zum Inhalt

Bewerbung für eine Ausbildung: Wo und wann bewerben?

Du hast einen Ausbildungsberuf gefunden, der zu dir passt: Dann kannst du anfangen, dich zu bewerben! Verschaffe dir einen breiten Überblick über die Möglichkeiten, dein Berufsziel zu erreichen. Behalte dabei den Bewerbungsprozess und Termine im Auge.

Ein Kalender mit einem Stift (Foto: Martin Rehm)

Jetzt sind folgende Fragen wichtig: Wird der Beruf dual in Unternehmen und Berufsschule oder schulisch an einer Berufsfachschule ausgebildet? Möchtest du für die Ausbildung in deiner Region bleiben oder würdest du von zu Hause ausziehen? Wo findest du alle nötigen Infos? Geh am besten Schritt für Schritt vor. abi» zeigt dir wie.

Egal ob dual oder schulisch – bei deiner Bewerbung musst du dich an Formalien und Fristen halten und in der Regel die gleichen Bewerbungsunterlagen mit der gleichen Sorgfalt erstellen und einreichen. Der weitere Auswahlprozess verläuft jeweils in mehreren Stufen. Bei Schulen geht es dabei um Anmeldung und Aufnahmeverfahren. Bei der dualen Ausbildung um Vorstellungsgespräch oder Assessment-Center. Mehr dazu findest du in den weiteren Rubriken.

Deine Schritte zum Ausbildungsplatz:

  1. Fristen einhalten
  2. Stellenanzeigen finden
  3. Alternative Wege gehen
  4. Auswahl treffen
  5. Bewerbung erstellen und abgeben
  6. Auswahlverfahren meistern
  7. Zu- oder Absagen

» Download Fahrplan

Was ist konkret bei diesen Schritten zu tun?

1. Fristen einhalten

Wer eine Ausbildung machen möchte, sollte früh mit der Recherche möglicher Arbeitgeber oder Berufsfachschulen beginnen. Schon eineinhalb Jahre vor Beginn der Ausbildung beginnen größere Betriebe nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten zu suchen. Schulen und kleinere Unternehmen sind etwas später dran. Aber auch sie starten den Bewerbungsprozess spätestens am Anfang deines letzten Schuljahrs. Die Termine solltest du von Anfang an gut im Auge behalten.

» Übersicht „Berufswahl mit Plan" - Teil 1, Teil 2 (PDF-Downloads)

2. Anzeigen finden

Unternehmen veröffentlichen in der Regel Stellenanzeigen in gängigen Jobportalen, zum Beispiel in der Ausbildungsplatzsuche der Bundesagentur für Arbeit, und auf ihren eigenen Webseiten. Einige Betriebe inserieren in Lokalzeitungen. Nach Anbietern schulischer Ausbildungen sowie freien Plätzen kannst du bei „Berufsausbildung und mehr“ recherchieren. Willst du dich nur in deiner Region bewerben, kannst du die Suche in beiden Portalen enstprechend eingrenzen.

Übung: Welche Unternehmen bieten deine favorisierten Ausbildungsberufe an? Wo kannst du suchen. Welche Voraussetzungen musst du erfüllen? Nutze Check-U für deine Berufswahl und weitere Recherchen. Ergänzend sind die Links aus der Linkliste unten hilfreich. » Download Übung

3. Alternative Wege gehen

Du hast keine passende Anzeige im Internet oder in der Tageszeitung gefunden? Nicht alle Unternehmen und Schulen schreiben offene Ausbildungsplätze aus. Manche suchen auf Ausbildungsmessen oder sogenannten Speed Datings, die zum Beispiel Industrie- und Handelskammern anbieten, den Kontakt zu potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern. Beides gibt es auch als virtuelle Veranstaltungen. Ein Besuch lohnt sich! Im persönlichen Gespräch mit Personalverantwortlichen lassen sich schnell Detailfragen zum Bewerbungsverfahren klären.

Eine weitere Option ist die Initiativbewerbung. Frag im Freundeskreis, in der Familie oder bei Bekannten nach, ob sie ein Unternehmen kennen, das in deinem Wunschberuf ausbildet. Auch wenn offiziell keine freien Ausbildungsplätze angegeben sind, kannst du dich dort bewerben. Vielleicht findest du im Internet außerdem einen Betrieb, der ein für dich interessantes Produkt herstellt, eine Marke vertreibt oder einen bestimmten Service bietet. Schau dich auf der Firmenwebseite um und sammle Hinweise auf Berufswege im Betrieb. Um ganz sicher zu gehen, ruf vor deiner Bewerbung an und frag an, ob im gewünschten Beruf ausgebildet wird.

