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Finanzmathematik studieren: Abstrakte Zahlen und konkrete Anwendungen

Lina Bohse (22) studiert Finanzmathematik an der Technischen Universität Chemnitz. Dabei spielen auch Wirtschaftswissenschaften und Informatik eine große Rolle.

Detailaufnahme von Formeln an einer Tafel. (Foto: Katharina Kemme)

Maßgeschneiderte Digitalisierungslösungen für Banken und mittelständische Unternehmen aller Branchen entwickeln – damit beschäftigt sich Lina Bohse im Bachelorstudiengang Finanzmathematik. Sie befindet sich im sechsten und somit letzten Semester an der Technischen Universität (TU) Chemnitz. „Im Rahmen meines Praxiswahlmoduls gehe ich bald für acht Wochen in eine auf IT spezialisierte Firma in Chemnitz, um Erfahrungen im Produktmanagement zu sammeln“, erzählt die 22-Jährige. Weil sich ihr Studium ansonsten ausschließlich der Theorie widmet, nutzt sie diese Möglichkeit, um Anwendungen im Berufsleben kennenzulernen.

Von Analysis bis Stochastik

Foto: privat Foto: privat

An der Hochschule wurde der Studiengang Finanzmathematik zum Wintersemester 2021/22 mit dem Studiengang Wirtschaftsmathematik zusammengelegt. „Mein Studium enthält jedoch auch schon viele Anteile der Wirtschaftsmathematik“, sagt Lina Bohse. Nach wie vor geht es darum, Mathematik speziell auf die Welt der Finanzen und die Wirtschaft anzuwenden. Darauf werden die Studierenden umfassend vorbereitet. „Zunächst hatten wir allgemeine mathematische Fächer wie zum Beispiel Analysis und Lineare Algebra, Statistik, Stochastik, außerdem die grundlegenden Module in Wirtschaftswissenschaften wie zum Beispiel Mikroökonomie und Makroökonomie.“ Schon ab dem ersten Semester können auch Module belegt werden, bei denen es um die Anwendung dieses Basiswissens auf den Finanzsektor und die Wirtschaft geht. „Daher haben wir auch Fächer wie zum Beispiel ‚Mathematische Modelle in den Wirtschaftswissenschaften‘ oder ‚Stochastische Finanzmärkte‘.“ Außerdem spielt Informatik in ihrem Studium eine wesentliche Rolle.

Bei den anwendungsorientierten Modulen können die Studierenden sich auch für Vertiefungen entscheiden. „Da kann man sich aussuchen, was einen am meisten interessiert und sich zum Beispiel entscheiden, ob man das Mathematische oder das Wirtschaftswissenschaftliche stärker vertiefen möchte“, ergänzt Lina Bohse. „Ich selbst habe unter anderem die Vertiefungsmodule ‚Lebensversicherungsmathematik‘ und ‚Optimierung‘ gewählt.“

Ein Faible für Zahlen

Ihr Faible für Zahlen entdeckte die Studentin bereits in der Oberstufe des Gymnasiums: „Ich hatte einen sehr guten Mathelehrer, daher hat mir das Fach viel Spaß gemacht. Und als ich mit 18 Jahren mein erstes Kontodepot mit eigenem Portfolio bei einem Online-Broker eröffnet habe, konnte ich schon ein bisschen mit Aktien handeln.“. Weil sie diese Dinge spannend fand, informierte sie sich, was man alles mit Mathematik studieren kann. „Im Handbuch ‚Studienwahl‘ habe ich dann diesen Studiengang gefunden und bin froh, ihn gewählt zu haben.“

Um einen Platz zu bekommen, reichte ihre Hochschulzugangsberechtigung aus. „Man braucht aber auf jeden Fall Spaß an Mathe und viel Geduld. Denn gerade am Anfang dauert es, bis man richtig reinkommt.“ Dafür stehen ihr nach dem Abschluss viele Möglichkeiten offen. „Ich habe mich schon entschieden, noch einen Master in diesem Bereich zu machen. Anschließend könnte ich mir eine Tätigkeit in der Versicherungsbranche oder im Investmentbanking vorstellen.“

Finanz- und Wirtschaftsmathematik studieren

Insgesamt 56 Studiengänge im Bereich „Finanz- und Wirtschaftsmathematik“ listet studienwahl.de (Stand: 10/2021). Unter dieser Bezeichnung ist der Studiengang beispielsweise an der Technischen Universität (TU) Braunschweig zu finden (als Bachelor- und Masterstudium). An den meisten Hochschulen heißt der Bachelor- oder Masterstudiengang schlicht „Wirtschaftsmathematik“. Zu finden sind aber auch Bachelorstudiengänge wie „Wirtschafts-/Technomathematik“ an der Technischen TU Clausthal. Außerdem gibt es hierzu spezielle und teils englischsprachige Masterstudiengänge wie z. B „Blockchain & Distributed Ledger Technologies“ an der Hochschule Mittweida oder „Stochastic Engineering in Business and Finance“ an der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) München. Generell handelt es sich dabei um Schnittstellenstudiengänge, die Grundlagenwissen in Mathematik, Informatik und Wirtschaftswissenschaften vermitteln.

Weitere Infos

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
berufenet.arbeitsagentur.de

Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit

In der Studiensuche kannst du recherchieren, welche Studiengänge an welchen Hochschulen in Deutschlang angeboten werden. 
www.arbeitsagentur.de/studiensuche

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier findest du Informationen über Studienmöglichkeiten in ganz Deutschland.
studienwahl.de