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Baustoffprüferin: Zwischen Baustelle, Labor und Schreibtisch

Yulie Buitrago (29) arbeitet als Baustoffprüferin für Mörtel- und Betontechnik. Sie hat einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag: Auf der Baustelle nimmt sie Proben und prüft diese im Labor auf ihre Eigenschaften. Später wertet sie die Prüfergebnisse aus.

Baustoffprüferin Yulie Buitrago prüft Beton (Foto: privat)

„Ich war schon immer handwerklich begabt und wollte nie einen Job, bei dem man vorwiegend am PC sitzt“, erinnert sich Yulie Buitrago. Stattdessen entschied sich die heute 29-Jährige für eine Ausbildung zur Baustoffprüferin. Heute arbeitet sie bei der TPA GmbH in Darmstadt, einem Unternehmen der STRABAG SE im Bereich Betontechnologie International. „Als Baustoffprüfer ist man viel auf Baustellen unterwegs und anschließend im Labor beschäftigt“, erklärt sie. „Aber die Dokumentation und Auswertung diverser Prüfergebnisse am PC gehören ebenfalls dazu.“

Detailgetreues Arbeiten ist wichtig

Yulie B. am Schreibtisch an ihrem Rechner (Foto: privat) Yulie B. am Schreibtisch an ihrem Rechner (Foto: privat)

Yulie Buitrago

Den Großteil ihres Arbeitstages ist Yulie Buitrago mit Frisch- und Festbetonprüfungen beschäftigt. „Dafür entnehme ich zuerst eine Probe aus dem fahrbaren Betonmischer“, sagt die 29-Jährige. „An einer frischen Betonprobe prüfe ich im Labor Eigenschaften wie die Konsistenz, die Temperatur, den Luftporengehalt und die Rohdichte.“ Es gibt zudem Prüfungen am Festbeton. Hier bestimmt die Baustoffprüferin beispielsweise die Druckfestigkeit oder wie tief das Wasser eindringt. „Dafür stelle ich würfel- oder zylinderförmige Probekörper aus dem Beton her. Erst wenn diese hart geworden sind werden sie geprüft“, erläutert Yulie Buitrago. „Dabei stelle ich den Betonprobekörper in eine Prüfpresse und berechne dann die Druckfestigkeit der Probe.“

Druckfestigkeit, Konsistenz, Dichte – über all diese Parameter lässt sich bestimmen, ob der Beton die richtige Beschaffenheit hat, um den Kräften im jeweiligen Bauprojekt standzuhalten. Dafür tragen Baustoffprüfer*innen die Verantwortung. Yulie Buitrago geht deshalb äußert gewissenhaft vor und hält sich akribisch an Regeln und umfangreiche Normenwerke.

Viele Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Foto: privat Foto: privat

Wer Baustoffprüfer*in werden will, braucht Freude am sorgfältigen Arbeiten, handwerkliches Geschick und mathematisches Interesse, sagt die 29-Jährige: „Außerdem sollte man körperlich fit sein und Durchhalte- und Durchsetzungsvermögen mitbringen.“ Baustoffprüfer*innen arbeiten häufig bei Baufirmen, in Zement- oder Betonfertigteilwerken, in Steinbruchbetrieben oder Forschungseinrichtungen. „Vom manchmal etwas rauen Ton auf der Baustelle sollte man sich nicht einschüchtern lassen und ein gewisses Selbstvertrauen haben. Des Weiteren sollte man engagiert und teamfähig sein“, resümiert sie für sich.

Nach der Berufsausbildung zum*r Baustoffprüfer*in gibt es verschiedene Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Yulie Buitrago hat bereits einen Lehrgang für erweiterte betontechnologische Kenntnisse erfolgreich absolviert, also den so genannten „E-Schein“ gemacht. „Zudem besteht die Option, zur Prüfstellenleiterin aufzusteigen“, sagt sie. Aber zuerst möchte sie noch den Ausbilderschein machen. Für die Zukunft wünscht sie sich außerdem, weiterhin bei interessanten Großprojekten mitzuwirken.

Video: Baustoffprüfer/in

Der Artikel enthält ein Video mit weiteren Informationen.

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