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Sozialkunde: „Die beste Entscheidung meines Lebens“

Nathalie Schmitt (28) aus Saarlouis studiert im letzten Mastersemester Sozialkunde für das Lehramt an Gymnasien an der Universität Koblenz-Landau. Der Unterricht ihrer Sozialkundelehrerin in der Schule hat sie so beeindruckt, dass sie sich entschied: „Ich möchte einmal so werden wie sie.“

Frau steht vor einem Bücherregal und liest in einem Buch. (Foto: Julien Fertl)

Ihre Sozialkundelehrerin war für Nathalie Schmitt ein großes Vorbild. „Sie liebte und lebte Politik und gab das an ihre Schülerschaft weiter. So weckte sie in mir die Leidenschaft für das Fach und den Wunsch, ihr nachzueifern. Die Mädchen und Jungen, die später mal vor mir sitzen, möchte ich so begeistern wie sie mich begeistert hat“, schwärmt die angehende Lehrerin. Sozialkunde sollte also ein Fach ihres zukünftigen Studiums sein, war sich Nathalie Schmitt sicher. Als Zweitfach wählte sie Englisch. „Die beste Entscheidung meines Lebens!“

Vielseitiges Fach, lebensnah vermittelt

Porträtfoto von Nathalie Schmitt. (Foto: privat) Porträtfoto von Nathalie Schmitt. (Foto: privat)

Die Inhalte des Faches Sozialkunde findet die junge Frau so spannend, dass es ihr nicht schwerfallen wird, sie später lebendig zu vermitteln, ist sie sich sicher: „Von nationaler und internationaler Politik bis zu politischer Theorie und Ideologie ist alles dabei.“ Bachelor- und Masterstudiengang sind jeweils in mehrere Module aufgeteilt.

Im Bachelor beschäftigte sie sich zunächst mit allgemeinen Grundlagen der Politikwissenschaft, mit Demokratie und Gesellschaft in Deutschland, mit politischer Theorie, mit dem Vergleich politischer Systeme und mit internationalen Beziehungen sowie mit Wirtschaft. Außerdem lernte sie, wie man das Fach Sozialkunde unterrichtet, also die Didaktik. „Oft erarbeiten wir die Theorie aus Fallbeispielen heraus“, berichtet Nathalie Schmitt.

Interesse an Politik ist Voraussetzung

Um Sozialkunde erfolgreich studieren und später lehren zu können, reicht es allerdings nach Nathalies Meinung nicht aus, sich mit den vorgegebenen Themen an der Uni zu beschäftigen. Allgemeines Interesse an Politik ist vielmehr Grundvoraussetzung. „Man sollte sich täglich damit auseinandersetzen, indem man Zeitung liest und Nachrichten schaut oder hört. Ohne Wissen über aktuelle politische Geschehnisse ist ein Studium der Sozialkunde oder Politikwissenschaften und auch die Ausübung des Berufs als Sozialkundelehrerin wenig sinnvoll“, findet die Studentin.

Nah am Menschen oder wissenschaftlich-theoretisch?

Porträtfoto von Oliver Blazetta. (Foto: Nowag) Porträtfoto von Oliver Blazetta. (Foto: Nowag)

Wer sich für politische und gesellschaftliche Themen begeistert, kann sein Interesse nicht nur im Unterrichtsfach Sozialkunde (oder, je nach Bundesland auch Gemeinschafts- oder Staatsbürgerkunde) ausleben. Auch andere klassische und duale Studiengänge sowie Ausbildungsberufe beschäftigen sich mit sozialkundlichen Inhalten. „Bei den Berufen rund um Sozialkunde sollte die Eingangsfrage besonders zu den Studiengängen lauten: Möchte ich direkt mit den Menschen arbeiten oder eher übergreifend wissenschaftlich und theoretisch tätig sein?“, sagt Oliver Blazetta, Berufsberater vor dem Erwerbsleben bei der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven.

Er zeigt das am Beispiel der klassischen Studiengänge: Hier findet man Sozialkunde als Lehramtsstudiengang. Andere Studiengänge sind dagegen eher wissenschaftlich-theoretisch ausgerichtet, bieten jedoch ebenfalls sozialkundliche, politik- und sozialwissenschaftliche Inhalte. Dazu gehören etwa Geschichte, Politikwissenschaft, Sozialwissenschaften oder Soziologie. Auch einige wenige Hochschulen für Angewandte Wissenschaften bieten Studiengänge aus dem Bereich Politik- und Sozialwissenschaften an, etwa „Angewandte Sozialwissenschaften“ oder „Nachhaltige Sozialpolitik“. Als dritte Kategorie erwähnt der Berufsberater die dualen Studiengänge, die Inhalte der Sozialkunde mit praktischen Tätigkeiten kombinieren und die von vielen öffentlichen Verwaltungen und Sozialversicherungsträgern angeboten werden. Auch die Bundesagentur für Arbeit hat solche Studiengänge im Angebot, beispielsweise „Arbeitsmarktmanagement“ oder „Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung“.

Wer sich für eine Berufsausbildung entscheidet und sich für sozialkundliche Fragen interessiert, kann sich unter anderem für eine Ausbildung zur/zum Sozialversicherungsfachangestellten oder zur/zum Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen bewerben.

Voraussetzungen für eine Karriere in den Sozialwissenschaften

Mit seiner langjährigen Berufserfahrung als Berater fasst Oliver Blazetta zusammen, was für Bewerber*innen wichtig ist, wenn sie in einem dieser Berufe oder Studiengänge erfolgreich sein wollen: „Du solltest dich für gesellschaftliche Prozesse und deren Veränderungen interessieren und vielleicht sogar daran mitwirken. Der Umgang mit Zahlen, Daten und Statistiken darf kein Problem für dich darstellen. Und es ist günstig, wenn du Empathie und kommunikative Fähigkeiten mitbringst.“ Denn Sozialkunde hat immer mit Menschen zu tun, sei es direkt wie beim Lehramt oder eher indirekt wie in den Politikwissenschaften oder der Soziologie.                  

Weitere Informationen

Studienwahl

Hier gibt es alle wichtigen Infos zu Bachelor- und Masterstudiengängen, Hochschultypen, Verfahren der Studienbewerbung, zum Studienstart, zur Finanzierung des Studiums und ähnlichen Themen.
www.studienwahl.de

Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit

Sie unterstützt Ratsuchende dabei, in der Fülle der Studiengänge und Studienorte das Richtige zu finden.
www.arbeitsagentur.de/studiensuche

BERUFENET

Die Datenbank für Ausbildungs- und Tätigkeitsbeschreibungen der Bundesagentur für Arbeit.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

BERUFE.TV

Die Filme dieses Portals der Bundesagentur für Arbeit bieten hilfreiche Orientierung bei der Berufswahl. Es gibt Berufs-, Überblicks- und Themenfilme mit Einblicken in konkrete Situationen des Arbeitsalltags oder mit einem Überblick über einzelne Branchen.
www.arbeitsagentur.de/berufe-tv

Universität Koblenz-Landau

Steht stellvertretend für zahlreiche Hochschulen, an denen man Sozialkunde auf Lehramt oder verwandte Fächer studieren kann.
www.uni-koblenz-landau.de

Bundeszentrale für politische Bildung

Bietet eine Definition des Faches Sozialkunde
www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/18237/sozialkunde