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Computervisualistin: Spaß am Programmieren

Mehr als 100 Millionen Downloads hat das Handyspiel, an dem Dominique Kasper (31) Tag für Tag tüftelt. Sie arbeitet als Senior Unity Entwicklerin bei Kolibri Games in Berlin.

Seitliche Aufnahme von einem schwarzen Computerbildschirm, auf dem ein Programmiercode angezeigt wird. Einige Parts sind farbig hervorgehoben. (Foto: Helge Gerischer | Bundesagentur für Arbeit)

In „Idle Miner Tycoon“ geht es darum, ein Bergbauimperium zu leiten, möglichst viele Bodenschätze abzubauen und gewinnbringend zu verkaufen. Das Spiel ist ein sogenanntes Idle Game, also ein Spiel für nebenbei. Selbst wenn nicht aktiv gespielt wird, geht das Schürfen der Bodenschätze weiter. „Es ist ein lustiges Gefühl, dass das Spiel so bekannt ist. Das spielen Menschen überall auf der Welt“, erzählt die 31-Jährige mit einem Lachen.

Die Senior Entwicklerin nutzt die Spiele-Engine Unity, ein Tool, mit dem sie an dem mobilen Spiel für verschiedene Geräte arbeiten kann. In ihrem Job geht es darum, Fehler in der Software zu beheben oder Updates für das Spiel zu entwickeln. „Da muss man auf die Logik dahinter achten. Also darauf, dass etwa bei einem Klick auf einen Button auch eine entsprechende Handlung ausgeführt wird.“

In ihrem Arbeitsalltag hat Dominique Kasper auch mit anderen Abteilungen zu tun. „Von unserer Designabteilung bekommen wir Grafikvorlagen, welche wir dann mithilfe des Editors in Unity umsetzen. Anschließend steht die Qualitätskontrolle an, „in der geprüft wird, ob das Programmierte den Ansprüchen gerecht wird, zum Beispiel ob es verständlich ist.“ Danach finden umfangreiche Tests statt, in denen Kolleginnen und Kollegen den entsprechenden Teil des Spiels spielen und auf die Anforderungen hin überprüft. Erst dann kommt eine Neuerung in die App-Stores und kann von den Nutzer*innen heruntergeladen werden. In regelmäßigen Team-Meetings bespricht Dominique Kasper mit ihren Kolleginnen und Kollegen, welche Neuerungen als nächstes umgesetzt werden.  

Spielen und Problemlösung aus Leidenschaft

Ein Porträt-Foto von Dominique K. (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Dominique K. (Foto: privat)

Dass sie mal beruflich mit Handyspielen zu tun haben wird, hat Dominique Kasper nach ihrem Schulabschluss nicht vermutet. Nach dem Schulabschluss begann Dominique Kasper eine Ausbildung zur Industriekauffrau. „Dort habe ich recht umfangreiche Arbeiten in Excel erledigt und gemerkt, dass mir Programmieren Spaß macht. Es geht darum, sich zu überlegen, wie man automatisiert Probleme löst. Außerdem habe ich viele Spiele gespielt und es war schon immer mein Ziel, selbst eins zu programmieren.“

Zu diesen Wünschen passte der interdisziplinäre Studiengang Computervisualistik, der deutschlandweit nur an den Universitäten in Magdeburg und Koblenz angeboten wird. 2010 begann Dominique Kasper mit ihrem Bachelorstudium in Magdeburg und hängte im Anschluss noch einen Master dran. „Mir haben die vielen Team-Projekte gefallen, in denen wir zum Beispiel selbst Spiele entwickeln konnten, und dass es auch viel um Grafisches ging.“ In Computervisualistik lernen die Studierenden die Kerngebiete der Informatik kennen, beschäftigen sich aber auch mit Bildverarbeitung und Fächern wie der Wahrnehmungspsychologie.

Der Traum: Arbeiten in der Spielebranche

„Nach dem Master habe ich mich gleich bei Spielefirmen beworben, aber es ist echt schwer, dort Fuß zu fassen.“ Der erste Job nach dem Studium führte die Programmiererin deshalb zu einem Startup, das mit Augmented Reality arbeitet. Erst nach einigen Jahren gelang dann der Einstieg in der Wunschbranche: Im März 2021 fing sie bei der Spielefirma Kolibri Games in Berlin an. Auf ihre Kenntnisse aus dem Studium greift sie zurück, wenn sie sich um grafische Elemente kümmern muss. Auch ihre aktuell verwendete Programmiersprache C# hat sie während des Studiums kennengelernt und hat dort auch bereits mit Unity an Projekten gearbeitet. „Ich habe bestimmte Denkansätze geübt, wie man an Probleme rangeht. Auch meine Mathe-Kenntnisse konnte ich schon gut gebrauchen.“ . Mit ihrer aktuellen Arbeit ist sie sehr zufrieden: „In der Games Branche bin ich jetzt angekommen.“

Weitere Informationen

studienwahl.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung.
studienwahl.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.500 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
berufenet.arbeitsagentur.de

Ausbildungskompass Games

Überblick über Möglichkeiten zum Einstieg in die Games-Branche.
ausbildungskompass-games.de

Gesellschaft für Informatik e.V.

gi.de

Entgeltatlas

Informationsseite der Bundesagentur für Arbeit über Verdienstmöglichkeiten in verschiedenen Berufen.
web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas