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Robotik und Automation - Hintergrund: Wenn Mensch und Maschine Hand in Hand arbeiten

Die Einsatzmöglichkeiten für Roboter in der Industrie und in unserem Alltag sind vielfältig – und werden mehr. Wer an Innovationen mitarbeiten möchte, ist in der Robotik und Automation also richtig. Die Arbeitsmarktchancen sind trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie bislang gut.

Spielzeugroboter. (Foto: Martin Rehm)

Roboter stehen für Zukunft, Innovation und technischen Fortschritt und sind längst keine Science-Fiction mehr. In der Industrie kommen sie schon lange zum Einsatz. Allerdings ändert sich gerade die Art, wie sie dort eingesetzt werden: Während die Roboter in der Fabrik früher getrennt von ihren menschlichen Kolleg*innen hinter Laserschranken oder Schutzzäunen ihre Arbeit verrichteten, ist nun eine neue Generation von sogenannten „kollaborativen Robotern“ auf dem Markt. Diese „Cobots“ sind in der Lage, „Hand in Hand“ mit Menschen zu arbeiten. „Die Menschen werden zunehmend von schweren, monotonen oder gesundheitsschädigenden Tätigkeiten befreit und direkt von Robotern unterstützt“, sagt Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des Fachverbands „Robotik + Automation“ im VDMA, dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. Doch diese neue Generation von Robotern verändert nicht nur die Arbeitswelt. Expert*innen rechnen damit, dass sie uns auch im Alltag immer häufiger begegnen werden – in Form von Servicerobotern: „Sie bringen uns im Hotel die Zahnbürste, fahren dabei selbständig Aufzug oder zeigen uns, wo im Baumarkt das Regal mit dem doppelseitigen Klebeband ist“, zählt der Verbandssprecher einige Beispiele auf. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Viele interessante Aufgabenfelder

Portraitfoto von Patrick Schwarzkopf (Foto: privat) Portraitfoto von Patrick Schwarzkopf (Foto: privat)

Patrick Schwarzkopf

Welche unserer Arbeits- und Lebensbereiche sich besonders stark durch den Einsatz von Robotern und Automatisierungstechnik wandeln werden, lässt sich heute noch nicht genau vorhersagen. „Sicherlich werden viele Dienstleistungen in Zukunft von Robotern erbracht werden. Kleine Lieferroboter könnten zum Straßenbild gehören. In der Landwirtschaft wird es viel mehr Roboter geben und auch in Alten- und Pflegeheimen denkt man an den Einsatz von Servicerobotern. Ziemlich sicher werden Roboter auch in Handwerksbetrieben ‚normal‘ sein“, prognostiziert Patrick Schwarzkopf.

Wer Teil dieses Fortschritts sein und an der Lösung von Zukunftsproblemen mitarbeiten möchte, findet in der Robotik und Automation viele interessante Aufgabenfelder. Der VDMA unterteilt die Branche in drei Teilbereiche: Während die Hersteller in der Robotik Industrie- und Serviceroboter entwickeln, gibt die Industrielle Bildverarbeitung den Maschinen ihre „Augen“. Hier wird mit Hilfe von Hightech-Kameras und entsprechender Software dafür gesorgt, dass Roboter ihre Umgebung sehen und verstehen können. Der Bereich Integrated Assembly Solutions baut aus Maschinen, Bildverarbeitungssystemen und vielen weiteren mechanischen und elektronischen Komponenten ganze Robotik-Anlagen und Fertigungssysteme für den Produktionsprozess oder stellt Montagekomponenten wie Greifer her.

„Da es sich bei Robotik und Automation um eine extrem internationale Branche handelt – der Maschinenbau hat eine Exportquote von über 80 Prozent – sollten Berufsanfänger Interesse an anderen Kulturen sowie gutes Englisch mitbringen“, empfiehlt Patrick Schwarzkopf. Es wird überwiegend im Team gearbeitet, da ganz unterschiedliche Kompetenzen ineinandergreifen müssen: IT, Elektronik, Mechanik, aber auch Marketing und Kundenkommunikation. Gefragt sind nicht nur Ingenieur*innen für Automatisierungstechnik beziehungsweise Robotik und Autonome Systeme, sondern auch Expert*innen aus den Bereichen Informatik, Elektrotechnik und Maschinenbau. „Es ist ein Kreativberuf, denn die Einsatzmöglichkeiten sind fast unbegrenzt: Roboter melken Kühe, setzen Pralinen in die Schachtel und fliegen durchs Weltall.“

Trotz Umsatzeinbrüchen durch Corona ein Zukunftsmarkt

Natürlich geht auch an dieser Branche die Corona-Pandemie nicht spurlos vorüber. Während die Robotik und Automation laut dem Verband VDMA im Jahr 2018 mit einem Umsatz von 15 Milliarden Euro ein Rekordwachstum verzeichnete, musste sie im Jahr 2020 einen Umsatzrückgang von 20 Prozent verkraften. Dies hat den Arbeitsmarkt beeinflusst: „Die Arbeitslosigkeit ist 2020 – neben vielen Dienstleistungsberufen – auch bei technischen Berufen im Vergleich zum Vorjahr massiv gestiegen. Die Arbeitskräftenachfrage ist hier spiegelbildlich erheblich gesunken, gemessen an den neu gemeldeten Arbeitsstellen“, sagt Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit (BA). Während sich beispielsweise die Zahl der arbeitslosen Ingenieur*innen für Automatisierungstechnik 2020 im Vergleich zum Vorjahr auf gut 400 erhöht hat, hat die Zahl der gemeldeten Stellen mit 200 deutlich abgenommen.

Die gute Nachricht: „Robotik und Automation bleiben im Zuge der digitalen Entwicklung dennoch ein Zukunftsmarkt, so dass mit der Erholung nach der Corona-Pandemie wieder mit einem aufnahmefähigen Arbeitsmarkt zu rechnen ist“, so die BA-Arbeitsmarktexpertin. Patrick Schwarzkopf sieht zudem durchaus positive Auswirkungen: „Covid-19 war nicht nur der Digitalisierungs-Boost im Homeoffice, sondern auch in den Fabriken. Ein Beispiel: Eine komplexe Maschine wurde schon ins Ausland verschifft. Aber die Techniker konnten nicht mehr dorthin reisen, um die Maschine einzurichten und in Betrieb zu nehmen. Plötzlich ging das über ‚Ferninbetriebnahme‘ mit Tablets und Augmented-Reality-Brillen. Wir gehen davon aus, dass die Pandemie der Automation langfristig einen Schub gibt.“

Weitere Informationen

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchworte: Robotik, Automation).
studienwahl.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Wort und Bild (Suchworte: Robotik, Automation)
berufenet.arbeitsagentur.de

Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit

arbeitsagentur.de/jobsuche

Fachverband Robotik + Automation im VDMA

Der Fachverband Robotik + Automation ist Teil des Maschinenbauverbands VDMA und informiert über aktuelle Entwicklungen in der Branche.
rua.vdma.org

Studiensuche

Die Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit hilft dir bei der Auswahl von Studienort und Studienfach.
https://con.arbeitsagentur.de/prod/studiensuche/suche