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Interkulturelle Kommunikation: Berufsziel: Interkulturelle Trainings

Ein Auslandsjahr nach dem Abi brachte Hannah Stupp auf ihren Studienwunsch. Die 24-Jährige studiert Interkulturelle Kommunikation an der Technischen Universität (TU) Chemnitz.

Auf einer Tafel sind mehrere bunte Sprechblasen in unterschiedlichen Sprachen

Kritische interkulturelle Kommunikation, postkoloniale Theorien, Rassismus, Kultur und Sozialtheorie, Methoden der qualitativen Sozialforschung – darum geht es im „kleinen Fach“ Interkulturelle Kommunikation. „Es ist ein Studiengang, der zum kritischen Hinterfragen anregt“, erzählt Hannah Stupp, die sich nun im siebten von regulär sechs Fachsemestern befindet. Zwei Module beinhalten Fremdsprachen: Pflicht sind jeweils drei Englischkurse und drei Kurse in weiteren Sprachen. „Die weiteren Fremdsprachen kann man sich aussuchen und kombinieren. Ich selbst habe mich für Französisch und Chinesisch entschieden.“

Praktikum in Vietnam

Ein Porträt-Foto von Hannah Stupp Ein Porträt-Foto von Hannah Stupp

Hannah Stupp

Auf das dritte Semester entfällt ein obligatorisches Auslandssemester oder ein Auslandspraktikum. Aufgrund der Coronapandemie können die Studierenden das Semester aktuell an der TU Chemnitz als auslandsorientiertes Semester ablegen. Hannah Stupp verbrachte diese Zeit für ein Auslandspraktikum in einem Deutsch-Center in Vietnam. Um dort auf eine Prüfungsleistung zu kommen, belegte sie nebenbei an der örtlichen Universität zwei Seminare in den Bereichen Humangeographie Ostmitteleuropas sowie Kultur- und Mediengeschichte. „Während des Praktikums habe ich unter anderem Deutschunterricht gegeben“, erzählt sie. Um sich auf diese Aufgabe vorzubereiten, nahm die Studentin vorher an einem Seminar zum Thema Deutsch als Fremdsprache teil. „Inzwischen weiß ich aber, dass ich beruflich lieber in Richtung Interkulturelle Trainings gehen möchte.“

„Alle im Studium kennen sich“

Als Hannah Stupp bei ihren Internetrecherchen auf den seltenen Studiengang stieß, war ihr Interesse geweckt. „Nach meinem Auslandsjahr nach dem Abi wollte ich etwas im Bereich Internationales oder Interkulturelles studieren. Das verpflichtende Auslandssemester war ein Grund für meine Entscheidung“, erinnert sie sich. In einem kleinen Fach eingeschrieben zu sein, hat für sie einige Vorteile: „Die Betreuung durch die Dozenten ist sehr gut und es entsteht schnell eine Gemeinschaft, in der sich alle kennen.“ Gerade Letzteres könnte für andere auch ein Nachteil sein, meint sie, „etwa, wenn man es an der Uni lieber anonym mag. Außerdem fällt es eher auf, wenn Studierende in den Seminaren fehlen.“

In ihrem Umfeld stößt Hannah Stupp oftmals zunächst auf Unverständnis, wenn sie von ihrem Studium erzählt: „Am Anfang merke ich immer, dass sich andere unter meinem Fach gar nichts vorstellen können. Doch wenn ich erkläre, worum es geht und was man damit machen kann, verstehen es die meisten dann doch.“ Auf den Berufseinstieg fühlt sie sich gut vorbereitet. „Hilfreich war schon mal das Auslandspraktikum, außerdem habe ich einen Hiwijob an der Uni. Dadurch setzte ich Gelerntes aus dem Studium gleich praktisch um.“

Engagement in Initiativen

Außerdem gibt es an der TU Chemnitz viele Initiativen, in denen die Studierenden sich engagieren können. „Ich habe eine gefunden, die gut zu meinen Berufsvorstellungen passt, und zwar koordiniere ich die Interkulturellen Trainings, die wir veranstalten“, erklärt Hannah Stupp. „Durch die ehrenamtliche Arbeit sammle ich schon einige Erfahrungen.“ Der Bachelorabschluss ist für die Studentin nun schon greifbar, gerade schreibt sie ihre Abschlussarbeit, in der sie sich mit der Repräsentation migrierter Menschen in Facebook-Posts einer politischen Partei beschäftigt. Außer dem Bereich Interkulturelle Trainings hätte sie auch noch Alternativen für den beruflichen Weg. „Gefallen würde mir, Menschen auf Auslandsaufenthalte jeglicher Art vorzubereiten oder in einem internationalen Hochschulzentrum zu arbeiten.“