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Mit „weltwärts“ ins Ausland

Engagement in Tansania

Eine völlig andere Kultur kennenlernen und gleichzeitig einen Freiwilligendienst absolvieren? Das konnte Elena Thewes (20) mit „weltwärts“, dem entwicklungspolitischen Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) realisieren. Für die junge Frau ging es sieben Monate lang in das ostafrikanische Land Tansania.

Elena Thewes und Schüler*innen des Roots & Shoots Programm arbeiten an einem Projekt.

Während ihres Dienstes bei der „Roots and Shoots“-Initiative unterstützte Elena Thewes Schülerarbeitsgemeinschaften, welche sich mit verschiedenen Projekten beschäftigten.

„Einen konkreten Anreiz, ausgerechnet einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst zu absolvieren, gab es für mich eigentlich nicht“, erzählt Elena Thewes. „Mir war von vorneherein klar, dass ich nach dem Abitur ein freiwilliges Jahr in Afrika absolvieren möchte und dafür ist ein entwicklungspolitisches Jahr eben perfekt“, findet sie. Das Programm von „weltwärts“ war ihr nicht unbekannt: „An meiner Schule haben ehemalige Freiwillige Vorträge gehalten. Meine Mutter arbeitet außerdem im Bereich des entwicklungspolitischen Engagements, weshalb ich schon einen Bezug zu weltwärts und Freiwilligenorganisationen hatte“, erklärt Elena Thewes.

Auf die Deutsch-Tansanische Partnerschaft e.V. (DTP) kam sie aber eher durch Zufall. „Mithilfe der Entsendeorganisationen-Suche auf der Website von weltwärts.de bin ich auf die Partnerschaft gestoßen und habe mich sofort beworben“, erinnert sie sich. Für die Abiturientin ging es von August 2019 bis März 2020 nach Tansania. Dort absolvierte sie ihren Freiwilligendienst beim Jane Goodall Institute.

Elena Thewes

„Die DTP ist eine kleine Organisation, deshalb ist alles sehr persönlich und familiär. Das hat mir gut gefallen“, begründet die Freiwillige ihre Wahl. Zur Bewerbung gehören ein Motivationsschreiben, ein Fragebogen zu den eigenen Interessen und Eigenschaften und ein Lebenslauf. Elena Thewes wurde anschließend zu einem Auswahltag mit insgesamt 30 Bewerber*innen eingeladen, wobei die Organisation prüft, ob die Bewerber*innen sich für einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst eignen. „Es gab eine Art Bewerbungsgespräch in einem Gesprächskreis. Das war alles sehr locker und entspannt“, erzählt die junge Frau.

Die Finanzierung des Einsatzes wird zu 75 Prozent vom Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit übernommen, den Rest bezahlt die Entsendeorganisation. Bei kleinen Organisationen ist es erwünscht, dass man selbst Spenden sammelt, wobei man einen Kreis aus Spender*innen aufbaut, um den eigenen Einsatz zu finanzieren. „Vor Ort bekommen wir Freiwilligen ein kleines Taschengeld, welches für die täglichen Bedürfnisse ausreicht. Geld für Freizeitaktivitäten ist darin aber nicht enthalten“, erklärt die 20-Jährige.

Der Einsatzort von Elena Thewes war in Daressalam. In der ersten Woche erkundete sie die Großstadt. Es hat etwas gedauert, bis die Freiwillige sich eingewöhnt hat: „In Tansania läuft alles langsamer, zum Beispiel ist Pünktlichkeit nicht so wichtig wie in Deutschland. Für mich war auch neu, dass die Menschen hier viel offener und sehr herzlich sind. Es fühlte sich an, als würde ich in eine große Familie aufgenommen werden“.

Während ihres Dienstes bei der „Roots and Shoots“-Initiative des Jane Goodall Institutes unterstützte sie Schülerarbeitsgemeinschaften, welche sich mit verschiedenen Projekten zu den Themen Tier- und Umweltschutz beschäftigten, sowie Aktionen, die den gemeinschaftlichen Zusammenhalt stärken. So gab es zum Beispiel Recyclingaktionen oder es wurden Bäume gepflanzt.

„Wir Freiwilligen haben den Schülern bei ihren Projekten geholfen, indem wir ihnen zum Beispiel Materialien zur Verfügung stellten“, erklärt Elena Thewes. Das Ziel von „Roots and Shoots“ ist es, die Kinder und Jugendlichen auf Umweltprobleme aufmerksam zu machen, nachhaltiges Verhalten zu fördern und sie für Nachhaltigkeit generell zu sensibilisieren. Aber auch bei Aufgaben abseits der Projekte mit den Kindern konnte sie  sich einbringen. Zum Beispiel hat sie bei der Bepflanzung von Verkehrsinseln und beim Säen, sowie bei der Bewässerung von Bäumen in der Baumschule im Naturcenter in Pugu mitgeholfen.

„Eines meiner Lieblingserlebnisse war die Arbeit im Mangrovenwald, wobei ich gelernt habe, wie wichtig dieser Lebensraum ist. Dabei haben wir nach Plätzen gesucht, an denen man gut Mangrovenbäume pflanzen kann. Generell habe ich das ganze Ökosystem sehr eindrücklich erlebt“, schwärmt Elena Thewes.

Trotz der ganzen Arbeit blieb Zeit für Freizeitaktivitäten. „Ich war regelmäßig im Tanzkurs, später auch beim Yoga und habe mich oft mit Freunden getroffen. Außerdem war ich mehrmals auf Sansibar“, erzählt die junge Frau und ergänzt: „In Daressalam finden viele Events und Kulturveranstaltungen statt, daher kann man wirklich viel unternehmen.“

Als Anfang März die Corona-Pandemie auch in Afrika an Bedeutung gewann, war es zunächst unklar, ob Elena Thewes den Freiwilligendienst fortführen kann. Ende März wurde ihr dann aber mitgeteilt, dass alle Freiwilligen in wenigen Tagen nach Deutschland ausreisen müssen.

Einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst kann Elena Thewes sehr empfehlen: „Ich habe viel über mich selbst gelernt und mich persönlich weiterentwickelt. Natürlich muss man sich gegenüber neuen Erfahrungen öffnen.“ 

„weltwärts“ ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst des BMZ und richtet sich an Leute zwischen 18 und 28 Jahren (bei Menschen mit Behinderungen 35 Jahre), die sich für mehrere Monate in einem Land Asiens, Afrikas, Lateinamerikas, Ozeaniens oder Osteuropas engagieren möchten. Interessierte bewerben sich direkt bei der Entsendeorganisation, wobei sich Bewerbungs- und Auswahlverfahren je nach Organisation unterscheiden können.
weltwaerts.de

Stand: 07.05.2021

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