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Fotografie: Leidenschaft für gute Bilder

Aimilia Theofilopoulos hat schon als Kind gerne fotografiert. Ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen, hat sich die 28-Jährige trotzdem erst nach Umwegen zugetraut. Umso glücklicher ist sie heute, sich für den Studiengang „Fotografie und Bildmedien“ an der Fachhochschule Bielefeld entschieden zu haben.

Frau fotografiert zweite Frau in einem Fotostudio. (Foto: Martin Rehm)

Fotografieren war noch nie so einfach wie heute. Dank Digitalisierung machen auch Laien und Autodidakten viele gute Fotos. Und praktisch jeder darf sich „Fotografin“ oder „Fotograf“ nennen, auch ohne formale Ausbildung. Trotzdem lohnt sich ein Studium, wenn man seine Leidenschaft für Bilder zum Beruf machen möchte – nicht  nur wegen der intensiven Auseinandersetzung mit dem Metier. Auch der Austausch mit den anderen Studierenden und der Input der Lehrenden sind wertvoll.

  • Aimilia Theofilpoulos

    Eigentlich habe ich schon immer fotografiert, sogar als Kind schon.

    Aimilia Theofilopoulos

Gestaltung, Technik und Theorie

Das Fotografie-Studium in Bielefeld ist breit gefächert, interdisziplinär angelegt und ermöglicht es, eigene Schwerpunkte zu setzen. In den ersten beiden Semestern geht es um die Basics: Grundlagen der Fotografie, Kunst-, Kultur- und Fotogeschichte sowie Bildmedientechnik – nicht nur digital, sondern auch analog.

„Neben einem Hauptprojekt, zu dem es am Semesterende eine Prüfung gibt, sind sogenannte Wochenaufgaben das Kernstück vieler Seminare“, erzählt Aimilia Theofilopoulos. Dafür braucht es nicht nur gute Ideen und Kreativität, sondern auch Struktur, denn die Umsetzung muss pünktlich fertig sein. Manchmal ist auch etwas Improvisation erforderlich. Für die Aufgabe „Porträtiere deinen Sitznachbarn“ beispielsweise wollte die Studentin ein Pferd mit aufs Foto bringen. Gefunden hat sie es schließlich über die WhatsApp-Gruppe der Studierenden. „Nicht immer fällt einem spontan etwas Überzeugendes ein“, gibt die 28-Jährige zu. „Dann hilft Input aus dem Seminar, oder man stöbert in den vielen Fotobüchern in der Bibliothek und lässt sich inspirieren.“

Im dritten und vierten Semester werden die Kenntnisse vertieft, auch Gestaltungsmodule außerhalb der eigenen Studienrichtung können gewählt werden, beispielsweise Bewegtbildgestaltung, Modegrafik oder Typografie und Layout.

Praktikum oder Auslandsaufenthalt

Im fünften Semester ist ein Studiensemester im Ausland oder ein Praktikum geplant, etwa in einer Werbe-Agentur, Redaktion oder Galerie, in einem Unternehmen oder als Assistenz bei einer Fotografin oder einem Fotografen. Danach geht es neben weiteren Gestaltungs- und Theoriemodulen um die Vorbereitung auf den Berufseinstieg – mit der Arbeit am eigenen Portfolio, aber auch mit Know-how in Sachen Betriebswirtschaft und Existenzgründung. Das siebte Semester ist für den Bachelorabschluss vorgesehen.

Aimilia Theofilopoulos wird demnächst ein Semester lang in Griechenland studieren, nach dem Bachelor möchte sie ein Masterstudium anhängen. Und ihr späteres berufliches Ziel? „Schon gerne die künstlerische Fotografie“, sagt sie, auch wenn das vielleicht nicht zum Leben reichen werde: „Es ist schwierig, Fuß zu fassen und nur mit der Kunst Geld zu verdienen. Wahrscheinlich braucht man auch Aufträge als selbstständige Fotografin.“ Schon jetzt fotografiert sie auf Hochzeiten oder erstellt Produktfotos für Webseiten.

Talent ist Voraussetzung

Nach nötigen Vorkenntnissen gefragt schmunzelt Aimilia Theofilopoulos: „Natürlich sollte man schon vor dem Studium mit einer Kamera umgehen können.“ Schließlich müsse man sich mit einer eigenen Mappe bewerben und auch bei der Eignungsprüfung Fotos machen. Sich mit bekannten Fotografinnen und Fotografen beschäftigt zu haben, schade ebenfalls nicht. „Alles andere lernt man dann im Studium.“

Die 28-Jährige brachte reichlich Foto-Erfahrung mit: „Eigentlich habe ich schon immer fotografiert, sogar als Kind schon“, erzählt sie. Die Leidenschaft zum Beruf machen – das habe sie sich aber erst nach Umwegen getraut: „Ich war zu Hause die Erste, die studieren konnte, und wollte etwas Handfestes machen.“ Sie entschied sich für Textiltechnologie. Schnell vermisste sie jedoch die Kreativität. Dem Studienabbruch folgte eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation. Schließlich begann sie 2019 das Studium an der FH Bielefeld, nachdem sie das Auswahlverfahren durchlaufen hatte,  – und ist begeistert. Trotzdem findet sie es „nicht schlecht, wenn man vor einem Gestaltungsstudium schon einen Beruf gelernt hat, da man vieles aus einer Ausbildung auch im Studium gut gebrauchen kann: strukturiert arbeiten, sich organisieren, Terminvorgaben einhalten.

Fotografie studieren

Fotografie studieren kann man nur an wenigen Hochschulen in Deutschland. Grundständige Studiengänge im Bereich Fotografie gibt es zum Beispiel an folgenden staatlichen Hochschulen:

  • Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (Diplom-Studiengang Fotografie)
  • Hochschule Hannover (Fotojournalismus und Dokumentarfotografie)
  • Fachhochschule Bielefeld (Studienrichtung Fotografie und Bildmedien im Fachbereich Gestaltung)
  • Fachhochschule Dortmund (Fotografie)
  • Folkwang Universität der Künste Essen (Fotografie)
  • Hochschule der bildenden Künste Essen (Fotografie/Medienkunst)
  • Universität der Künste Berlin (Bildende Kunst)

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Fotografie)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung
ww.studienwahl.de

studiencheck.de

Studiengangspezifische Wissenstests (Checks) für die Aufnahme eines Studiums an einer bestimmten Hochschule
studiencheck.de/suche

Deutsche Gesellschaft für Photographie

Einen Überblick über Studiengänge, aber auch andere Ausbildungsmöglichkeiten gibt die Deutsche Gesellschaft für Photographie e.V.
www.dgph.de/foto-studium