4. Auswahl treffen

Du hast mehrere potenzielle Ausbildungsbetriebe oder Berufsfachschulen gefunden? Gut! Überlege nun, wo du dich tatsächlich bewerben möchtest. Schau dir die Anzeigen genau an und hake ab, wie viel der gewünschten Voraussetzungen du erfüllst. Gut zu wissen: Es gibt Muss- und Kann-Anforderungen. Beim aufmerksamen Lesen der Stellenanzeige kannst du sie leicht voneinander unterscheiden.

» Praxisbeispiel: Anzeige richtig lesen

Wichtige Eckpunkte für eine Entscheidung

Findest du auch deine Wünsche in der Anzeige wieder? Bietet das Unternehmen an, was du dir beruflich vorstellst? Was ist dir am Wichtigsten? Mach dir spätestens jetzt Gedanken, welche Kriterien dein Ausbildungsplatz unbedingt erfüllen sollte und was für dich eher zweitranging ist.

  • Passgenauigkeit des Berufsziels
  • Unternehmensgröße und Mitarbeitendenzahl
  • Branche und Kunden
  • Produkte und Services
  • Nähe zu deinem jetzigen Wohnort
  • Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Internationale Ausrichtung
  • Atmosphäre im Unternehmen
  • Betriebliche Sozialleistungen
  • Angemessene Bezahlung

» Download Checkliste Kriterien bei der Arbeitgeberwahl

» So kannst du Infos über Unternehmen recherchieren

5. Bewerbung erstellen und abgeben

Nimm dir zuerst deine Favoriten vor und beginne mit der Erstellung der Bewerbungsunterlagen. Schneide dein Anschreiben auf den jeweiligen Adressaten zu. Auch der Lebenslauf sollte passgenau sein. Rufe bei der Schule oder beim Ausbildungsbetrieb an, wenn sich beim Schreiben Fragen ergeben. Vorteilhaft ist der Name einer Ansprechpartnerin oder eines Ansprechpartners, an die oder den du deine Bewerbung richtest. Wenn du dich bei deinen favorisierten Unternehmen beworben hast, kannst du bei Bedarf weitere Bewerbungen schreiben.

» Mehr zur Bewerbungsmappe

6. Auswahlverfahren meistern

Nach dem Versand deiner Unterlagen kann einige Zeit verstreichen, bis es weitergeht. Werde nicht ungeduldig. Zu rasches Nachhaken bringt meistens nichts. Im Gegenteil, du könntest unangehm auffallen. Hast du nach vier Wochen immer noch nichts gehört, frag nach: Bis wann ist eine Entscheidung geplant? Nutze die Zeit und bereite dich auf den Tag vor, an dem der Anruf mit einer Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, Test oder Assessment-Center kommt. Dann geht es weiter!

» Mehr zu Vorstellungsgespräch

» Mehr zu Tests und Assessments

7. Zu- oder Absage

Nach dem Vorstellungsgespräch oder einem Einstellungstest kann es meist erstmal wieder heißen: warten! Manche Unternehmen sagen Bewerberinnen und Bewerbern telefonisch zu, dass sie die Stelle antreten können, andere geben schriftlich bescheid. Hat es mit der Bewerbung (noch) nicht geklappt, solltest du dir das nicht zu sehr zu Herzen nehmen. Zweifle nicht an dir und deinen Fähigkeiten. Es klappt bestimmt beim nächsten Mal, gib nicht auf!

» Mehr zu Zu- oder Absage?

Statements

  • Porträt von Lisa Schneeberger

    Nach zwei bis drei Wochen bereits nach dem Stand des Bewerbungsprozesses zu fragen, ist bei großen Unternehmen wie Siemens zu voreilig. Besser ist es, frühestens nach vier Wochen in der Personalabteilung nachzuhaken.

    Lisa Schneeberger, Siemens Azubi Recruiting für die Region Mittelfranken
  • Silouette eines Mannes

    Es lohnt sich, persönlichen Kontakt aufzunehmen, bevor man eine Bewerbung abschickt oder abgibt.

    Ali Can Basatogrul, Azubi, Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung

Trage die Fakten zusammen und höre auch auf dein Bauchgefühl, wenn du dich für ein Unternehmen entscheidest.

Voting – Arbeitgeberbewertung

Dir liegen zehn Stellenanzeigen für Ausbildungen vor, die dich interessieren. Auf was wirst du besonders acht geben, wenn es darum geht, eine Auswahl für deine Bewerbung zu treffen? Suche dir ein Hauptkriterium aus.

Weitere Infos