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Lehramt Grundschule: Spielerische Wissensvermittlung

Nach ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr entschied sich Leoni Bächle (22) für das Grundschullehramt. Sie studiert an einer Pädagogischen Hochschule in Baden-Württemberg.

Eine Frau schreibt das Wort "Grundschule" an die Tafel. (Foto: Armin Weigel)

Nach dem Abitur war sich Leoni Bächle noch nicht sicher, was sie beruflich machen möchte. Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) brachte Klarheit: „Ich habe an einer Förderschule für Kinder mit geistigen Behinderungen gearbeitet. Neben meinen Einsätzen bei den älteren Kindern hatte ich auch Kontakt zu Grundschülern und Kindergartenkindern. Das bestärkte mich in meinem Wunsch, Grundschullehrerin zu werden“, erzählt die 22-Jährige. Sie bewarb sich an verschiedenen Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg, probierte es mit unterschiedlichen Fächerkombinationen und erhielt schließlich die Zusage in Freiburg. Hier studiert sie nun die Fächer Deutsch und Religion sowie Mathematik als Grundbildung.

Als Auswahlkriterium für den Studienplatz gelten sowohl die Abiturnote als auch Sozialpunkte, die Bewerber*innen zum Beispiel für soziales Engagement oder für ein FSJ bekommen. Außerdem ist es in Baden-Württemberg Pflicht, den Online-Test „Career Counselling for Teachers“ (CCT) zu absolvieren. Durch die Antworten im Test kann man seine persönlichen Eignung und Motivation für den Beruf als Lehrkraft einschätzen. Das Ergebnis wird der Hochschule jedoch nicht bekanntgegeben, nur die angehenden Studierenden haben Zugriff darauf.

Bachelor- und Masterstudium

Das Lehramtsstudium für Grundschulen dauert in Baden-Württemberg sechs Semester im Bachelor- und vier Semester im Masterstudium, wobei die zwei letzten Semester bereits Teil des Referendariats sind. „Inhaltlich lernen wir sowohl Fachliches gemäß unseren Studienfächern als auch didaktische Inhalte“, berichtet Leoni Bächle, die sich derzeit im ersten Semester des Masterstudiums befindet. Im Fach Bildungswissenschaften werden die Themen Psychologie, Pädagogik, Erziehungswissenschaften und Inklusion behandelt. Die Grundbildung in Mathematik wird im Bachelorstudium abgeschlossen, die anderen Fächer werden im Masterstudium vertieft.

Bestandteile des Studiums sind ein dreiwöchiges Orientierungspraktikum nach dem ersten Semester und ein halbjähriges Praktikum im Praxissemester: „Hier habe ich schon einen guten Einblick in die Lehrtätigkeit bekommen“, sagt Leoni Bächle. Nachdem sie die Lehrkräfte eine Weile bei ihrer Arbeit beobachtet hatte, durfte sie selbst unterrichten. „Der spielerische Zugang zum Wissen und die Arbeit mit den interessierten und wissbegierigen Kindern haben mir viel Spaß gemacht“, erinnert sich die Lehramtsstudentin. Während des Unterrichts sitzen meist andere Studierende mit im Klassenzimmer, sodass alle voneinander lernen können.

In den Beruf hineinschnuppern

Wo Leoni Bächle im Frühjahr 2022 als Referendarin eingesetzt wird, steht noch nicht fest. „Das richtet sich nach den Fächerkombinationen und sozialen Kriterien, wenn man zum Beispiel eine Familie hat oder Angehörige pflegen muss“, erklärt die Studentin. An einem Seminarstandort in Baden-Württemberg wird sie auf jeden Fall arbeiten, denn das Lehramt ist Ländersache, sodass ein Wechsel in ein anderes Bundesland immer mit ein wenig Aufwand verbunden ist.

Leoni Bächle freut sich auf jeden Fall über ihre Studienwahl und ist gespannt auf ihre künftigen Aufgaben. Lehramt-Interessierten rät sie, möglichst früh ins Unterrichten reinzuschnuppern – am besten vor dem Studium. „Denn bis zum Praxissemester vergeht einige Zeit. Wenn man dann erst feststellt, dass die Lehrtätigkeit doch nicht das Richtige ist, ist es schon reichlich spät, um sich noch umzuentscheiden.“