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Kauffrau für Dialogmarketing: Im Kundenservice und im Back Office

Sabrina Szeroka (29) absolviert bei der Hamburger Hochbahn AG die Ausbildung zur Kauffrau für Dialogmarketing – wegen ihrer beiden Kinder in Teilzeit.

Eingangsbereich des Kundencenters eines Verkehrsdienstleisters. (Foto: Martin Rehm)

Welche Karte muss ich kaufen, wenn ich außerhalb der Tarifzonen meiner Zeitkarte fahren möchte? Lohnt sich eher eine Vollzeit-Karte im Abo oder die ProfiCard für mich? Darf ich am Wochenende mit meiner Abo-Karte noch weitere Personen mitnehmen? – Mit Fragen wie diesen wenden sich etliche Hamburger*innen und Stadtbesucher*innen täglich an Sabrina Szeroka. Sie alle nutzen die Stadtbusse und U-Bahnen der Hamburger Hochbahn AG. Bei Fragen oder Problemen erwarten sie unverzügliche Hilfe und einen persönlichen Rat. Das Unternehmen ist der größte Dienstleister im Hamburger Verkehrsverbund (HVV).

Face-to-face oder per Auskunftstelefonie

Ein Porträt-Foto von Sabrina S. (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Sabrina S. (Foto: privat)

Sabrina Szeroka

Auf die Kundenberatung und den Verkauf der Produkte in den HVV-Servicestellen wird Sabrina Szeroka während ihrer Ausbildungszeit vorbereitet. Sie hat nun das zweite der insgesamt drei Ausbildungsjahre erreicht und schon eine Menge gelernt, unter anderem über die Nutzung verschiedener Hintergrundsysteme zur Verarbeitung von Kundendaten. „Toll ist, dass man bereits während der Ausbildung Kundenkontakt hat und schnell ins selbstständige Arbeiten hineinwächst“, berichtet sie. Zwar wurden einige HVV-Kundenzentren im Zuge der Corona-Pandemie geschlossen, einige blieben als Anlaufstellen für Kund*innen aber geöffnet. Die Beratung findet dort unter den üblichen Hygienevorschriften statt.

„Am meisten gefällt mir die Vielseitigkeit des Berufs. Wir beraten die Kunden mal face-to-face in den HVV-Servicestellen und mal über die Auskunftstelefonie. Außerdem gehören Tätigkeiten im Back Office zu meinen Aufgaben. So verarbeite ich beispielsweise Kunden- und Vertragsdaten.“ Am liebsten bedient sie die Abo-Hotline, bei der sie laufend telefonisch im Kundenkontakt ist. „Hier fühle ich mich total sicher und genieße auch das positive Feedback, wenn ich Kunden weiterhelfen konnte.“

Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) an einer Schule für Menschen mit Behinderung begann Sabrina Szeroka zunächst eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-Technischen Assistentin (PTA). Doch dann kam durch Familiennachwuchs alles anders. „Nachdem ich meine beiden Kinder bekommen hatte, konnte ich mir die Laborarbeit so nicht mehr vorstellen“, erzählt sie. Über eine Vermittlungsagentur stieß sie auf die Ausbildung zur Kauffrau für Dialogmarketing bei der Hamburger Hochbahn AG, die hier ausschließlich in Teilzeit möglich ist. „Arbeitszeiten, die sich gut mit meiner privaten Situation vereinbaren lassen und noch dazu viel Kontakt zu anderen Menschen – das klang perfekt.“

Ein berufsbegleitendes Studium als Option

Weil sie wegen der Betreuung ihrer Kinder auch einen triftigen Grund für die Teilzeit benennen konnte, erfüllte Sabrina Szeroka alle Voraussetzungen für diesen Ausbildungsplatz. Dazu gehören außerdem ein guter Schulabschluss sowie ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten. „Man sollte kontaktfreudig und konfliktfähig sein, aber vor allem natürlich Servicebereitschaft und Geduld mitbringen.“ Mehrsprachigkeit ist kein Muss, aber in ihrem Fall durchaus hilfreich – außer Deutsch spricht sie fließend Polnisch.

Ihre Arbeitswoche umfasst 30 Stunden. Jeweils dienstags und mittwochs hat sie Berufsschule, die restlichen Werktage ist sie bei der Hochbahn im Einsatz. Und die Idee mit dem Studium ist längst nicht vom Tisch. „Ich könnte mir gut vorstellen nach der Ausbildung eventuell berufsbegleitend Betriebswirtschaftslehre oder Personalmanagement zu studieren. Vor dem Abschluss werde ich das mal mit meinen Ausbildern besprechen und schauen, was sinnvoll ist.“

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