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Berufe im Online-Handel: Fit für das Business mit den Klicks

Der Online-Handel boomt seit Jahren – und gerade jetzt in der Corona-Krise umso mehr. Für Abiturient*innen ist es zugleich ein interessantes Beschäftigungsfeld mit verschiedenen Möglichkeiten für eine Ausbildung oder ein Studium.

Zwei Hände tippen auf einer Tastatur eines Laptops auf dem ein Internetshop zu sehen ist. (Foto: Hans-Martin Issler)

Melisa Özcan (20) studiert E-Commerce an der FH Wedel bei Hamburg. Ein Studiengang, der aktuell nur an sechs Hochschulen angeboten wird. Für die private, staatlich anerkannte Hochschule hat sie sich aus mehreren Gründen entschieden: „Die Lern- und Vorlesungsgruppen sind hier sehr klein, sodass man sich intensiver mit dem vermittelten Stoff auseinandersetzt und einen direkteren Kontakt zu den Lehrenden hat. Am Ende überzeugt hat mich die Möglichkeit, das Studium dual zu absolvieren.“

In ihrem Fall kooperiert die Hochschule dabei mit dem Onlinehändler OTTO. „Beim dualen Studium werden die Studiengebühren vom Praxispartner übernommen und ich erhalte zusätzlich ein Gehalt von OTTO. Auch das war für mich ausschlaggebend.“ Bei der nicht-dualen Option wären an der privaten Hochschule derzeit 1.560 Euro Gebühren pro Semester fällig.

Projekte in Theorie und Praxis

Portraitfoto von Melisa Özcan. (Foto: Jeff-Guillaume Hackbarth) Portraitfoto von Melisa Özcan. (Foto: Jeff-Guillaume Hackbarth)

Melisa Özcan

Die Studierenden können gleich zu Beginn einen Schwerpunkt wählen: Wirtschaft oder Informatik. „Ich persönlich interessiere mich besonders für Marketing, deshalb habe ich mich für Wirtschaft entschieden“, erklärt Melisa Özcan. „Doch beides ist hier gar nicht so strikt voneinander getrennt. So lerne ich trotzdem etwas Informatik und einige Programmiersprachen kennen.“ Besonders gefällt ihr die Themenvielfalt des Studiengangs. „Wir haben auch Vorlesungen in Mathematik, Betriebswirtschaftslehre, Recht und Datenbanken, aber vor allem natürlich zum Thema E-Commerce. Dazu zählen zum Beispiel Module wie Web Technologien, Digital Marketing oder Web Analytics.“ Sie ergänzt: „Zudem ist der Studiengang sehr praxisbezogen. Bei OTTO habe ich in den ungefähr siebenwöchigen Praxisphasen schon viele Projekte absolviert, unter anderem eins zum Thema User Experience Design.“

Für die Zeit nach dem Abschluss verspricht sich die Studentin gute Perspektiven. „Am Ende des Studiums bin ich sehr breit aufgestellt und kann die unterschiedlichsten Arbeiten ausführen, zum Beispiel User Experience Management, Online Marketing Management, Web Analytics oder Produktmanagement – je nachdem, was mich am meisten begeistert.“

Studium oder Ausbildung

Porträtfoto von Ute Haupt. (Foto: privat) Porträtfoto von Ute Haupt. (Foto: privat)

Ute Haupt

Wer lieber an einer staatlichen Hochschule E-Commerce studieren möchte, kann sich für die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) entscheiden, wo dies dual oder in Vollzeit möglich ist. Spezialisierte Studiengänge wie dieser oder zum Beispiel „Data Science & Artificial Intelligence“ an der FH Wedel – auch dual möglich – sind eine Möglichkeit, auf akademischer Ebene Zugang zum Berufsfeld Onlinehandel zu finden. „In die Welt des E-Commerce führen außerdem viele weitere Studiengänge“, sagt Ute Haupt von der Bundesagentur für Arbeit in Hamburg. „Ein klassisches Beispiel ist BWL mit Schwerpunkt Marketing. Je nachdem, für welches Berufsfeld man sich interessiert, kommen auch Studiengänge wie Kommunikationswissenschaften, Journalismus, Wirtschaftspsychologie, Wirtschaftsinformatik, Informatik oder Mediendesign in Frage.“

