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Motive für die Hochschulwahl: Schwere Entscheidung leicht gemacht

Wenn du in etwa weißt, was du studieren möchtest, kommen die Fragen nach dem Wo und Wie: Universität oder (duale) Hochschule? Groß- oder Kleinstadt? Daheim bleiben oder wegziehen? abi» gibt dir Tipps, wie du die richtige Hochschule für dich findest.

Eine Studentin im Hörsaal. (Foto: Jessica Braun)
Ein Porträt-Foto von Steffen Schütt (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Steffen Schütt (Foto: privat)

Steffen Schütt

„Hier kannst du täglich etwas Neues entdecken“, schwärmt Steffen Schütt von seinem Studium in der Hauptstadt an der Humboldt-Universität zu Berlin. Bei der Auswahl der Hochschule waren ihm nicht nur die Studieninhalte, sondern auch das Renommee und die internationale Vernetzung wichtig. Abenteuerlust und vielseitige Berufsperspektiven brachten ihn für sein BWL-Studium zuerst nach Köln und später nach Berlin. Im Großstadtdschungel fühlt sich der 28-Jährige pudelwohl.

Ganz anders Inga Mayer: Sie genießt die familiäre Atmosphäre während ihres Studiums in Triesdorf – dem kleinsten Hochschulstandort in Deutschland. Zwar ist die 21-Jährige in Stuttgart aufgewachsen, bevorzugt aber mittlerweile das Landleben. An der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf schätzt sie das günstige Wohnen und die Vertrautheit zwischen Kommiliton*innen und Professor*innen: „Die Handynummer und Anschrift seiner Dozenten zu haben, ist hier nichts Ungewöhnliches“, erzählt sie.

Wünsche mit der Realität abgleichen

Ein Porträt-Foto von Michael Ackermann (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Michael Ackermann (Foto: privat)

Michael Ackermann

Welche Hochschule zu jemandem am besten passt, hängt von den individuellen Vorstellungen ab. „Viele wünschen sich vom Studium eine Art eierlegende Wollmilchsau, die sowohl die eigenen Stärken als auch die Hobbys beinhaltet und zusätzlich noch eine sichere berufliche Perspektive bietet“, stellt Michael Ackermann von der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg fest. Diese Idealvorstellung findet der erfahrene Berater nicht verkehrt, solange man bereit ist, Abstriche zu machen.

Zu den beliebten Motiven für die Hochschulwahl zählen heute vor allem die Berufsperspektiven, bemerkt Studienberaterin Laura Müller von der Hochschule Ansbach: „Viele junge Leute denken heute schon weiter und fragen sich, was sie mit ihrem Studium später beruflich anfangen können.“ Auch der Standort der Hochschule spielt für die Bewerber eine wichtige Rolle. Viele möchten zumindest in Pendelnähe ihrer Heimat bleiben, andere suchen bewusst nach dem Unbekannten.

Was ist wichtiger als wo

Ein Porträt-Foto von Laura Müller (Foto: Prof. Walliczek) Ein Porträt-Foto von Laura Müller (Foto: Prof. Walliczek)

Laura Müller

Am Ende entscheidet in den meisten Fällen das Interessefür einen bestimmten Studiengang. Bei bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen wie Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie gibt es zum Beispiel wenig Entscheidungsspielraum. Die einen werden per se nur an wenigen Standorten angeboten. Beiden anderen werden die Studienplätze zentral über hochschulstart.de an die Bewerber vergeben. Ganz anders sieht es bei Studiengängen aus, die weit verbreitetsind und zudem an unterschiedlichen Hochschultypen angeboten werden, zum Beispiel wirtschaftswissenschaftliche Fächer oder Ingenieurwissenschaften.

Grundsätzlich empfiehlt Studienberaterin Laura Müller, sich frühzeitig mit den eigenen Interessen zu beschäftigen, denn die Entscheidung, was man studieren möchte sei wichtiger als die Frage wo. Das findet auch Michael Ackermann: „Erst wenn die Studienrichtung feststeht, können subjektive Kriterien in die Wahl einfließen: Bin ich eher der Typ für die Groß- oder Kleinstadt? Fühle ich mich im schulischen System einer Fachhochschule wohler oder brauche ich die Freiheit einer Uni?“

Sind diese Fragen vorläufig geklärt, kann man mit der Studiengangsuche in Suchmaschinen beginnen und eine Vorauswahl treffen. Ein guter Startpunkt sind allgemeine Portale wie studienwahl.de oder auch länderspezifische Informationsportale. Im Hochschulpanorama von abi.de gibt es zusätzliche Infos, etwa über das Wohnungsangebot und Mietpreise in verschiedenen Hochschulstädten.

Einen eigenen Eindruck verschaffen

Eine Inspirationsquelle für die Wahl der Hochschule bieten darüber hinaus Studien- und Berufsmessen. Eine weitere Möglichkeit wäre es, offene Fragen direkt mit einem*einer Studienberater*in einer konkreten Hochschule zu klären. „In der Beratung versuchen wir vonFall zu Fall auf individuelle Bedürfnisse einzugehen und persönliche Wünsche zu berücksichtigen“, erklärt Laura Müller. Neben der Beratung vor Ort, können sich Interessenten auch am Telefon, per E-Mail oder im Videochat Informationen einholen.

Um sich im Studium wohl zu fühlen, empfehlen die Expert*innen, die Hochschule unbedingt noch vor der Einschreibung zu besuchen. Eine gute Gelegenheit, um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, bieten Tage der offenen Tür oder ein Schnupperstudium. Michael Ackermann rät, das Ganze mit einem Kurztrip zu verknüpfen: „Da kann man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Stadt und den Campus kennenlernen und mit Studierenden ins Gespräch kommen.

Hinweis

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie finden weiterhin viele Veranstaltungen sowie Beratungs- und Orientierungsangebote online statt.

Weitere Informationen

studienwahl.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung.
www.studienwahl.de 

Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit

Vielfältige Auswahl an Studienorten und Studienfächern.
con.arbeitsagentur.de/prod/studiensuche

Hochschulkompass

Infoportal der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zu deutschen Hochschulen, deren Studien- und Promotionsmöglichkeiten sowie internationale Kooperationen.
www.hochschulkompass.de 

U-Multirank

Internationales Hochschul-Ranking von über 1.600 Universitäten und Hochschulen in mehr als 95 Ländern. Angestoßen und finanziert wurde dieses Ranking von der Europäischen Union.
che.de/ranking-international

CHE Hochschulranking

Datenbank mit Informationen für die Wahl des richtigen Studienfachs und der passenden Hochschule. Seit 1998 wurden mehr als 140 Universitäten und über 250 Fachhochschulen und Berufsakademien im Ranking berücksichtigt.
che.de/ranking-deutschland