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Augenoptik: Studium mit Durchblick

Menschen helfen, besser sehen zu können: Das lernt Florian Worsch (21) in seinem Bachelorstudiengang Augenoptik/Optometrie. Das Besondere daran: Schon jetzt in seinem fünften Semester darf er das Erlernte an echten Patientinnen und Patienten anwenden.

Kunde mit Optikerin beim Vermessen der Augen. (Foto: Beuth)

Zuerst geht es in dem sieben Semester umfassenden Studium an der Berliner Hochschule für Technik (BHT) um Basiswissen. Die Studierenden lernen, wie das Auge aufgebaut ist, welche Arten von Fehlsichtigkeit es gibt, wie Optik funktioniert sowie Grundlegendes über Brillen und Kontaktlinsen. „Bei jedem Thema arbeiten wir uns schrittweise vor, zum Beispiel von der einfachen Einstärken- bis zur komplexen Gleitsichtbrille“, erklärt Florian Worsch.

Sehfehler simulieren

Ein Porträt-Foto von Florian W. (Foto: Marie Viktoria Sinoh) Ein Porträt-Foto von Florian W. (Foto: Marie Viktoria Sinoh)

Im dritten und vierten Semester werden die Grundlagen vertieft und es stehen Spezialfächer an, zum Beispiel Binokularsehen. Das meint das gemeinsame Sehen von linkem und rechtem Auge. Florian Worsch hat gelernt, wie das beidäugige Sehen funktioniert und welche Störungen es geben kann, etwa beim Schielen. Um die Studierenden frühzeitig auf die Arbeit mit Menschen mit einer Sehstörung vorzubereiten, ist dieses Fach – wie auch das gesamte Studium – sehr praxisnah aufgebaut. Fast zu jeder Unterrichtseinheit gibt es eine praktische Übung.

In der Übung zum Binokularsehen wird mit einer Spezialbrille latentes Schielen simuliert. „Das kann man zwar mit Augenbewegungen ausgleichen, ist aber anstrengend. Mit den passenden Brillengläsern versuchen wir das zu beheben“, beschreibt Florian Worsch. Dazu blickt ein*e Studierende*r durch diese spezielle Brille auf eine Testtafel mit einem Kreuz, von welchem das rechte Auge nur den senkrechten und das linke Auge den zur Mitte versetzten waagerechten Strich sieht. Der oder die Teampartner*in schiebt nun so lange spezielle Gläser in die Brille, bis das Kreuz symmetrisch erscheint.

Arbeit mit echten Fällen

Noch näher an die Praxis rücken die Studierenden in den verschiedenen klinischen Praktika, aus denen im fünften und sechsten Semester ausgewählt werden kann. Florian Worsch hat dabei schon einige Patientinnen und Patienten beraten, die in eine in die Hochschule integrierte Praxis kommen. Sie haben zum Beispiel den Wunsch nach einer neuen Brille oder brauchen Beratung bei Sehschwierigkeiten. In einem Dreier-Team macht der 21-Jährige zunächst die Anamnese. Dann wird gemeinsam überlegt, welche Untersuchungen sinnvoll sind. Diese führen die Studierenden auch durch. Ein*e Dozent*in und eine Augenärztin oder ein Augenarzt sind immer anwesend. Auch wenn nur Letztere die eigentliche Diagnose erstellen dürfen, vermittelt das Studium viel medizinisches Wissen. „Wir sind eine Schnittstelle zwischen Augenoptiker und Augenarzt“, beschreibt Florian Worsch.

Kombination aus Medizin und Technik

Der medizinische Aspekt war einer der Gründe, weshalb sich Florian Worsch für den Studiengang entschieden hat. Noch spannender aber fand er den Technik-Anteil. Neben technischem Verständnis ist es für das Studium von großem Vorteil, wenn man Interesse an Physik und Biologie mitbringt. Einfühlungsvermögen im Umgang mit Menschen gehört ebenfalls dazu. 

Während seine Mitstudierenden ihre berufliche Zukunft häufiger in einer Augenklinik oder in einem Augenoptik-Geschäft sehen, zieht es Florian Worsch in die Industrie und Wirtschaft. Bei einem internationalen Pharmazie- und Konsumgüterhersteller, der auch Sehhilfen entwickelt, will er eines der zwei kommenden mehrmonatigen Berufspraktika absolvieren. Nach dem Bachelorabschluss plant er in ähnlicher Richtung seinen Berufseinstieg. „Entwicklung finde ich einen spannenden Bereich, zum Beispiel von Kontaktlinsen. Dafür würde ich gerne an einem Traineeprogramm in einem großen Optikunternehmen teilnehmen.“

Augenoptik studieren

Bundesweit listet die Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit sieben Bachelorstudiengänge in diesem Studienfeld, für die keine Berufserfahrung notwendig ist (Stand: November 2021). Sie heißen Augenoptik/Optometrie oder Augenoptik/Optische Gerätetechnik. Das Studium ist möglich an Fachhochschulen beziehungsweise Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Aalen, Berlin, Brandenburg an der Havel, Jena und München. Alle Studiengänge sind in der Regel stark praxisorientiert und schließen mit dem Bachelor of Science oder Engineering ab.

Weitere Informationen

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier findest du Informationen über Studienmöglichkeiten in ganz Deutschland
studienwahl.de

Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit

In der Studiensuche kannst du recherchieren, welche Studiengänge an welchen Hochschulen in Deutschland angeboten werden.
arbeitsagentur.de/studiensuche

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild
berufenet.arbeitsagentur.de