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Lehramt Sekundarstufe I: Schulen in Grenznähe

Lukas Lohschelder (24) absolviert an der Universität Münster ein Lehramtsstudium für die Sekundarstufe I und hat sich mit Niederländisch und Biologie für eine ungewöhnliche Fächerkombination entschieden.

Kirschblüten und eine Hummel (Foto: Julien Fertl)

Schon in der Grundschule war sich Lukas Lohschelder sicher: „Ich will Lehrer werden.“ Im Gymnasium machte er ein freiwilliges Praktikum an einer Grundschule, was ihn in seinem Berufswunsch bestärkte. „Bei den Fächern war mir schnell klar, dass ich gern Niederländisch und Biologie studieren wollte“, erzählt der 24-Jährige, der bereits mitten im Masterstudium steckt. Er ist im Grenzgebiet zu den Niederlanden aufgewachsen und hat Niederländisch in der Schule gelernt. Und Naturwissenschaften waren eh schon immer seine Leidenschaft – daher das Biologiestudium. „Es gibt nicht viele Universitäten, die diese Fächerkombination anbieten. Für Biologie gibt es zudem einen Numerus Clausus. Ich habe mich bei allen Universitäten beworben und die Zusage von Münster bekommen – hier wird diese Kombination nur für die Sekundarstufe I, also Haupt- und Realschule, angeboten.“

Tiere und Pflanzen bestimmen

Die Studieninhalte sind genau das, was Lukas Lohschelder erwartet hat. In Biologie geht es unter anderem um Grundlagen: Tiere und Pflanzen bestimmen, Themen wie Artenvielfalt und Evolution. Dazu kommt die Didaktik, also die Lehre vom Unterrichten und Lernen. Die meisten Veranstaltungen sind Vorlesungen und Seminare.

Niederländisch ist ein klassisches Sprachenstudium mit literatur- und sprachwissenschaftlichen Aspekten. Auch ohne Vorkenntnisse ist ein Studium möglich. Zur Vertiefung der Sprachkenntnisse ist ein Aufenthalt im niederländischen Ausland ins Bachelorstudium integriert – sei es als Praktikum, zum Beispiel als Assistent Teacher an einer Schule, oder als Auslandssemester an einer Hochschule.

Der dritte Bereich des Lehramtsstudiums umfasst die Bildungswissenschaften. Dazu gehören Themen wie Sozialarbeit, Psychologie und die Berufsorientierung, die für Schüler*innen der Sekundarstufe I ein wichtiger Aspekt im Unterricht ist.

Erste Praxiserfahrungen

Während des Studiums haben die Studierenden verschiedene Praxiseinsätze. Erste Unterrichtserfahrung sammeln sie im Orientierungspraktikum während des Bachelorstudiums. Ein Berufsfeldpraktikum gibt zudem Einblicke in andere Berufe, damit die angehenden Lehrer*innen ihre Schüler*innen später gut bei der Berufswahl unterstützen können „Ich habe hier in einem Kooperationsprojekt von der Universität und der Stadt Münster gearbeitet, in dem Schüler Einblick in die Angebote der Universität bekommen sollten“, berichtet Lukas Lohschelder. Am hilfreichsten fand er das Praxissemester im Masterstudium: Hier durfte er, betreut von der Universität und dem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung, an einer Realschule Unterricht halten und begleiten. „Im Masterstudium geht man didaktisch schon ganz anders an die Sache heran als zu Studienbeginn im Orientierungspraktikum“, findet er. Aufgrund von Corona musste sein Einsatz leider verkürzt werden.

Nach dem Masterabschluss im Sommer 2021 plant Lukas Lohschelder, sich als Vertretungslehrer zu bewerben, um die Zeit bis zu Beginn seines Referendariats im Frühjahr 2022 zu überbrücken. Das Referendariat wird voraussichtlich an einer Schule nahe der Grenze zu den Niederlanden stattfinden. Denn das Fach Niederländisch wird fast ausschließlich in den grenznahen Regionen unterrichtet. „Niederländisch ist erst im Kommen. Daher befindet sich vieles erst im Aufbau – das finde ich besonders spannend“, sagt der angehende Lehrer. Die gute Vernetzung mit anderen Niederländisch-Studierenden wird ihm dabei helfen, passende Unterrichtsmaterialien für seine Schüler*innen zu erstellen.