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Ingenieurwesen studieren – Überblick

Wenn sich alles um Technologie dreht

In Deutschland gibt es über 4.000 ingenieurwissenschaftliche Studiengänge. Die Palette reicht von Architektur über Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen bis hin zu Medizin-, Fahrzeug-, Energie- und Umwelttechnik. Doch wie unterscheiden sich diese und was haben sie gemeinsam? abi» gibt dir einen groben Überblick und liefert ein paar interessante Daten und Fakten.

Eine junge Frau führt einen Versuch mit dem Kundt'schen Rohr durch.

In Deutschand gibt es eine breite Palette an ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen.

Studienorte und Abschlüsse

Ein Porträtfoto von Dr. Anne-Marie Gallrein.

Dr. Anne-Marie Gallrein

Ingenieurwissenschaften werden an circa 260 Universitäten, Technischen Hochschulen und Fachhochschulen gelehrt. Zudem ist es möglich, Ingenieurin oder Ingenieur zu werden, indem man dual studiert. Die Studiengänge schließen in der Regel mit einem Bachelor und darauf aufbauend mit einem Master ab. An wenigen Hochschulen, vor allem in Sachsen, gibt es weiterhin das Diplom. Beide Abschlüsse qualifizieren für ein Promotionsstudium.

Mögliche Studienfelder

Das Portal studienwahl.de listet insgesamt 24 unterschiedliche Studienfelder, von A wie Architektur über M wie Medizintechnik bis W wie Wirtschaftsingenieurwesen. Legt man ein etwas größeres Raster an, lassen sich diese laut Berufsberater Holger Gabbatsch von der Agentur für Arbeit Hildesheim wie folgt kategorisieren:

  • Die drei klassischen Disziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik und Bauingenieurwesen sind die Studiengänge mit der längsten Geschichte und den meisten Angeboten in Deutschland. In Maschinenbau beschäftigen sich Studierende mit der Konstruktion und Entwicklung von Maschinen sowie mit Fertigungstechnologien. In Elektrotechnik befassen sie sich mit Technologie, die auf elektrischen oder magnetischen Funktionsprinzipien beruht, und in Bauingenieurwesen mit allen Arten von Bauwerken. Aufbauend auf diesen Grundlagen hat sich in den vergangenen Jahren eine Vielzahl weiterer Studiengänge entwickelt.
  • Branchenspezifische Studiengänge bereiten auf den Einsatz in einer bestimmten Industrie vor und beschäftigen sich mit spezifischeren Fragestellungen. Beispiele wären Lebensmitteltechnologie, Fahrzeug- oder Medizintechnik, Bergbau oder Verkehrsingenieurwesen.
  • Fachspezifische Studiengänge wie Mikrosystem-, Automatisierungs-, Metall- oder Verfahrenstechnik beschäftigen sich intensiver mit den Anforderungen bestimmter Materialien und Stoffe oder mit spezifischen technologischen Ansätzen, um neue Produkte zu entwickeln oder zu produzieren.
  • Interdisziplinäre Studiengänge wie Wirtschafts-oder Umweltingenieurwesen sowie Bionik oder Regenerative Energien ergänzen einen technologischen Blickwinkel um eine oder mehrere wissenschaftliche Perspektiven, um Problemlösungen in Wirtschaft, Umwelt oder Gesellschaft ganzheitlicher anzugehen.

Interessante Studierendenzahlen

  • Die meisten Studierenden verzeichnete das Statistische Bundesamt im Fach Maschinenbau (im WS 2018/19 knapp 110.000), gefolgt von Wirtschaftsingenieurwesen (mit fast 70.700), das damit die beiden klassischen Fächer Elektrotechnik (mehr als 68.000) und Bauingenieurwesen (circa 60.000) mittlerweile überflügelt hat. Interessant dabei: Vor zehn Jahren tauchte der Studiengang noch gar nicht in der Statistik auf.
  • Weitere Studiengänge, die an Bedeutung gewonnen haben, sind Materialwissenschaften, Mechatronik, Medientechnik oder auch Regenerative Energien. Diese fachspezifischen Studiengänge gibt es erst seit einigen Jahren.
  • Die meisten Frauen gibt es in Architektur – und das schon seit über 20 Jahren gleichbleibend hoch mit einem Anteil von über 50 Prozent. In Bauingenieurwesen macht der Frauenanteil derzeit 30 Prozent aus, in Wirtschaftsingenieurwesen 20 Prozent. Unter den Absolventen der Elektrotechnik sind dagegen nur 12,1 Prozent Frauen. Jedoch gelingt es nicht zuletzt aufgrund zahlreicher MINT-Initiativen, Frauen zunehmend für ingenieurwissenschaftliche Studiengänge zu gewinnen.

abi» 14.09.2020

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