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Wohnen im Studium - Hintergrund

Von der WG bis zum Studentenwohnheim

In der eigenen Wohnung, in einer WG, im Studentenwohnheim oder doch bei den Eltern? abi>> verschafft dir einen Überblick über die beliebtesten Wohnformen bei Studierenden und gibt Tipps für das Wohnen mit kleinem Budget.

Ein Studentenwohnheim in der Außenansicht.

„Beim Auszug von zu Hause war für mich klar, dass ich alleine wohnen möchte“, berichtet Irini Tselios. Die 22-Jährige studiert im siebten Semester „Historisch orientierte Kulturwissenschaften“ an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. „Vor meinem Studium habe ich elf Jahre mit meinem Vater in Athen gewohnt. Da hatte ich viele Freiheiten und habe mich um den Haushalt gekümmert. Ich konnte mir nicht vorstellen, mich durch WG-Regeln einzuschränken.“

Die Studentin wohnt in einer kleinen Dachgeschosswohnung in einem Dreigenerationenhaus. Um die Wohnkosten klein zu halten, die ihre Eltern tragen, ist sie an den Stadtrand von Saarbrücken gezogen und hat sich ein Auto zugelegt. „Ich fühle mich sehr wohl in meiner Wohnung“, erzählt sie. „Im Haus achten wir aufeinander und mit dem Auto bin ich schnell an der Uni. Nur der öffentliche Nahverkehr ist leider nicht so gut.“

Irini Tselios

Die Wohnung hat Irini Tselios mit etwas Glück gefunden. Eine Bekannte gab ihr den Tipp, dass ihr Vater die Dachgeschosswohnung neu ausbauen möchte. Ein Volltreffer: „Ich habe zwar noch parallel gesucht, aber nichts Vergleichbares gefunden“, berichtet die angehende Kulturwissenschaftlerin.

Wie das Leben in einer Wohngemeinschaft abläuft, hat die 20-Jährige bei Freunden beobachtet: „Ob das WG-Leben funktioniert, hängt stark von den jeweiligen Mitbewohnern ab“, findet sie. „Ich persönlich finde es anstrengend, wenn immer jemand da ist. Außerdem kann ich so selbst bestimmen, wann ich putze und es gibt morgens keinen Stau im Badezimmer.“ So genießt es die Studentin, sich in ihrer eigenen Wohnung nach niemandem richten zu müssen. „Der Nachteil ist natürlich, dass ich die Miete alleine zahlen muss“, sagt sie. „Aber das nehme ich gerne in Kauf.“

Stefan Grob

Auf die Frage, wie es sich im Studium am besten wohnt, finden Studierende unterschiedliche Antworten: „Die Wohngemeinschaft ist die beliebteste Wohnform, gefolgt von der eigenen Wohnung, auch mit Partner oder Partnerin“, weiß Stefan Grob, Referatsleiter Presse und Verbandskommunikation beim Deutschen Studentenwerk. „Rund ein Fünftel der Studierenden bleibt bei den Eltern wohnen und im Studentenwohnheim kommt ungefähr ein Achtel unter.“

Das bestätigt eine Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Demnach haben im Jahr 2018 rund 30 Prozent der Studierenden in einer WG gewohnt, gefolgt von privaten Wohnungen (27 Prozent, dem Wohnen bei den Eltern (25 Prozent) und dem Wohnheim (14 Prozent). In einer Eigentumswohnung wohnten rund zwei Prozent der Studierenden, während 1,5 Prozent zur Untermiete lebten. „Im Zeitvergleich fällt auf: die WG wird bei Studierenden immer beliebter, dafür ist die Untermiete fast gänzlich verschwunden“, berichtet Stefan Grob.

Um die richtige Wohnform für sich zu finden, sollten vorab die individuellen Prioritäten festgelegt werden. Denn jede Art des Wohnens hat seine Besonderheiten. Manche mögen es beispielsweise lieber ruhig und selbstbestimmt, andere brauchen rund um die Uhr Gesellschaft und haben kein Problem, sich abzusprechen. Und dann stellt sich noch die Frage: Welche Wohnform kann ich mir überhaupt leisten?

„Das Wohnen bei den Eltern hat natürlich ökonomische Vorteile und ist in aller Regel recht bequem, wenn für Essen, Wäsche, Heizung, Internet gesorgt ist“, fasst der Experte des Deutschen Studentenwerks zusammen. „Das Wohnheim des Studenten- oder Studierendenwerks ist mit einer durchschnittlichen Warmmiete von gerade einmal 250 Euro im Monat die mit Abstand preisgünstigste Wohnform außerhalb des Elternhauses. Allerdings: Die WG ist und bleibt die beste soziale Schule fürs Leben“, betont Stefan Grob.

Die Studie des CHE zeigt, dass der Anteil der Studierenden, die zu Hause leben, zunimmt, während eigene Wohnungen, auch mit Partner*in oder Kind, seltener werden. „Preisgünstiger, bezahlbarer Wohnraum für Studierende ist dramatisch knapp geworden“, beklagt Stefan Grob. „Das Leben bei den Eltern ist da eine Alternative. Aber wer wegen eines bestimmten Studiengangs in einer Hochschulstadt studiert, die teure Mieten hat, kann diese  nicht einfach umgehen. Und die Plätze in Wohnheimen sind begrenzt.“

Wer in einer beliebten Hochschulstadt studieren möchte, sollte deshalb so früh wie möglich mit der Suche nach einer Wohnung oder einem Zimmer beginnen. Zum Semesterstart im Herbst ist die Nachfrage am größten und die Warteliste in Studentenwohnheimen in der Regel  lang. Wer sich noch nicht für eine Hochschule entschieden hat, für den könnte ein kleinerer Universitäts- oder Fachhochschulstandort eine Alternative sein. Dort sind oftmals die Mieten deutlich günstiger.

In vielen Hochschulstädten gibt es außerdem Projekte, die über die klassischen Wohnformen hinaus Platz für Studierende schaffen. Erfolgreich ist dabei das Konzept „Wohnen für Hilfe“. Bei dieser Wohnpartnerschaft zahlen die Studierenden keine oder nur eine geringe Miete, aber helfen den Vermieter*innen beispielsweise im Haushalt oder Garten oder bei der Kinderbetreuung.

Weitere Informationen

studienwahl.de

Studienführer der Stiftung für Hochschulzulassung und der Bundesagentur für Arbeit mit Tipps zum Wohnen im Studium

studienwahl.de/finanzielles/wohnen

Deutsches Studentenwerk

Hier findest du Tipps zur Wohnungssuche und zum Mietvertrag.

studentenwerke.de/content/wohnen

Wohnheime

Infos zu Studentenwohnheimen des Studentenwerkes, Suche nach freien Plätzen und Bewerbungsmöglichkeiten findest du hier.

studentenwerke.de/de/content/ausstattung-und-miete-von-wohnheimplätzen-0

Wohnen für Hilfe

Beim Studentenwerk gibt es außerdem eine Liste der vermittelnden Stellen für Wohnpartnerschaften.

studentenwerke.de/de/content/wohnen-für-hilfe

Wohnungsportale

Außer in zahlreichen regionalen Portalen und Mietwohnzentralen kannst du auch hier nach WG-Zimmern und freien Wohnungen suchen.

wg-gesucht.de

studenten-wohnung.de

21. Sozialerhebung des Deutschn Studentenwerks durch das DZHW

sozialerhebung.de

Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)

dzhw.de

Zentrum für Hochschulentwicklung (CHE)

che.de/2019/im-blickpunkt-studentisches-wohnen

Stand: 25.01.2021

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