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Fach- oder Führungskarriere?: Fachexperte für ein Thema

Man muss keine Führungskraft sein, um Karriere zu machen – so wie Christian Pasche. Der 35-Jährige kümmert sich bei der Deutschen Bahn AG um die Beschäftigungsbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Leiterin bei der Besprechung mit einem Teamkollegen. (Foto: Axel Jusseit)

Karriere machen. Das hieß lange Zeit: nach und nach mehr Verantwortung übernehmen und für immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig sein. Meist war der Maßstab für eine Karriere die Zahl der geführten Mitarbeitenden. Doch so eine Führungskarriere ist längst nicht mehr der einzige Weg – man kann auch eine sogenannte Fachkarriere anstreben.

Christian Pasche ist ein gutes Beispiel dafür. Der 35-Jährige arbeitet bei der Deutschen Bahn AG in der Konzernleitung. Dabei hat er aber kein großes Team unter sich, sondern ist Experte für Beschäftigungsbedingungen. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung kümmert er sich um alle Fragen, die mit den tarifvertraglichen und sonstigen Bedingungen für die Belegschaft zu tun haben: von Entgelt und Zulagen bis hin zu betrieblicher Altersvorsorge und Arbeitszeitregelungen.

  • Ein Porträt-Foto von Christian P.

    Für diese Aufgaben ist es entscheidend, dass man sich überaus gut in dem Themengebiet auskennt.

    Christian Pasche

Komplexer Aufgabenbereich

Fast 220.000 Menschen arbeiten in Deutschland im DB-Konzern. Allerdings gelten dabei nicht für alle dieselben Rahmenbedingungen. „Wir haben dutzende Tarifverträge und unterschiedliche Regelungen für verschiedene Berufsgruppen“, erklärt Christian Pasche. „Das ist ein sehr komplexer Bereich.“

Wenn zum Beispiel eine neue Prämie eingeführt werden soll, ist das Wissen des 35-Jährigen gefragt. Für welche Leistung wird diese Prämie gezahlt und in welchen Berufsgruppen? Was muss darüber hinaus beachtet werden?

Auch bei Tarifverhandlungen sind Christian Pasche und seine Abteilung involviert. „Wir bereiten Tarifrunden vor, erarbeiten Vorschläge zu einzelnen Aspekten und klären, wie man etwas konkret umsetzen kann.“ Wie beispielsweise ein Wahlmodell zwischen mehr Urlaubstagen oder höherem Entgelt realisiert werden kann, das hat Christian Pasche mit im Blick.

Diese Beispiele aus seinem Arbeitsalltag zeigen außerdem, warum es für den Konzern so wichtig ist, Fachleute wie ihn zu haben. „Für diese Aufgaben ist es entscheidend, dass man sich überaus gut in dem Themengebiet auskennt“, sagt Christian Pasche. Als Fachexperte kann er sich auf diese komplexen Sachverhalte konzentrieren und dafür sorgen, dass etwa bei Tarifverhandlungen keine Fehler gemacht werden. 

Personalführung gehört nicht dazu

Dabei helfe, lange in einem Fachbereich zu bleiben. Gut sei außerdem, dass man sich auf diese inhaltlichen Aufgaben konzentrieren könne, ohne sich noch mit der Führung von Personal zu beschäftigen. Christian Pasche ist sich sicher: „All das hilft, um das Unternehmen voranzubringen.“

Dass er mal eine Fach- und keine Führungskarriere machen würde, ahnte der 35-Jährige zu Beginn seines Berufslebens nicht. Nach seinem Abitur 2006 im brandenburgischen Seelow absolvierte er erst ein Bachelorstudium „European Studies“ an der Universität Passau, bevor er in Budapest einen Master in „Political Science“ an der Central European University dranhängte.

Seine erste Stelle war ebenfalls in Ungarn, wo er bei einer globalen Unternehmensgruppe zunächst in der internen Kommunikation und zurück in Deutschland schließlich im Bereich „Vergütung und Nebenleistungen“ arbeitete. „Ich habe festgestellt, dass mich das Thema interessiert, auch privat“, erinnert er sich.

Allerdings merkte er auch, dass „Karriere machen“ dort hieß, regelmäßig die Position zu wechseln und Führungsaufgaben zu übernehmen. „Das war für mich eher nicht interessant, ich wollte mich in einen Themenbereich vertiefen.“

Fachlich tief im Thema eingearbeitet

Ende 2018 wechselte er zur Deutschen Bahn AG, wo damals die Stelle frei wurde, die er bis heute hat. Es dauerte einige Monate, bis er sich in die Tarifverträge des Konzerns eingearbeitet hatte, und noch immer kommen neue Herausforderungen auf den 35-Jährigen zu. Egal, ob es neue Tarifverträge sind oder ob durch die Pandemie zum Beispiel das Thema Homeoffice in den Vordergrund gerückt ist.

Regelmäßig fragen beispielsweise Personalverantwortliche nach, wie eine bestimmte Regelung in einem Tarifvertrag umzusetzen ist oder was sie im Fall von Mitarbeiterin A oder Mitarbeiter B beachten müssen. „Als Experte für ein Thema muss man fachlich sehr tief eingearbeitet sein und gleichzeitig in der Lage, komplizierte Themen für alle Beteiligten verständlich zu kommunizieren.“

Da Christian Pasche glücklich in seiner aktuellen Position ist, will er das in den nächsten Jahren auch nicht verändern. „Ich möchte noch mehr Wissen und Erfahrungen sammeln“, sagt er. 

Weitere Informationen

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