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Geologie/Mineralogie: Geologische Studien im Gelände

Ein Handstück schlagen, kartieren, Fossilien sammeln: An ihrem Bachelorstudiengang Geologie/Mineralogie schätzt Johanna Kubasch besonders die praktischen Erfahrungen, die sie im Gelände sammeln kann. abi>> erzählt die 24-Jährige, warum sie sich für dieses naturwissenschaftliche Studium an der TU Bergakademie Freiberg entschieden hat.

Eine junge Frau sitzt in einer Felsöffnung. (Foto: privat)

Als sie eines Nachts von ihrem Zeltlager irgendwo in Indonesien aus beobachtete, wie ein Vulkan rotglühende Lava spuckte, wurde Johanna Kubasch klar: Sie möchte Geologie studieren und sich mit der Struktur und Zusammensetzung des Erdkörpers befassen. Das war während einer mehr als einjährigen Weltreise, die sie nach dem Abi machte. Um sich diesen Traum finanzieren zu können, hatte sie zuvor zwei Jahre im Ausland gearbeitet.

Exkursionen und Praktika

Ein Porträtfoto von Johanna K. (Foto: privat) Ein Porträtfoto von Johanna K. (Foto: privat)

Johanna Kubasch

Zwischen Jobben und Reisen besuchte sie einen Tag der offenen Tür an der sächsischen TU Bergakademie Freiberg und war schon damals sehr angetan vom Bachelor-Studiengang „Geologie/Mineralogie“. „Ich wollte unbedingt etwas machen, bei dem ich draußen unterwegs sein und reisen, andere Länder entdecken und Sprachen lernen kann“, berichtet die 24-Jährige. Derzeit verbringt sie zwei Auslandssemester in Andalusien, um ihre Spanischkenntnisse zu verbessern und etwas über die geologischen Besonderheiten dieser Region zu erfahren.

Die zahlreichen Exkursionen und Praktika, die ein Geologie-Studium mit sich bringt, reizen sie besonders. „Wer sich für diesen Studiengang interessiert, muss bereit sein, im Gelände zu arbeiten – und sich auch schon mal schmutzig zu machen“, sagt sie lachend. Für manche Praxiserfahrung müssen die Studierenden der TU Freiberg nicht weit weg: Die Uni verfügt über ein eigenes Forschungs- und Lehrbergwerk. Im naheliegenden Tharandter Wald schlug Johanna Kubasch ihr erstes „Handstück“, eine etwa handgroße Gesteinsprobe. Im Modul Paläontologie sammelte sie in der Fränkischen Alb Fossilien. Und um zu erproben, wie man geologische Strukturen kartiert, kampierte sie eine Woche in Bayern. Auch ein Geländepraktikum an der Ostsee gehört zum Studium. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte es zuletzt nicht stattfinden, sie hofft aber, es nachholen können.

Physik, Chemie und Mathe

Neben spannenden Ausflügen steht auch Theorie auf dem Modulplan: „Im ersten Semester geht es vor allem um Grundlagen in Physik, Chemie und Mathe und man erhält einen ersten groben geowissenschaftlichen Überblick“, berichtet die 24-Jährige. Danach werden die Module spezifischer, beschäftigen sich beispielsweise mit Geodynamik und Tektonik oder der Fernerkundung, andere führen in die Mineralogie und die Kristallographie ein. Dass die Uni auch „Geowissenschaftliche Mikroskopie“ anbietet, findet Johanna Kubasch sehr gut: „Mikroskopieren muss man intensiv lernen und üben, damit man es im Beruf richtig anwenden kann.“

Wenn sie aus Spanien zurückkommt, befindet sich Johanna Kubasch in ihrem fünften Fachsemester, was bedeutet, dass sie sich für mehrere Wahlpflichtmodule entscheiden darf. Besonders interessant findet sie die Lagerstättengeologie fester, flüssiger und gasförmiger Energierohstoffe wie Kohle oder Erdöl. Außerdem möchte sie sich näher mit der Hydrogeologie, also der Lehre von den Erscheinungen des Wassers in der Erdkruste, beschäftigen. Bei beiden Schwerpunkten kann sie sich vorstellen, sie in einem Master an der TU Freiberg zu vertiefen. „Die Geologie ist ein so weites Feld – da möchte ich mich auf jeden Fall auf einen Teilbereich spezialisieren, bevor ich ins Berufsleben starte.“