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Master – ja oder nein: Lohnt es sich?

Viele Studierende machen nach ihrem Bachelor automatisch mit dem Master weiter und starten erst dann ins Berufsleben. Dabei war das gar nicht die ursprüngliche Idee, wie Studienberater Stefan Hatz von der Universität Greifswald erzählt.

Ein leerer Hörsaal mit hochgeklappten Stühlen (Foto: Frank Pieth)

Im Durchschnitt beginnen 60 Prozent der Bachelorabsolventinnen und -absolventen noch ein Masterstudium. Das geht aus dem Bericht „Bildung in Deutschland 2020“ hervor, der von der Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen Universitäten und Fachhochschulen: An Universitäten entscheiden sich etwa 90 Prozent der Absolventinnen und Absolventen für ein Masterstudium, an Fachhochschulen sind es etwa 40 Prozent.

Wer braucht ein Masterstudium?

„Bei bestimmten akademischen Berufen gehört der Master einfach dazu“, erklärt Studienberater Stefan Hatz von der Universität Greifswald. „Beim Lehramt zum Beispiel ist der Master obligatorisch.“ Je nach Bundesland erwerben die Studierenden neben dem Master of Education dabei noch zusätzlich das Staatsexamen.

Auch für andere Berufsbilder, etwa im Bereich des öffentlichen Dienstes oder in der Psychotherapie, braucht man einen Master. Wer eine Hochschul- oder Forschungskarriere anstrebt kommt um einen Masterabschluss – und eine anschließende Promotion – ebenfalls nicht herum.

Es gibt jedoch auch Bereiche, in denen ein Master zwar nicht verpflichtend, aber durchaus sinnvoll ist, um sich zu spezialisieren und die Berufsaussichten zu verbessern, beispielsweise in Fächern wie Biologie, Chemie oder Physik. Der Studienberater rät, sich vorher gut zu informieren. „Grundsätzlich hilft es immer zu überlegen: Wo will ich eigentlich mal hin?“

Welcher Master passt zu mir?

Das Gesicht eines Mannes vor grünem Hintergrund (Foto: Detlef Albrecht) Das Gesicht eines Mannes vor grünem Hintergrund (Foto: Detlef Albrecht)

Zur Auswahl stehen zwei unterschiedliche Arten des Masterstudiums: das weiterführende und das weiterbildende.

„Weiterführend heißt: Ich komme in diesen Master nur rein, wenn ich einen ganz bestimmten Bachelorabschluss habe. Um einen Master in Biologie zu machen, brauche ich in der Regel einen Bachelor in Biologie“, erklärt der Studienberater. Ein weiterbildender Master wie beispielsweise zielt hingegen nicht darauf ab, die Kenntnisse im selben Bereich zu vertiefen, sondern zusätzliche Qualifikationen zu erwerben. In solchen Studiengängen können Studierende aus ganz unterschiedlichen Bachelor-Fachrichtungen zusammenkommen, allerdings wird dafür in der Regel Berufserfahrung vorausgesetzt. Zum Beispiel beschäftigen sich Bachelorabsolventinnen und -absolventen im Masterstudiengang „Zukunftsforschung“ mit Entwicklungsstrukturen und der wissenschaftlichen Analyse von Zukunftsbildern, die sich auf ihr jeweiliges Fachgebiet übertragen lassen.

Einige Masterstudiengänge sind zulassungsbeschränkt, können also nur eine begrenzten Zahl Studierender aufnehmen. „Da haben die Hochschulen freie Hand, wie sie diese Auswahl treffen. Manche orientieren sich nur an der Bachelor-Note, andere auch an der Erfahrung im beruflichen Bereich oder an einem Motivationsschreiben.“ Ein Wechsel von einer Fachhochschule an eine Universität ist im Master problemlos möglich, sofern die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind.

Master mit Berufserfahrung

In Deutschland ist der Übergang vom Bachelor zum Master bei den meisten Studierenden fließend. Das war aber ursprünglich gar nicht so gedacht, klärt Stefan Hatz auf: „Die Idee war, nach dem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss erste Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt zu sammeln. Dann, nach beliebig langer Zeit, sollte der Master die Möglichkeit geben, diese Erfahrungen noch einmal an der Hochschule auf einem akademischen Niveau zu reflektieren.“

In jedem Fall gilt: Wer einen Master machen will, muss viel wissenschaftlich arbeiten. Der akademische Anspruch baut auf dem auf, was man im Bachelor schon kennengelernt hat. „Der Bachelor ist das Grundstudium, dort gibt es das Handwerkszeug. Im Masterstudium kann man seine Schwerpunkte dann stärker selbst setzen. Aber das wissenschaftliche Arbeiten sollte einem liegen. Man muss sich fragen: Kann ich mir vorstellen, eigene Fragestellungen zu entwickeln oder Ergebnisse zutage zu fördern, die noch niemand zutage gefördert hat?“, betont Stefan Hatz.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.500 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.

berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung. Hier findest du Informationen zu den Studienmöglichkeiten in Deutschland und alle Infos rund ums Studieren.

studienwahl.de

Studiensuche

Die Studiensuche der Bundesagentur für Arbeit hilft dir bei der Auswahl von Studienort und Studienfach.

con.arbeitsagentur.de/prod/studiensuche/suche

Hochschulkompass

Infoportal der Hochschulrektorenkonferenz. Über das Kriterium „Abschluss“ kannst du gezielt nach Masterstudiengängen suchen.

www.hochschulkompass.de/