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Chemieingenieur: Im Einsatz an chemischen Anlagen

Moderne Anlagen für einen optimierten Betrieb: Sven Wibbeler kümmert sich bei Lanxess in Leverkusen um Chemieanlagen. Erst kürzlich hat der 30-jährige Chemieingenieur die Leitung eines Investitionsprojektes übernommen.

Im Labor sind chemische Formeln und Elemente auf eine Glaswand geschrieben. Eine Hand hält einen blauen Stift. (Foto: Christiane Zenkert | Bundesagentur für Arbeit)

Wird in einem Werk seines Arbeitgebers etwa eine Anlage erweitert, ist Sven Wibbeler im Einsatz.

Wie laufen die einzelnen Prozessschritte und chemischen Reaktionen ab? Wie viel Dampf und Kühlwasser benötigt die Anlage und was bedeutet das für die Dimensionierung von Kesseln und Rohren? Und nicht zuletzt: Was kostet das alles und wann geht die Erweiterung in Betrieb?

Viele Fragen sind zu beantworten und seit Sven Wibbeler vor Kurzem Projektleiter geworden ist, trägt er dafür die Verantwortung. In dieser Rolle leitet er ein Team aus acht Leuten, muss externe Dienstleister koordinieren, sich mit Betriebsleiterinnen und -leitern abstimmen, vom Home Office aus oder direkt im Betrieb in Leverkusen.

Förderung dank Deutschlandstipendium

Porträt von Sven Wibbeler. (Foto: Lanxess AG) Porträt von Sven Wibbeler. (Foto: Lanxess AG)

Sven Wibbeler

Da er schon in der Schule Interesse an Naturwissenschaften hatte, entschied sich Sven Wibbeler zunächst für ein duales Studium an der Fachhochschule Bingen: Er studierte Verfahrenstechnik und machte parallel dazu bei einem Chemieunternehmen eine Ausbildung zum Chemikanten, lernte also, chemische Produktionsanlagen zu steuern. Anschließend nahm er ein Masterstudium zum Chemieingenieur an der Technischen Universität Dortmund auf. „Die Mischung aus Chemie und Technik im Bachelor- und Masterstudium hat mir sehr gut gefallen“, erinnert sich der heute 30-Jährige.

Sein Masterstudium finanzierte er teilweise durch das Deutschlandstipendium. Dabei erhalten Studierende monatlich 300 Euro, die je zur Hälfte von privaten Geldgebern wie Wirtschaftsunternehmen sowie aus dem Bundeshaushalt gezahlt werden. Der private Förderer seines Stipendiums war der Chemiekonzern Lanxess, dessen Mitarbeitende der Stipendiat auf einer Netzwerkveranstaltung des Unternehmens später auch persönlich kennenlernte. „Darüber hinaus wies mich Lanxess auf einer Karrieremesse auf eine offene Stelle hin“, erinnert sich Sven Wibbeler. „Also bewarb ich mich als Verfahrensingenieur.“

„Schnelle Auffassungsgabe und viel Engagement“

„Es ist gut, dass ich mich nicht nur mit technischen Aspekten, sondern auch mit Chemie auskenne. Das macht die Arbeit an den chemischen Anlagen leichter“, sagt der 30-Jährige, der unter anderem mit Chemikerinnen und Chemikern, Bauingenieurinnen und Bauingenieuren, Regelungstechnikerinnen und Regelungstechnikern sowie Managerinnen und Managern beziehungsweise Controllerinnen und Controllern zusammenarbeitet. Bei so vielen Schnittstellen ist es wichtig, gute Kommunikationsfähigkeiten mitzubringen. „Außerdem braucht man für meinen Job eine schnelle Auffassungsgabe und viel Engagement“, weiß Sven Wibbeler. Nicht zuletzt ist ein langer Atem hilfreich: Ein Projekt wie die Anlagenerweiterung dauert mitunter mehrere Jahre.

Und was bringt die Zukunft für den Chemieingenieur? „Meine aktuelle Stelle ist super abwechslungsreich, da wird einem nicht so schnell langweilig. Und nach dem Projekt ist vor dem Projekt“, sagt er. Da Lanxess weltweit Produktionsstätten unterhält, ist die Auswahl an Anlagen groß, für die Expertinnen und Experten wie Sven Wibbeler gebraucht werden.