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Referendarin an einer Grundschule

Unterrichten für mehr Chancengleichheit

Lisetta Hülsmeyer versucht mit ihrem Unterricht eine gute Basis für die Zukunft von Kindern zu legen. Die 26-Jährige lehrt an einer Grundschule in Dessau-Roßlau – für sie ein Traumberuf.

Lehrerin steht an Tafel und erklärt etwas. Foto: André Braun

Wer weiß es? Grundschullehrer*innen legen eine wichtige Basis für die Zukunft von Kindern.

„Wie bekommen wir nur die Schatzkiste auf?“ Die Drittklässler*innen der Grundschule „Ziebigk“ in Dessau versuchen begeistert, mit Rechenaufgaben den Zahlencode der Truhe zu knacken, die ihnen Lisetta Hülsmeyer mitgebracht hat. Für die Kinder sind diese 45 Minuten besonders – ebenso wie für ihre Lehrerin. Schließlich handelt es sich um ihre Prüfungsstunde in Mathe, in der sie unter anderem beweisen soll, dass sie ihren Unterricht nachvollziehbar, zeitlich und logisch strukturiert sowie lernziel- und schülerorientiert planen und durchführen kann.

Prüfung in drei Fächern

Lisetta Hülsmeyer

Im September 2020 schloss Lisetta Hülsmeyer mit dem zweiten Staatsexamen ihren 16-monatigen Vorbereitungsdienst erfolgreich ab. Geprüft wurde sie in Mathe, Deutsch und Evangelische Religion. Studiert hat sie zudem Sachunterricht, auch dieses Fach darf sie in Zukunft unterrichten. Nun ist sie endlich Grundschullehrerin – ihr Traumberuf, seit sie selbst Grundschülerin war: „Ich bin davon überzeugt, dass man in diesen vier Jahren die Basis legt für das Leben der Kinder – in und außerhalb der Schule. Mein Ziel ist es, jedes Kind entsprechend seiner Möglichkeiten zu fördern und zu fordern. Ich hoffe, damit einen Teil zu mehr Chancengleichheit beizutragen.“ Die 26-Jährige ist überzeugt, dass man mit guter Arbeit als Lehrerin viel für jedes Kind tun kann.

Wie diese „gute Arbeit“ aussehen kann, hat sie im Studium und anschließend im Referendariat gelernt. In Paderborn begann sie ihren Bachelor of Education und wechselte dann an die Uni Leipzig, wo das Lehramt-Studium mit dem Ersten Staatsexamen abschließt. Der Wechsel sei unkompliziert gewesen: „Fast alle Kurse wurden anerkannt." Das Studium in Sachsen erlebte sie als sehr gut, unter anderem aufgrund der praxisnahen Ausrichtung. So verbringen die Studierenden einen Wochentag an einer Grundschule und besprechen anschließend ihre Erfahrungen an der Uni.

Mentorengestützt und eigenverantwortlich

Im Vorbereitungsdienst ist es andersherum: Einen Tag pro Woche besuchte Lisetta Hülsmeyer das Seminar in Magdeburg: „Es war hervorragend: Alle Themen wurden dort noch einmal mit Blick auf Methodik und Didaktik aufgearbeitet.“ Auch an der Schule erhielt sie Unterstützung: Anfangs hospitierte sie viel, übernahm zunächst zwölf, später 16 Wochenstunden, wobei meist eine Kollegin als Mentorin hinten im Klassenraum saß, um ihr später Feedback zu geben. Dazu kamen Unterrichtsbesuche, in denen Fachseminarleiterinnen aus Magdeburg ihre Fortschritte prüften. Im Verlauf des Vorbereitungsdienstes nahmen die Stunden zu, in denen sie eigenverantwortlich unterrichtete. Auf ihrem Stundenplan standen zudem die schulinternen Dienstberatungen. „Vor allem aufgrund der Corona-Pandemie nahmen die Besprechungen viel Zeit in Anspruch“, berichtet sie. Seitdem habe sie sich auch im Seminar verstärkt mit digitalen Lernangeboten beschäftigt – und selbst erarbeitet. Entstanden ist dabei eine einfach abrufbare Mischung aus Lern-, Bewegungs- und Kreativangeboten.

Viel Zeit für Vorbereitung

Erstellt hat sie diese zu Hause – denn die Arbeit von Lehrer*innen beschränkt sich nicht nur auf die Unterrichtszeit. Vor allem zu Beginn des Berufslebens investiert man viel Zeit in die Vorbereitung – Unterrichtseinheiten planen, fachliche Inhalte didaktisch reduzieren, Arbeitsblätter erstellen, Anschauungsmaterial auswählen ... Wobei das natürlich eine Investition in die Zukunft ist: Viele Materialien können sie später – angepasst an die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder – erneut einsetzen. Zum Beispiel die Schatztruhe, mit der Lisetta Hülsmeyer bestimmt noch mehr Drittklässler*innen begeistern wird.

abi» 23.11.2020

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