiert?

Je nach Ausbildungsberuf wendet man sich an die Ausbildungsberatung der regional zuständigen Handwerkskammer oder der Industrie- und Handelskammer. Die Ausbildungsberater*innen wissen, in welchen beruflichen Schulen die Möglichkeit zum BerufsAbitur besteht. Mit dem Ausbildungsunternehmen sollte man sich zudem über die angestrebte Doppelqualifizierung abstimmen.

Welche Formalien muss man erfüllen?

Alle, die die Voraussetzungen für den Besuch der gymnasialen Oberstufe erfüllen, können auch das BerufsAbitur absolvieren. Dazu genügt ein mittlerer Schulabschluss mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe.

Wie gut ist man nach dem BerufsAbitur auf ein Studium vorbereitet?

Das BerufsAbitur ist vollkommen gleichwertig mit dem Abschluss „allgemeine Hochschulreife“ an den Gymnasien. Der große Vorteil fürs Studium ist die dreijährige Berufspraxis. Diese können Studierende, die direkt nach dem Schulabschluss einsteigen, noch nicht vorweisen.

Der Experte

Porträt von André Weiß (Foto: ZDH) Porträt von André Weiß (Foto: ZDH)

Porträt von André Weiß

André Weiß, Referatsleiter in der Abteilung Berufliche Bildung beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

Weitere Infos

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.arbeitsagentur.de/berufenet

Berufsausbildung und mehr

arbeitsagentur.de/ausbildungsplatzsuche

BERUFE.TV

web.arbeitsagentur.de/berufetv

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

www.bibb.de

Zentralverband des Deutschen Handwerks e. V. (ZDH)

www.zdh.de

IHK-Finder und Infos zu den wichtigsten IHK-Angeboten

www.ihk.de