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Ausbildungsberufe in der Logistik: Lieferketten am Laufen halten

Zu Land, zu Wasser und in der Luft: Güter werden auf verschiedenen Wegen rund um die Welt transportiert. Damit alles reibungslos ankommt, braucht die Logistikbranche zahlreiche Fachkräfte mit einer fundierten Ausbildung.

Zu sehen ist ein blaues Frachtschiff, dessen Ladeluke sich gerade öffnet. (Foto: Thorsten Mischke)

„Geld und Finanzen interessieren mich sehr“, sagt Alina Reichenwallner. Die 19-Jährige macht derzeit eine Ausbildung zur Finanzassistentin bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Bei ihr landen etwa Bausparverträge zur Finanzierung eines Hauses oder für den Kauf einer Wohnung. Wie man Bauspar- und Darlehensanträge bearbeitet oder Immobilien bewertet, lernt sie aktuell in ihrer Ausbildung. Auch im Kundencenter war sie bereits im Einsatz. „Die Büroarbeit gefällt mir, und der Kundenkontakt ist sehr interessant. Die Schalterarbeit in einer Bank wäre aber nicht so geeignet für mich gewesen, daher habe ich mich bei meiner Ausbildung für eine Bausparkasse entschieden.“

Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Zu sehen ist ein blaues Frachtschiff, dessen Ladeluke sich gerade öffnet. (Foto: Thorsten Mischke) Zu sehen ist ein blaues Frachtschiff, dessen Ladeluke sich gerade öffnet. (Foto: Thorsten Mischke)

Schifffahrtskaufleute teilen Besatzungsmitglieder ein, koordinieren Warenströme oder Berechnen Preise für die Verschiffung von Gütern.

Alternativ hätte Alina Reichenwallner ihr Interesse für Geld, neben einer Bank oder einer Bausparkasse, bei einer Versicherung, im Bereich Investment oder Steuern sowie bei Behörden wie dem Finanzamt oder der Bun-desbank einbringen können. Konkurrenz bekommen klassische Kreditinstitute und Versicherer zunehmend von Start-ups aus dem Fintech-Bereich, der Technologien verwendet, um finanzielle Aktivitäten zu verbessern.
„Die Premium-Ausbildung in der Finanzbranche ist nach wie vor aber die für Bankkaufleute“, weiß Jutta Gentsch, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Stuttgart. Bei den Versicherungen sind es die Kaufleute für Versiche-rungen und Finanzen, in der Immobilienbranche die Im-mobilienkaufleute. „Weniger bekannt und verbreitet ist der Beruf der Investmentfondskaufleute“, erklärt die Beraterin. „Aber in der Investmentbranche ist ein Studium sowieso meist die bessere Wahl für eine Karriere.“ Eine andere Möglichkeit, schneller auf der Karriereleiter aufzusteigen, sind Zusatzqualifikationen speziell für Abiturient*innen, etwa zum*zur Finanz- oder Immobilienassistent*in. „Außerdem kann man sich zum Fachwirt oder zur Fachwirtin für Bank, Finanzberatung, Finanzierung und Leasing oder Versicherungen und Finanzen weiterbilden“, erläutert Jutta Gentsch. „Oder man macht seinen Abschluss als Betriebswirt an einer Fachakademie oder nimmt nach der Ausbildung noch ein Studium auf.“ Doch auch schon während der Ausbildung können Interessierte ein duales oder ausbildungsintegriertes Studium beginnen, beispielweise BWL-Bank.

Egal für welchen Beruf rund um Kapitalanlagen man sich entscheidet: Eigenverantwortung, Entscheidungsfähigkeit und Problemlösungskompetenzen sind wichtige Eigenschaften für Auszubildende. „Immer wichtiger werden zudem soziale Kompetenzen“, erläutert Jutta Gentsch. „Die Kundenberatung nimmt eine zentrale Bedeutung in der Finanzbranche ein.“ Für den Vertrieb sollte man zudem Verkaufstalent mitbringen. Darüber hinaus nimmt die Digitalisierung in der Branche zu: „Automatisierte Prozesse, digitale Kommunikationswege, Kunden, die möglichst viel online erledigen möchten: Auszubildende sollten sich für neue Techniken und digitale Tools interessieren“, betont die Berufsberaterin.

Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt

Die Digitalisierung hat aber auch dafür gesorgt, dass die Beschäftigungszahl in der Finanzbranche merklich zu-rückgegangen ist – bei den Bankkaufleuten etwa um sieben Prozent, beziehungsweise 57.000 Stellen, seit 2013, so die Statistik der Bundesagentur für Arbeit. „Im Gegenzug gibt es bei Finanzanalysten und Finanzberatern einen Beschäftigungszuwachs“, sagt Ralf Beckmann, Arbeitsmarktexperte bei der Bundesagentur für Arbeit. „Trotz des Digitalisierungsdrucks ist Arbeitslosigkeit sehr selten. Die Arbeitslosenquote signalisiert in Bank- und Versiche-rungsberufen mit 1,0 Prozent Vollbeschäftigung.“

Rund 725.000 Menschen waren 2019 sozialversiche-rungspflichtig als Bankkaufleute, Versicherungskaufleute und in anderen Berufen im Bereich Versicherungs- und Finanzdienstleistungen beschäftigt. „Sie verkaufen Finanzprodukte wie Aktien, Fonds oder Kredite, kümmern sich um Baufinanzierungen und steuerliche Auswirkungen“, nennt Jutta Gentsch klassische Einsatzgebiete in Banken. In Versicherungsgesellschaften analysieren sie die Lebenssituation ihrer Kunden und beraten sie zu den Versicherungsprodukten und zum Vermögensaufbau. „Auch wenn sich der Kunde verändert, weil er heute dank des Internets viel besser informiert ist als früher, ist es nach wie vor Aufgabe der Beschäftigten in den Finanzunternehmen, Vertrauen zum Kunden aufzubauen, wenn es ums Geld geht.“

Info

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild berufenet.arbeitsagentur.de

Berufsausbildung und mehr

Hier kannst du nach schulischen und betrieblichen Berufsausbildungen recherchieren.
arbeitsagentur.de/berufsausbildung

Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

voeb.de

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. GDV

gdv.de

Deutscher Bankangestellten-Verband e.V. (DBV)

dbv-gewerkschaft.info