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E-Health: Hightech im Dienste der Medizin

Ein Studium an zwei interessanten Standorten, die Kombination der spannenden Fächer Medizin und Informatik sowie ein großer Anwendungsbereich in einem zukunftsweisenden Fach – Despina Hatzopoulou (20) ist begeistert von ihrem Studium der Medizininformatik.

Bildschirmaufnahme Programmierung (Foto: Axel Jusseit)

Sie hatte etwas ganz anderes im Sinn, als sie sich den Campus der Uni Heidelberg ansah: Despina Hatzopoulou  wollte Mathematik und Sport auf Lehramt studieren. Am Mathematik-Campus wurde dann unter anderem auch für Frauen in MINT-Fächern geworben. Sie entdeckte einen Flyer für den Studiengang „Medizininformatik“, der hier in Kooperation mit der Hochschule Heilbronn angeboten wird – und war sofort begeistert.

„Ich hatte immer Interesse an Medizin und technischen Fächern“, sagt sie. „Die Kombination dieser spannenden Fächer an zwei  interessanten Standorten war für mich der ausschlaggebende Punkt, umzuschwenken.“ Diese Begeisterung hat sie auch im fünften Semester ihres Bachelorstudiengangs nicht verloren, ganz im Gegenteil: „Die Medizinische Informatik ist ein florierender Zweig.“

Mit dem Abschluss werden sich für die 20-Jährige vielfältige berufliche Möglichkeiten eröffnen. „Ich kann praktisch jeden anderen Informatik-Job annehmen – auch außerhalb der Medizin.“ Besonders ansprechend findet sie, dass an der Hochschule sowohl ein starker Praxisbezug als auch enger Kontakt mit den Professor*innen gegeben ist. 

Arbeitsteilung zwischen den Hochschulen

Ein Porträtfoto von Despina Hatzopoulou. (Foto: privat) Ein Porträtfoto von Despina Hatzopoulou. (Foto: privat)

Despina Hatzopoulou

Alle medizinischen Fächer des Studienganges werden an der Universität in Heidelberg unterrichtet. In den ersten Semestern sind dies die Grundlagen der Anatomie und Biochemie, später die Anwendungsbereiche der Informatik in der Medizin. „In den ersten Semestern haben wir gelernt, wie ein Mediziner denkt, später dann, wie eine Software in der Medizin verwendet wird und wie man anwenderfreundlich programmiert“, berichtet die gebürtige Aalenerin. Das beinhaltet etwa die medizinische Dokumentation und Methodologie. Weitere Bereiche sind das Management von Dokumentationssystemen im Gesundheitswesen, also Programme, die von medizinischen Einrichtungen wie Arztpraxen, Krankenkassen oder Kliniken benötigt werden.

Die Hochschule in Heilbronn übernimmt in der Kooperation alle technischen Fächer. Despina Hatzopoulou: „In den ersten zwei Semestern haben wir die Grundlagen der Informatik gelernt. Vorkenntnisse waren dabei nicht vonnöten.“ Sie selbst hatte nicht einmal in der Schule an Programmierkursen teilgenommen. „Trotzdem war das für mich gut zu schaffen.“

In den höheren Semestern kommen dann Inhalte der theoretischen Informatik hinzu, außerdem Algorithmen und Datenstrukturen, Software Engineering sowie Datenbank- und Informationssysteme. Neben der  Informatik gehören Mathematik, Physik, Elektrotechnik, aber auch BWL und Recht zu den Fächern, die im Studium auf dem Lehrplan stehen.

Bereits ab dem zweiten Semester wird das Wissen in Projekten praktisch angewendet. „Eines unserer ersten Projekte war eine Software für ein Krankenhaus, zum Erstellen von Dienstplänen und zur Dokumentation“, berichtet Despina Hatzopoulou. Aktuell läuft ein Projekt, bei dem die Studierenden ein neonatales Monitoringsystem entwickeln, ein Überwachungssystem für Frühgeborene, das alle überlebenswichtigen Geräte abbildet, etwa EKG, Sauerstoffversorgung und Alarmsysteme. Diesen Praxisbezug schätzt sie an ihrem Studium: „Dass wir tatsächlich etwas programmieren, das wir hinterher in der Hand haben – das gibt es an der Uni, soweit ich das von Bekannten mitbekommen habe, nicht in dieser Art.“

Bachelorarbeit in E-Health

Mit dem Blick auf ihren Abschluss im Sommer ist sie sich sicher, dass sie ihre Bachelorarbeit dem Bereich E-Health widmen wird. „Ich möchte eine Software entwickeln, die direkt vom Nutzer angewendet wird, etwa eine Gesundheits-App, einen Fitness-Tracker oder ein Programm für den Praxisbetrieb.“ Und nach dem Studium? „Erst einmal arbeiten. Der Abschluss bietet so vielfältige Möglichkeiten und ich denke, wenn ich erst einmal in der Branche gearbeitet habe, kann ich das Spektrum besser einschätzen und mich entscheiden, in welche Richtung ich gehen möchte.“ Sie will auf alle Fälle im medizinischen Bereich bleiben. Andere Absolvent*innen dieses Fachs arbeiten nach ihrem Abschluss auch im Handelsbereich oder anderen Branchen.

Despina Hatzopoulou denkt an die Uniklinik Heidelberg oder eine der vielen kleinen Softwarefirmen im medizinischen Bereich. Und wenn sie den Überblick über die vielen Möglichkeiten kennt, dann kann sie sich auch vorstellen, noch einen Master an der Hochschule Heilbronn zu machen.

E-Health im Studium

Unter dem Begriff E-Health werden alle Anwendungen zusammengefasst, die für die Behandlung und Betreuung von Patient*innen die Möglichkeiten der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien nutzen. Studiengänge, die auf eine Tätigkeit im Bereich E-Health vorbereiten, kombinieren medizinisches, informatisches, sozialwissenschaftliches, betriebswirtschaftliches und gesundheitswissenschaftliches Wissen. Wer sich für das Thema interessiert, studiert entweder den gleichnamigen Studiengang, der unter dieser Bezeichnung an den Unis Flensburg, Stralsund und Aalen angeboten wird. Zum Ziel kommt man auch mit den Fächern Medizinische Informatik, Digital Health Management, Gesundheitstechnik, Health Tech, Informationsmanagement im Gesundheitswesen oder Medizinisches Informationsmanagement.