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Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik: Rundumschlag in der Verkehrsplanung

Der Studiengang Verkehrsingenieurwesen war Philip Kühl (21) viel zu theoretisch. Also sattelte er um und begann eine Ausbildung zur Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik. Für den Wuppertaler genau die richtige Wahl.

Vogelperspektive auf eine Straßenkreuzung mit Kreisverkehr und Brücke Modellbau (Foto: Axel Jusseit | Bundesagentur für Arbeit)

Seit dem Sommer 2021 ist der 21-jährige Auszubildende beim Kompetenz-Center für Baustellen- und Verkehrssicherung bei Zeppelin Rental in Köln beschäftigt. Doch er wird nicht nur in seinem eigenen Unternehmen eingesetzt, sondern lernt bei verschiedenen Verbundbetrieben. Bei dieser Form der Ausbildung ergänzen sich Unternehmen gegenseitig, da sie ihren Azubis auf diese Weise unterschiedliche Inhalte und Kompetenzen vermitteln können, die am Ende ein großes Ganzes ergeben.

„In meinem Ausbildungsbetrieb lerne ich zum Beispiel bautechnisches Zeichnen und Konstruieren, Verwaltungsabläufe im Straßen- und Verkehrswesen und die Abwicklung von Baumaßnahmen“, fasst Philip Kühl zusammen. Für das bautechnische Berechnen, die Lage- und Höhenvermessungen sowie das Erstellen von planungs-, bau- und umweltrechtlichen Unterlagen sind die Verbundunternehmen zuständig. „Im ersten Ausbildungsjahr verbringe ich einen Großteil meiner Arbeitszeit bei zwei Verbundpartnern, einem Vermessungsbüro und einer Autobahnmeisterei“, erklärt er.

  • Porträt von Philip Kühl

    Momentan bin ich vor allem bei den Planzeichnern und fertige dort mit den Kolleginnen und Kollegen Verkehrszeichenpläne an.

    Philip Kühl, angehende Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik

Spaß am Zeichnen und Vermessen

Doch auch in seinem eigenen Ausbildungsbetrieb ist Philip Kühl im Einsatz: „Momentan bin ich vor allem bei den Planzeichnern und fertige dort mit den Kolleginnen und Kollegen Verkehrszeichenpläne an.“ Von den Inhalten und Fertigkeiten, die er bisher kennengelernt hat, interessieren ihn besonders Zeichnen und Vermessen. Das könnte sich noch ändern, denn sein Ausbildungsplan sieht für die nächsten Jahre unterschiedliche Schwerpunkte vor: Im ersten Jahr lernen die Azubis ein Gelände aufzumessen und darzustellen, im zweiten Jahr eine Straße zu planen und zu entwerfen, im dritten Jahr werden sie sogar ein komplettes Verkehrsnetz planen.

Die praktischen Ausbildungsinhalte werden ergänzt durch theoretischen Unterricht. Dafür besucht Philip Kühl regelmäßig das Berufskolleg in Gelsenkirchen, in dem die Einheiten im Blockunterricht vermittelt werden. „Der thematische Schwerpunkt im ersten Ausbildungsjahr ist der Bau eines Einfamilienhauses mit Garage“, sagt der 21-Jährige. „Dabei gibt es verschiedene Lernfelder, die jeweils für einen Bauabschnitt stehen – etwa wie eine Baumaßnahme vorbereitet, ein Erdbauwerk geplant und ein Gelände aufgemessen und dargestellt wird.“ Die Lernfelder gehören zu den Unterrichtsfächern Baukonstruktionstechnik und Bauplanungstechnik. Zusätzlich stehen Wirtschafts- und Betriebslehre sowie Deutsch, Sport und Politik auf seinem Stundenplan.

Zusatzqualifikationen in der Ausbildung

Als Ergänzung zum Unterricht am Berufskolleg und zur praktischen Ausbildung im Unternehmen können die Azubis Fortbildungen an einem überregionalen Ausbildungszentrum besuchen. Philip Kühl absolvierte bereits einen Grundlagenkurs in Baupraxis, in dem er mauern, betonieren und Schalungen erstellen lernte. In einer weiteren Schulung machte er sich mit AutoCAD vertraut, einer Profi-Software für technische Zeichnungen beziehungsweise 2-D- und 3-D-Konstruktionen am Rechner. Und auch eine dritte Schulung steht bereits an, dann geht es ums Pflastern.

Bis zu seinem Abschluss wird Philip Kühl noch einiges lernen. Danach könnte er sich berufsbegleitend zum Techniker weiterqualifizieren. Durchaus eine Option für ihn: „Ich kann mir das gut vorstellen, entscheide es aber erst nach der Ausbildung.“

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Video: Fachkraft - Straßen- und Verkehrstechnik

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