Als typisches Berufsziel nennt die Beraterin Onlinemarketing-Manager/in. „Diese Fachkräfte sorgen dafür, dass das Unternehmen und seine Produkte von Kunden im Internet wahrgenommen werden und sich gut verkaufen. Dazu steuern und koordinieren sie Bereiche wie etwa Search Engine Marketing, Affiliate oder Mobile Marketing.“ Content-Manager/innen wiederum befassen sich mit der Planung und Präsentation der Onlinemedien und analysieren die Effektivität: Werden Kunden angesprochen und wird genug verkauft? Erreichbarkeit, Aufbereitung, schnelle Auffindung und Wirkung der Online-Auftritte stehen hier im Fokus.

Social-Media-Manager/innen wiederum kümmern sich um die Social-Media Kommunikation. Sie sorgen für einen hohen Bekanntheitsgrad des Unternehmens und seiner Produkte über die entsprechenden Kanäle wie unter anderem Instagram oder Reddit.

Spezialisten und Generalisten

Beim E-Commerce geht es immer um den Verkauf von Produkten im passenden Format, auf dem richtigen Online-Kanal und zum richtigen Zeitpunkt. „Dazu gehört immer Planung, Monitoring und Erfolgskontrolle“, ergänzt Ute Haupt. „Wer internet- und technikaffin ist und hier seine berufliche Zukunft sucht, kann über viele Wege einen Einstieg finden.“ Sie weist noch auf etwas Grundsätzliches hin: „In großen Unternehmen werden die Aufgaben meist auf Spezialisten verteilt, während in kleinen Betrieben oder Startups eher Generalisten eingesetzt werden, die eine Kombination aus wirtschaftlichem, technischem und kreativem Verständnis mitbringen müssen.“

Wie die Perspektiven in der Branche aussehen, erklärt Claudia Suttner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. „Zur Jahresmitte 2020 waren in Deutschland 2,4 Millionen Personen im Einzelhandel sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Davon arbeiteten 148.000 im Versand- und Online-Einzelhandel. Der Handel per Versand oder Internet zeichnet sich durch ein besonders starkes Wachstum aus: Seit 2013 ist die Zahl der Beschäftigten hier um 81 Prozent gestiegen.“ Bei der Struktur der Beschäftigten stellt sie beträchtliche Unterschiede fest. „Während im klassischen Einzelhandel vier von fünf Beschäftigten Fachkräfte sind, sind es im Versand- und Onlinehandel nur gut zwei von fünf Beschäftigten.“

Im Jahr 2020 ist auch die Zahl der Stellen im E-Commerce gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen – offensichtlich aufgrund der durch die Corona-Pandemie geltenden Kontaktbeschränkungen. „So waren im Jahresdurchschnitt 2020 bei der Bundesagentur für Arbeit im Versand- und Internethandel 2.800 Arbeitsstellen gemeldet – ein Minus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr“, ergänzt Claudia Suttner. Im Gesamtbild ist dies noch ein moderater Rückgang. „Der Stellenbestand über alle Branchen hinweg weist ein Minus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.“

Weitere Informationen

Studiensuche

Die Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit hilft dir bei der Auswahl von Studienort und Studienfach.
arbeitsagentur.de/studiensuche

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung. Im finder kannst du nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
studienwahl.de

BERUFE.TV

Filmportal der Bundesagentur für Arbeit.
berufe.tv

Hochschulkompass

Infoportal der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zu deutschen Hochschulen, deren Studien- und Promotionsmöglichkeiten sowie internationale Kooperationen.
hochschulkompass.de

AusbildungPlus

Portal des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zu dualen Studiengängen und Ausbildungsangeboten mit Zusatzqualifikation.
ausbildungplus.de

Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V.

bevh.org

Bundesverband Onlinehandel e.V.

bvoh.de

E-Commerce - eco Verband

eco.de