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Ausbildungsberufe mit Tieren: Auch moralische Fragen berücksichtigen

Sich um Tiere kümmern, sie gesund pflegen, füttern oder in der Natur betreuen, sie halten und ihre Erzeugnisse verkaufen: Wer nach dem Abitur (noch) kein Studium aufnehmen möchte, aber trotzdem etwas mit Tieren machen will, kann aus einer großen Bandbreite an Ausbildungsberufen rund ums Tier wählen.

Ein Jäger im Laubwald mit seinen beiden Hunden (Foto: Jeremias König)

„Wenn junge Menschen zu mir kommen, die beruflich gerne etwas mit Tieren machen wollen, klären wir zunächst gemeinsam, was genau sie sich darunter vorstellen“, sagt Nicole Schmohl, Berufs- und Studienberaterin bei der Agentur für Arbeit Hannover. Bei der Wahl des passenden Berufs geht es neben den individuellen Interessen und Fähigkeiten vor allem auch um individuelle ethische Vorstellungen.

„Auch moralische Fragen sind bei der Arbeit mit Tieren wichtig“, betont die Expertin. Darunter fallen etwa Art und Weise der Tierhaltung oder allgemein die Frage, ob Tiere überhaupt als Nutztiere gehalten werden sollten. „Den einen geht es etwa um das Pflegen und Heilen von Tieren – in diesen Bereich gehören zum Beispiel tiermedizinische Fachangestellte. Andere verstehen darunter den Nutzen von Tieren, etwa als Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelspender. Darunter fallen unter anderem landwirtschaftliche Berufe, wie Tierwirt/in, aber auch Fleischer/in.“

Sind diese Eckpfeiler geklärt, kann die Suche konkretisiert werden. Übrigens muss die Berufswahl nicht immer auf den ersten Blick etwas mit Tieren zu tun haben: „Wer mit dem Gedanken spielt, im Bereich tiergestützter Therapie tätig zu werden, dem ist zunächst eine Ausbildung im sozialtherapeutischen Beruf anzuraten“, sagt die Berufs- und Studienberaterin. Ähnlich sei dies in Berufen aus dem Bereich Schutz und Sicherheit. „Wenn jemand zu mir kommt und zur Hundestaffel oder zur berittenen Polizei will, muss ich klarmachen, dass der Primärberuf, etwa Polizist bzw. Polizistin, im Vordergrund stehen muss.“

Gesundheitliche Aspekte berücksichtigen

Steht der Berufswunsch fest, sollte vor der Aufnahme der Ausbildung die Eignung geprüft werden. Tierpflegerinnen und -pfleger im Zoo beispielsweise sollten nicht nur über eine gute körperliche Fitness verfügen. „Wer unter Tierhaar- oder Pollenallergien und ähnlichem leidet und sich dem täglich im Beruf aussetzt, riskiert schwerere gesundheitliche Folgen. Im Gespräch suchen wir dann gemeinsam nach Ausbildungsalternativen“, sagt Nicole Schmohl. Nicht zu unterschätzen sei es außerdem, sich Informationen aus erster Hand zu verschaffen. „Ich rate den Schülerinnen und Schülern, Menschen aus dem Wunschberuf direkt anzusprechen und sie zu befragen. Nach meiner Erfahrung geben die meisten gerne Auskunft über ihren Job.“ Hierbei empfiehlt sie unter anderem eine Kontaktaufnahme über die jeweiligen Berufsverbände.

Die Chancen, einen Beruf rund ums Tier erlernen zu können, hängen stark vom Ausbildungsplatzangebot ab. Diese gestalten sich in den verschiedenen Berufen mit Tieren durchaus unterschiedlich, weiß Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit. „Beispielsweise erfreut sich der Beruf Tierpfleger unter den Bewerberinnen und Bewerbern großer Beliebtheit. Im vergangenen Jahr gab es hier 947 Interessenten pro 100 Ausbildungsplätze. Insgesamt wurden laut Bundesinstitut für Berufsbildung im Jahr 2020 624 neue Ausbildungsverträge in einer der drei Fachrichtungen abgeschlossen. 37 Prozent der Neu-Azubis hatten die (Fach-)Hochschulreife. Im Gegensatz dazu sind Ausbildungsstellen in der Tierwirtschaft nicht leicht zu besetzen. Hier gab es rechnerisch 29 Bewerber auf 100 Stellen.“ Generell habe sich der Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren für Berufe rund um das Tier stabil gezeigt. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verzeichnet in diesen Berufen von 2013 bis 2021 ein leichtes Plus.

Video: Tierpfleger/in Fachrichtung Zoo

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