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Mit der fachgebundenen Hochschulreife an die Universität: Vorkenntnisse aus der Schule

Mit der fachgebundenen Hochschulreife erhalten Absolvent*innen die Hochschulzulassung für die Fächer der Schulfachrichtung an allen Universitäten und Fachhochschulen. Julia (22) studiert damit im zweiten Semester Klinische Pflege an der Universität Trier.

Ein Arzt bindet den Arm einer Patientin für die Narkose ab. (Foto: Isabella Fischer)

„Ich wollte schon immer etwas mit Menschen machen“, erzählt die Studentin. „Im Beruflichen Gymnasium in Aachen habe ich meine fachgebundene Hochschulreife in der Fachrichtung Soziales und Gesundheit gemacht. Dort haben Praktika und Fächer wie Psychologie und Gesundheitswissenschaften mein Interesse an der Pflege geweckt“, erzählt sie.

Entscheidung für die Universität

Ein Porträt-Foto von Julia. (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Julia. (Foto: privat)

Julia

Mit ihrem Schulabschluss hat Julia die Hochschulzugangsberechtigung an Universitäten und Fachhochschulen in ihrer Fachrichtung erworben. In manchen Bundesländern hätte sie sogar alle Fächer an Fachhochschulen studieren können. Auf der Suche nach einem Studienplatz hat die Studentin allerdings bewusst eine Universität gewählt: „Mich interessiert das wissenschaftliche Forschen“, begründet sie. „Außerdem denke ich, dass man sich an Universitäten das Studium freier organisieren kann.“ Aufgrund des Modulhandbuchs des Bachelorstudiengangs Klinische Pflege der Universität Trier traf sie die Entscheidung: „Der Studiengang verbindet optimal meine drei Interessengebiete Pflege, Psychologie und Biomedizin.“

Da der Studiengang nicht zulassungsbeschränkt ist, war die Einschreibung in Trier mit ihrem Schulabschluss unkompliziert. Sie studiert nun in einem kleinen Studiengang: „Dadurch, dass wir so wenige sind, haben wir einen sehr engen Kontakt zwischen den Kommilitonen untereinander und zu den Professoren“, erzählt Julia. „Mir gefällt das wissenschaftliche Arbeiten, das wir im ersten Semester gelernt haben, aber auch die fachlichen Inhalte. Besonders interessant ist der praktische Unterricht im Labor, wo wir an Pflegepuppen üben dürfen.“

Vorteile durch schulische Vorkenntnisse

Das Studium fällt ihr durch die Vorkenntnisse aus der Schule leichter: „Im Gegensatz zu Kommilitonen mit allgemeiner Hochschulreife hatte ich zu Studienbeginn in vielen Fächern schon eine gute Grundlage“, findet die Studentin. „Das reicht natürlich nicht, um Prüfungen zu bestehen, aber hat den Einstieg in die vertiefenden Themen erleichtert.“

Nach dem Bachelorstudiengang möchte Julia noch ihren Master machen. „Ich würde gerne in Richtung Pflegepädagogik gehen und später in Schulen des Gesundheitswesens Fächer aus Gesundheit und Pflege unterrichten.“

Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern

„Mit der fachgebundenen Hochschulreife kann man seine Fachrichtung an Fachhochschulen und an Universitäten studieren“, weiß Mandy Lorsch, Berufsberaterin der Jugendberufsagentur in Zossen. Das betrifft beispielsweise die Bereiche Agrarwirtschaft, Technik, Wirtschaft, Gesundheit, Soziales oder Gestaltung. Für welche Fachrichtung der Abschluss gilt, ist in der Regel auf dem Zeugnis vermerkt. Auf den Informationsseiten der Bundesländer zur Studienzulassung findet sich oftmals eine Zuordnung der Fachrichtung zu möglichen Studiengängen.

Die Beraterin ergänzt: „In manchen Bundesländern stehen sogar alle Studiengänge an Fachhochschulen offen.“ So kann man sich in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein auch ohne Fachbindung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften einschreiben. „Man sollte sich genau informieren, welche Möglichkeiten man mit seinem fachgebundenen Abschluss hat und welche Regelungen im eigenen oder im Bundesland des Wunschortes gelten“, rät Mandy Lorsch. „Im Zweifel hilft eine Beratung an der Hochschule vor Ort.“