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Ingenieur Pharmatechnik: Qualität an erster Stelle

Um Medikamente in großer Stückzahl zu produzieren, braucht es Maschinen, die zuverlässig und sicher arbeiten. Ingenieur Kai Zundel (28) sorgt dafür, dass die Qualität jederzeit stimmt.

Ein Mann arbeitet an einer Verpackungsmaschine. (Foto: Helge Gerischer)

Nach dem Abitur studierte Kai Zundel Pharmatechnik an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Da er durch seine Familie Berührungspunkte mit der Pharmabranche hatte, war das Studienfach für den heute 28-Jährigen früh eine Option. „Im Bachelorstudiengang ging es viel um klassische Arzneiformen. Da in Zukunft aber wohl immer mehr Biopharmazeutika entwickelt werden, habe ich mich im Masterstudium für das Fach Biopharmazeutische Technologie an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen entschieden“, berichtet der heutige Ingenieur.

Bereits als Werkstudent sammelte er Erfahrungen bei verschiedenen Pharmaunternehmen. Nach dem Abschluss wurde er auf eine Stellenanzeige Sanofi Deutschland aufmerksam. Mittlerweile arbeitet er seit eineinhalb Jahren bei dem internationalen Gesundheitsunternehmen in der Abteilung Technical Compliance in Frankfurt am Main.

Fehler simulieren

Porträtfoto von Kai Zundel. (Foto: privat) Porträtfoto von Kai Zundel. (Foto: privat)

Kai Zundel

„In der Pharmabranche haben wir einen extrem hohen Qualitätsstandard“, erklärt Kai Zundel. „Wir müssen sicherstellen, dass die Anlagen die Produkte jederzeit sicher und ohne Mangel fertigen.“ Schließlich geht es bei den Produkten immer um Menschen, die sich darauf verlassen, dass sie einwandfreie Medikamente erhalten. Deshalb durchlaufen die Anlagen regelmäßige Tests. „Dafür simulieren wir Worst-Case-Szenarien“, erläutert der Ingenieur. „Es wird dabei unter anderem geprüft: Erkennt die Maschine den Fehler? Und kann sie trotzdem noch in hoher Qualität produzieren?“ Zur Risikoanalyse gehört es auch zu überlegen: Was kann beim Betrieb der Anlange alles schiefgehen? Und welche Maßnahmen können ergriffen werden, um solche Fehler zu vermeiden?

Rund die Hälfte seiner Arbeitszeit verbringt Kai Zundel am Computer, etwa um Dokumentationen zu erstellen. Die andere Hälfte steht er an den Anlagen, die qualifiziert werden sollen – an verschiedenen Standorten von Sanofi, teilweise auch im Ausland. „Auch bei Maschinenbau-Lieferanten werden Tests im Rahmen der Qualifizierung durchgeführt“, erklärt der junge Mann. Dazu braucht es vor allem technisches Verständnis. „Mein Studium der Pharmatechnik und der Biotechnologie hat mir sehr geholfen, um die Prozesse in der Pharmaproduktion zu verstehen“, meint Kai Zundel.

In die Tiefe gehen

Für den Ingenieur ist es wichtig, ein hohes Qualitätsbewusstsein zu haben. „Man muss bereit sein, sich auch in der Tiefe mit den Aufgaben zu beschäftigen, damit man nichts Wichtiges übersieht“, sagt er. Zudem ist Teamfähigkeit eine wichtige Fähigkeit für seine Arbeit. „Ich habe über viele Ebenen mit den unterschiedlichsten Leuten zu tun, vom Werksmitarbeiter bis zur Führungsebene und Lieferanten – da ist Kommunikationsstärke gefragt.“

Für die Zukunft kann sich der Technical Compliance Engineer vorstellen, die ingenieurtechnische Leitung für eine Produktlinie oder eine Führungsaufgabe zu übernehmen. Unter anderem wegen der vielfältigen Möglichkeiten hat er sich nach dem Studium bewusst für eine Stelle in einem großen Unternehmen entschieden.