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Vor dem Abi an die Uni: Orientieren vor dem Studieren

Ihre Wunschuniversität hat sich Eileen Dierner (21) noch vor dem Studium vorgeknöpft. An den Studieninfotagen der Universität Erlangen-Nürnberg hat sie sich eine Woche lang vom Studienangebot vor Ort inspirieren lassen und schließlich die richtige Entscheidung getroffen.

Ein Student betritt die Uni. (Foto: Martin Rehm)

„Einfach mal hautnah erleben, wie sich die Uni anfühlt“, das hat sich Eileen Dierner noch in der 11. Klasse vorgenommen. In dieser Zeit war der Kopf noch frei vom Abistress. Die Internetseiten der Hochschulen fand die Schülerin damals nicht übersichtlich genug, um an alle für sie relevanten Informationen heranzukommen. Die Studieninfotage der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wurden von ihrem Gymnasium beworben und boten sich als gute Gelegenheit, das Unileben kennenzulernen. Die große Uni mit ihren zahlreichen Fakultäten konnte Eileen Dierner damals noch vor Corona in Präsenz erleben.

Mehrere Studiengänge besuchen und abhaken

Besonders schön fand Eileen Dierner, dass ihre Jahrgangsstufe in dieser Woche von der Schule freigestellt wurde, um möglichst viele Veranstaltungen zu besuchen. „Gut war, dass man bei allen Studiengängen vorbeischauen konnte, auch wenn man sich für sie nur am Rande interessiert hat.“ Auf ihrer Liste standen Studiengänge wie Nordische Philologie, Psychologie oder Buchwissenschaften. Einige konnte die junge Frau direkt nach den Einführungsveranstaltungen für sich ausschließen. „Manche Profs haben uns Literatur zum Einlesen empfohlen und dadurch habe ich gemerkt, welcher Studiengang weniger zu mir passt, als ursprünglich gedacht.“

Eindrücke setzen lassen

Die vielen Eindrücke, sei es von den verschiedenen Fakultäten, der Stadt, den Professorinnen und Professoren und Gebäuden, waren für Eileen Dierner zuerst ziemlich überfordernd. Nach den Infotagen hatte sie lange nicht das Gefühl, den richtigen Studiengang für sich gefunden zu haben. „Mich hat nichts wirklich überzeugt“, erinnert sie sich.

Es folgte ein langer Prozess, um sich über ihre Zukunftspläne klar zu werden. Die Infoveranstaltungen hatte die 21-Jährige allerdings immer noch im Kopf. Ihre Entscheidung für eine Hochschule und den richtigen Studiengang ist über die Zeit in ihr gereift: „Und dann habe ich mir gedacht, dass Buchwissenschaften doch etwas für mich wären.“ Als besonders hilfreich erwies sich bei der Wahl vor allem der Vortrag ihres heutigen Professors. „Ohne die Veranstaltung hätte ich den Studiengang nie bemerkt und könnte mir unter Buchwissenschaften nach wie vor wenig vorstellen“, erzählt sie.

  • Eileen Dierner

    Ohne die Veranstaltung hätte ich den Studiengang nie bemerkt und könnte mir unter Buchwissenschaften nach wie vor wenig vorstellen

    Eileen Dierner

Einige Fragen bleiben dennoch offen

Obwohl man einen guten ersten Einblick bekommt, dürfe man von den Info- und Orientierungsveranstaltungen dennoch nicht erwarten, dass sich das komplexe Thema Studium einem plötzlich völlig erschließt, findet Eileen Dierner. „Ich fand es super, dass sich die Studiengänge inhaltlich vorgestellt haben, das System Uni war mir allerdings weiterhin schleierhaft: Ich wusste nicht, wie es mit den Stundenplänen läuft und was überhaupt ECTS-Punkte (Leistungspunkte) sind“, erinnert sie sich.

Viele Veranstaltungen wegen Pandemie online

Nun studiert Eileen Dierner bereits im dritten Semester Buchwissenschaften sowie English and American Studies. Im Unikosmos kennt sie sich mittlerweile bestens aus. Doch auch für sie gab es in diesem Semester eine Premiere: Nach einem Jahr digitalem Studium kann sie die Kurse und Vorlesungen nun endlich in Präsenz besuchen. Obwohl sie in den meisten Hörsälen zum ersten Mal sitzt, kommt ihr die Hochschule von ihrem letzten Besuch bei den Studieninfotagen dennoch vertraut vor.

Den kleinen Abstecher an die Hochschule vor dem eigentlichen Studium kann Eileen Dierner deshalb jedem empfehlen. „Das erleichtert einem den Einstieg, alles wirkt nicht mehr ganz so fremd und man kann sich besser orientieren.“