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Medizinertests: Mehr Möglichkeiten auf dem Weg zur Medizin

Die Hürden sind hoch: Um an deutschen Unis Human- oder Zahnmedizin studieren zu können, benötigt man in der Regel eine sehr gute Abiturnote. Allerdings gibt es die Möglichkeit, seine Chancen zu erhöhen. Wer einen Test für Medizinische Studiengänge (TMS) oder den Hamburger Naturwisschenschaftstest (HamNat) absolviert, sammelt Bonuspunkte.

Nahaufnahme von Spritzen. (Foto: Martin Rehm)

Die Vergabeordnung für die zulassungsbeschränkten Studienplätze in den Fächern Humanmedizin, Pharmazie, Tiermedizin und Zahnmedizin wird zum Sommersemester 2020 reformiert. Dadurch wird sich einiges verändern: Unter anderen fällt dem TMS in Zukunft mehr Gewichtung zu, was vor allem Abiturienten mit Abinoten unterhalb der Spitzenquote zugutekommt. (Siehe hierzu auch den Beitrag „Änderungen beim Zugang zum Medizinstudium“). Den Test sollten also alle, die Medizin studieren wollen, auf dem Schirm haben.

Worum geht es beim TMS?

Wie bei Testverfahren üblich, werden die Aufgaben nicht konkret verraten – allerdings gibt es natürlich Infos zu Inhalten und Aufbau. „Der TMS ist ein studienfeldspezifischer Studierfähigkeitstest. Er prüft Fähigkeiten, die für den Erfolg in medizinischen Studiengängen besonders wichtig sind. Er setzt keinerlei spezifisches Wissen voraus, auch wenn seine Inhalte sehr fachnah gewählt sind. So müssen quantitative Probleme gelöst, medizinische Texte gelesen und verstanden werden“, sagt Dr. Alexander Zimmerhofer, Diplompsychologe und Projektleiter bei der ITB Consulting GmbH, die den Test entwickelt.

Der insgesamt rund siebenstündige Test (mit Pausen) besteht dabei aus mehreren Untertests, die in Blöcken verschiedene Schwerpunkte auf zum Beispiel mathematische und visuelle Fähigkeiten, naturwissenschaftliches Denken oder Textverständnis legen – in Verbindung mit dem späteren Studienfach.

Wie bereite ich mich vor?

Ein Porträt-Foto von Dr. Alexander Zimmerhofer (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Dr. Alexander Zimmerhofer (Foto: privat)

Dr. Alexander Zimmerhofer

Generell ist es vor einem Test sinnvoll, sich mit den Rahmenbedingungen und Abläufen vertraut zu machen. „Die Erfahrungen zeigen, dass es wichtig ist, über die Testanforderungen Bescheid zu wissen – das beinhaltet auch Bearbeitungsstrategien, die bei den verschiedenen Aufgabengruppen hilfreich sind. Dazu gibt es eine kostenlose Informationsbroschüre auf www.tms-info.org“, erklärt der Experte. Darin werden alle relevanten Punkte zur Vorbereitung detailliert aufgeführt – von der Anmeldung über den Ablauf mit Themenschwerpunkten und Beispielaufgaben bis hin zu Tipps zur Bearbeitungstechnik. Darüber hinaus gibt es eine Reihe Bücher mit Übungsaufgaben, die man im Buchhandel erwerben kann (siehe auch den Beitrag: „Bereit für den TMS“). Die genauen Titel finden sich wie die Infobroschüre und alle Hintergrundinfos ebenfalls auf der Homepage der zentralen TMS-Koordinierungsstelle an der Uni Heidelberg.

Kosten, Standorte und Fristen

Der Test findet voraussichtlich am 7./8. Mai an rund 70 Testorten statt, die bei der Anmeldung individuell ausgesucht werden können. (Achtung: Aufgrund der Corona-Pandemie und der dadurch verhängten Maßnahmen und Verordnungen kann es zu Verschiebungen kommen.)

Die Anmeldung ist vom 03. bis 30. Januar 2022 für den Frühjahres-TMS bzw. vom 04. bis 31. Juli für den Herbst-TMS ausschließlich online über das Anmeldeportal der TMS-Koordinierungsstelle möglich. Neu ist, dass der TMS einmalig wiederholt werden darf.

Die Teilnahmegebühr beträgt 100,00 Euro.

Die Ergebnisse werden spätestens Ende Juni bekannt gegeben. Danach kann die Entscheidung für die Bewerbung an einer Hochschule fallen – ob mit oder ohne Testergebnis. Bis jetzt berücksichtigen fast 40 Hochschulen deutschlandweit die Ergebnisse in ihren Auswahlverfahren beziehungsweise in der Eignungsquote in den Bereichen Human-, Veterinär- und Zahnmedizin (siehe hierzu auch den Link zur Übersicht „Diese Hochschulen akzeptieren Medizinertests“). „Inwieweit das Testergebnis ins Auswahlverfahren mit einspielt, ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich – die Auswahlsatzungen verraten die weiteren Details.“

Sonderfälle Hamburg und Magdeburg

Neben dem TMS gibt es mit dem Hamburger Naturwissenschaftstest (HamNat) eine weitere Möglichkeit, das Auswahlverfahren positiv zu beeinflussen. Er spielt bisher allerdings nur an den Unis in Magdeburg und Hamburg eine Rolle. Der HamNat testet Wissen aus den Bereichen Physik, Chemie, Mathematik und Biologie im Multiple-Choice-Verfahren. Über 80 Fragen gilt es in zwei Stunden zu beantworten. Die konkreten Themen lassen sich auf den Seiten der beiden Unis einsehen. Anders als der TMS kann der HamNat beliebig oft wiederholt werden.

Zur Vorbereitung bieten beide Hochschulen Selbsttests auf ihren Homepages an. Empfehlenswert ist hier die Seite des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf mit allen relevanten Infos.

>> Hier geht's zur Übersicht der Hochschulen

Weitere Informationen

TMS-Koordinierungsstelle

Offizielle Homepage mit allen notwenigen Infos zum TMS. Mit Terminen und Fristen, Inhalten sowie Liste der Unis Testorte und Link zur Infobroschüre der Entwickler.

tms-info.org

Studymed

Hier kannst du den HamNat in einer Testversion online durchspielen.

studymed.de

Hochschulstart

Serviceplattform der Stiftung für Hochschulzulassung und Vergabestelle für alle zulassungsbeschränkten Studiengänge in Deutschland. Mit Infos zum TMS und Neuerungen im Auswahlverfahren.

hochschulstart.de

TMS & EMS 2020 – Kompendium

Diese im MedGurus Verlag erschienene Buchreihe beinhaltet im Boxformat Tipps zur Vorbereitung und Beispielaufgaben.

medgurus.de