zum Inhalt

Sporttherapeutin: Für jeden die richtige Therapie

Als Sporttherapeutin hat Corinna Wießner ihren Traumjob gefunden: Die 28-Jährige beschäftigt sich den ganzen Tag mit Sport und Bewegung.

Eine junge Frau unterrichtet in einer Sporthalle. (Foto: Lennart Preiss)

Nach dem Abitur hat Corinna Wießner zunächst eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht und in der Verwaltung einer Klinik gearbeitet. „Dass ich dort mit Patienten zu tun hatte, gefiel mir gut. Aber das Sitzen am Schreibtisch fiel mir sehr schwer, da ich mich gerne viel bewege“, erinnert sie sich. Also entschied sie sich für den Sportstudiengang „Bewegung und Gesundheit“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen. „Die Mischung aus Sport, Medizin, Biochemie und Psychologie passte perfekt“, sagt die Absolventin, die an ihr Bachelorstudium direkt einen Master in Klinischer Sportphysiologie und Sporttherapie angeschlossen hat, ebenfalls an der Universität Gießen. Während des Bachelorstudiums absolvierte sie ein Praktikum bei der Median-Klinik Am Südpark Bad Nauheim und bekam anschließend das Angebot für eine Teilzeitstelle, die sich gut mit dem Masterstudium kombinieren ließ. Seit ihrem Masterabschluss im Dezember 2020 arbeitet Corinna Wießner nun in Vollzeit als Sporttherapeutin bei der Klinik.

Ein Kurs nach dem anderen

Portraitfoto einer Frau, die neben einem Skelett steht und zwei Bälle in den Händen hält. (Foto: Cornelia Wießner) Portraitfoto einer Frau, die neben einem Skelett steht und zwei Bälle in den Händen hält. (Foto: Cornelia Wießner)

Corinna Wießner

„Das Schöne an dieser Klinik ist, dass es eine große Bandbreite an Patienten und Patientinnen gibt: aus der Kardiologie, der Orthopädie und der Psychosomatik. Jeder benötigt andere sporttherapeutische Angebote“, erklärt Corinna Wießner. Im Halbstundenrhythmus veranstaltet sie Kurse für die unterschiedlichen Gruppen. „Morgens bekomme ich meinen Plan, wer wann dran ist, und dann folgt ein Kurs auf den anderen.“ Die Patient*innen aus der Kardiologie, die gerade eine Herzoperation hinter sich haben, machen je nach Fitnessstand zum Beispiel Zirkeltraining, Hockergymnastik oder Ballspiele. Betroffene aus der Orthopädie, die etwa eine neue Hüfte erhalten haben, führt sie durch die Wassergymnastik oder das Lauftraining auf dem Parcours im Klinikpark. Patient*innen der Psychosomatik, die wegen seelischer Belastungen körperliche Beschwerden haben, kommen zum Beispiel zum Dehnen am Morgen oder zur Wirbelsäulengymnastik.

„Jeder Tag ist anders. Ich liebe den Umgang mit den Patienten. Vor allem zu den älteren habe ich einen guten Draht“, sagt die 28-Jährige. Im Gegensatz zu ihren Kolleg*innen, die Einzelanwendungen durchführen, muss sie nur in Ausnahmefällen Dokumentationen über den Fortschritt der Patient*innen schreiben – zum Beispiel wenn sie Übungen am Ergometer machen. Dann kontrolliert die Therapeutin den Puls und achtet darauf, dass es nicht zu Überanstrengungen kommt. „Ansonsten kann ich meine Kurse frei gestalten und das machen, was meinen Teilnehmern gerade guttut.“

Im Rehabereich gut aufgehoben

Die Arbeit als Sporttherapeutin ist genau das Gegenteil zu ihrem früheren Job im Büro. „Das ist genau das, was ich mir als sportlicher Mensch gewünscht hatte“, betont Corinna Wießner. Mit ihrem Studienabschluss als Sportwissenschaftlerin hat sie viele weitere Möglichkeiten, zum Beispiel im Leistungssport, als selbstständige Therapeutin mit einer eigenen Praxis oder als Personal Trainer für Privatpersonen. „Im Moment fühle ich mich aber im Rehabereich bestens aufgehoben“, zieht sie Zwischenbilanz. „Ich kann Menschen helfen, gesund zu werden, und bekomme so viel von meinen Patienten zurück.“ Mit mehr Berufserfahrung könnte sie sich auch vorstellen, Abteilungsleiterin zu werden. Bis dahin werden aber noch viele therapeutische Kurse vor ihr liegen.