zum Inhalt

Pharmazie: „Das war die richtige Entscheidung“

Miriam Sprafke studiert Pharmazie in Jena. In ihrem Fach muss die 22-Jährige zwar viel lernen, sie ist aber von der Vielseitigkeit begeistert.

Blick in einen hellen Laborraum mit braunen Apothekerflaschen und einer Arbeitsplatte in der Mitte. An den Außenwänden stehen Unterschränke mit Arbeitsfläche und einem Arbeitsplatz, darüber hängen Wandschränke, teils offen in denen Ordner abgestellt wurden. (Foto: Sonja Trabandt | Bundesagentur für Arbeit)

In der Oberstufe mochte Miriam Sprafke Chemie sehr gern. „Ich hatte in dem Fach einen coolen Lehrer“, erinnert sie sich. „Deswegen wollte ich im Job auch etwas mit Chemie machen, aber nicht Chemie studieren.“ Sie ging zur Berufsberatung, um sich über ihre Möglichkeiten zu informieren. „Da sind wir auf Pharmazie gekommen – das fand ich sofort spannend.“

Nach ihrem Abitur 2017 im thüringischen Suhl begann sie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ihr Pharmaziestudium. „Das war die richtige Entscheidung“, blickt die 22-Jährige zurück. „Ich habe nie überlegt, etwas anderes zu machen.“ Neben den Naturwissenschaften gefällt ihr dabei vor allem der Aspekt, dass sie mit dem Beruf später Menschen helfen kann.

Naturwissenschaften im Mittelpunkt

Porträt von Miriam Sprafke. (Foto: privat) Porträt von Miriam Sprafke. (Foto: privat)

Porträt von Miriam Sprafke.

Zuerst musste sie sich jedoch um einen Studienplatz bewerben. Wegen der großen Nachfrage von Studieninteressierten ist der Numerus clausus (NC) teilweise sehr hoch. Dank ihrer sehr guten Abiturnote ergatterte Miriam Sprafke aber auf Anhieb einen Studienplatz an ihrer Wunsch-Universität in Jena – wo auch ihre Schwester bereits studierte. „Meine Zulassung lief hier reibungslos.“

Seit Oktober 2017 ist sie nun an der Friedrich-Schiller-Universität Jena immatrikuliert. In den ersten zwei Jahren standen die klassischen Naturwissenschaften wie Chemie, Biologie und Physik im Mittelpunkt. „Das hat mich sehr an die Schule erinnert.“ Immerhin gab es einen festen Stundenplan. „Das schränkt ein, erleichtert aber auch vieles, weil man sicher in alle Kurse reinkommt und sich darum nicht kümmern muss.“

Nach dem Grundstudium schrieb sie ihr erstes Staatsexamen, das bundesweit für alle Studierenden der Pharmazie gleich ist – und bestand. Danach ging es ins Hauptstudium. „Dort gibt es viel Praxisbezug, so wie ich es mir erhofft hatte. Im Kern geht es darum, wie Arzneimittel am besten eingesetzt werden, damit sie Menschen helfen können.“

„Der Praxisbezug ist sehr groß“

In der pharmazeutischen Technologie zum Beispiel lernte die 22-Jährige viel darüber, wie man Medikamente am besten verabreicht. So ging es unter anderem um die verschiedenen Arzneiformen, deren Besonderheiten und die Herstellung. Miriam Sprafke musste Salben anrühren, Augentropfen herstellen und Tabletten pressen. In der pharmazeutischen Chemie wiederum ging es um klassische Arzneistoffe: Wie sind Paracetamol und Co. aufgebaut und wie wirken sie? Und die pharmazeutische Biologie drehte sich zum Beispiel um Inhaltsstoffe von Pflanzen sowie um Impfungen und Antikörpertherapien.

Zentral ist darüber hinaus die Pharmakologie: Wie wirken Medikamente, welche Nebenwirkungen haben sie und wie interagieren sie miteinander? „Der Praxisbezug ist dabei sehr groß“, sagt die Pharmaziestudentin. „Immerhin geht es um konkrete Krankheiten und was man dann verabreichen kann.“

Überhaupt spielt neben der Theorie auch die Praxis eine große Rolle im Studium. Ab dem ersten Semester stand Miriam Sprafke daher regelmäßig im Labor. „Das ist anstrengend, hilft aber, den Stoff wirklich zu verstehen.“ Hinzu kamen acht Wochen Pflichtpraktikum im Rahmen der Famulatur während der Semesterferien im Grundstudium, die sie jeweils einen Monat lang in einer öffentlichen sowie in einer Krankenhaus-Apotheke absolvierte.

„Konstantes Lernen und teilweise sehr stressig“

Eine große Herausforderung ist für viele Pharmaziestudierende das Lernpensum. „Das ist wirklich sehr hoch“, sagt Miriam Sprafke. Gerade die ersten Semester seien eine Umstellung. „Das ist komplett anders als in der Schule. Man muss in kürzerer Zeit viel mehr lernen.“ Entspanntes Studieren gab es nicht. „Ab dem ersten Semester ging es jeden Tag um 8 Uhr los – das war ein konstantes Lernen und teilweise sehr stressig.“

Trotzdem nahm sich die 22-Jährige einige Freiheiten. So engagiert sie sich in der Fachschaft ihrer Uni und beim Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD). „Das hat etwas Zeit in Anspruch genommen, weswegen ich ein Jahr länger studiere.“ Ihr zweites Staatsexamen plant sie nun nach zehn Semestern für kommenden September.  

Anschließend wird sie ihr praktisches Jahr absolvieren. Für die ersten sechs Monate hat sie bereits eine Zusage für eine öffentliche Apotheke. Für die Zeit danach würde sie gern in einer Krankenhausapotheke oder in der Industrie arbeiten. „Ich habe mich noch nicht entschieden.“ Auch ihre Zukunftspläne sind noch offen: „Dass ich so viele Möglichkeiten habe und in so unterschiedlichen Bereichen arbeiten kann, das ist für mich mit das Tolle an der Pharmazie.“