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Handeln im Sinne der Natur

Detailaufnahme von Blättern in einem Dschungel.
Taous Titi arbeitete in Ghana an einem Projekt, das Schüler auf die Gefahren durch Umweltverschmutzung aufmerksam machen soll.
Foto: André Deco

Freiwilligendienst „naturweit“

Handeln im Sinne der Natur

Für Umwelt- und Naturschutz hatte Taous Titi (20) schon immer ein großes Interesse. Als der Naturfreiwilligendienst „naturweit“ ins Leben gerufen wurde, sah sie ihre Chance, sich in diesem Bereich zu engagieren. Für sechs Monate unterstützte sie als Freiwillige das „UNESCO Lake Bosomtwe Biosphere Reserve“ in Ghana.

Ich hatte generell nur wenig Erwartungen und habe auch bewusst versucht, diese vorab möglichst gering zu halten“, erklärt Taous Titi und ergänzt: „Schließlich waren wir die ersten, die im Rahmen des Projekts im Einsatz waren.“ Für die 20-Jährige kam das neue Freiwilligenangebot der deutschen UNESCO-Kommission genau zur richtigen Zeit. „Ich wurde durch ein Beratungsgespräch bei meiner örtlichen Agentur für Arbeit bereits in der Oberstufe auf den Freiwilligendienst ´kulturweit´ aufmerksam.“ Als sich die Abiturientin kurze Zeit später auf der Website der Organisation informierte, fiel ihr die Ausschreibung für den neu geschaffenen Naturfreiwilligendienst „naturweit“ ins Auge. Das Konzept gefiel ihr so gut, dass sie sich prompt bewarb. Die Auszeit sah sie als Chance, in einer ländlichen Gegend etwas zur Ruhe zu kommen.

Bewerbung, Vorstellung, Zusage

Ein Portrait-Foto von Taous Titi.

Taous Titi

Foto: Isai Bassene

Knapp vier Wochen nach der Bewerbung erhielt sie die Einladung zu einem Gruppen-Vorstellungsgespräch und landete anschließend auf einer Warteliste. „Die Zusage für meine Stelle im UNESCO Lake Bosomtwe Biosphere Reserve in Ghana erhielt ich erst Mitte Januar, knapp sechs Wochen vor dem Reisebeginn.“

Nach einem mehrtägigen Vorbereitungsseminar in Deutschland startete die 20-Jährige schließlich Mitte März in Richtung Ghana. Die ersten drei Wochen verbrachte sie in der Zentrale der „Water Ressources Commision of Ghana“ in Kumasi, bevor sie anschließend zum Lake Bosomtwe weiterzog. „In Kumasi wurden wir Freiwilligen thematisch in die Arbeit der Kommission eingearbeitet.“ Danach wurden sie für je zwei Monate einem der beiden den See umschließenden Bezirke zugeteilt.

Fachwissen gefragt

Kulturweit und darin inbegriffen auch der Naturfreiwilligendienst „naturweit“ wird durch das Auswärtige Amt gefördert. Darin inbegriffen ist die Erstattung von Kosten für Bewerbungsgespräch, Seminar sowie An- und Abreise zum Einsatzort. Darüber hinaus erhält jeder Freiwillige ein länderunabhängiges Taschengeld. Die Auswahl des Einsatzortes liegt dabei bei der Organisation. „Für jeden Teilnehmer wird auf Grundlage der Bewerbungsunterlagen ein Profil erstellt. Außerdem kann man angeben, ob praktische Arbeit – beispielsweise in der Landwirtschaft – für einen in Frage kommt“, berichtet Taous Titi.

Da das UNESCO Lake Bosomtwe Biosphere Reserve zuvor noch keinen Freiwilligen beschäftigt hatte, wurde Taous Titi zusammen mit einer weiteren Freiwilligen vor Ort nur mit kleineren unterstützenden Aufgaben bedacht, etwa Reporte für Meetings schreiben oder Poster für Soziale Netzwerke gestalten. Hiermit möchte man die Menschen, die in den Sozialen Netzwerken unterwegs sind, auf die aktuelle Umweltproblematik und Ressourcenknappheit in Ghana aufmerksam machen.

Daneben blieb viel Zeit für ein parallel laufendes Schulprojekt mit dem Ziel, die Schulen der Region über Umweltproblematiken aufzuklären. „Mein Projekt drehte sich um Abfallwirtschaft. Wir bastelten mit den Kindern beispielsweise Federmäppchen aus Plastik. In Ghana und speziell am Lake Bosomtwe ist die Verschmutzung durch Plastikmüll ein großes Thema.“

Positives Fazit

Zwar lief vor Ort nicht alles reibungslos und nach Plan, dennoch bereut Taous Titi nicht, Teil der ersten „naturweit“-Generation gewesen zu sein. „Ich habe so viel gelernt und mich selbst persönlich besser kennengelernt. Das möchte ich nicht missen. Außerdem wurden wir Freiwilligen in unserer Einsatzstelle sehr gut aufgenommen und durften in viele verschiedene Arbeitsabläufe hineinsehen.“

Zurück in Deutschland lebt sie ihre Leidenschaft zur Natur weiter aus und möchte ab Oktober einen Studiengang im Bereich Umwelt studieren. Nebenbei wird sie die Entwicklung des Freiwilligendiensts „naturweit“ weiterverfolgen. „Ich finde es klasse, dass ich jetzt die Ursprünge kenne und den Entwicklungsprozess in den kommenden Jahren verfolgen kann.“

abi>> 27.09.2019