„Promotion auch mit Fachhochschulabschluss möglich“

Eine junge Frau sitzt im Hörsaal und lächelt in die Kamera.
Die Hochschulart mit den meisten Studierenden ist die Universität - dort studieren knapp zwei Drittel der insgesamt 2,8 Millionen Studierenden in Deutschland.
Foto: Andreas Tamme

Hochschularten - Interview

„Promotion auch mit Fachhochschulabschluss möglich“

Welche Hochschularten gibt es in Deutschland und wie unterscheiden sie sich? Darüber hat abi>> mit Christian Tauch, Leiter des Arbeitsbereichs Bildung der Hochschulrektorenkonferenz, gesprochen.

abi>> Herr Tauch, welche Hochschularten werden in Deutschland angeboten?

Christian Tauch: Die Hochschulart mit den meisten Studierenden ist nach wie vor die Universität. Knapp zwei Drittel der insgesamt 2,8 Millionen Studierenden sind dort eingeschrieben. Rund eine Million Studierende finden sich an Fachhochschulen (FH), die heute überwiegend als „Hochschulen für angewandte Wissenschaften“ firmieren. Die Kunst- und Musikhochschulen haben derzeit etwas über 36.000 Studierende. Für die Lehrerbildung gibt es nur noch in Baden-Württemberg eigenständige Pädagogische Hochschulen. Weitere Hochschularten sind Theologische und Philosophische Hochschulen mit einem entsprechend spezialisierten Studienangebot. Einen Sonderfall stellen die Dualen Hochschulen dar. Genauso wie in den Berufsakademien soll dort Berufsausbildung mit akademischer Bildung kombiniert werden. Das geschieht an Berufsakademien in unterschiedlicher Weise, sodass deren Einordnung als Hochschule und ihre Abschlüsse verschieden beurteilt werden. Auch die Verwaltungsfachhochschulen sind ein eigener Fall: Sie sind für Nachwuchskräfte in der Verwaltung reserviert.

abi>> Wie unterscheiden sich die beiden großen Hochschultypen Universitäten und Fachhochschulen voneinander?

 

Ein Porträt-Foto von Christian Tauch

Christian Tauch

Foto: privat

Christian Tauch: Die Universitäten liefern seit jeher die klassische akademische Bildung, die unter anderem auf eine wissenschaftliche Karriere zielt. Sie haben entsprechend das Promotions- und Habilitationsrecht. Die Fachhochschulen sind 1969 entstanden, oft auf Basis bestehender Einrichtungen wie Ingenieurschulen. Der Bedarf an wissenschaftsbasierten Bildungsangeboten mit Praxisnähe war immer mehr gestiegen. Seitdem ist ein differenziertes Bildungsangebot noch wichtiger geworden. Die Pflegeberufe sind beispielsweise heute so anspruchsvoll, dass in diesem Feld neue Studienangebote an Fachhochschulen entstanden sind, viele davon als Weiterbildungen für Berufserfahrene, auch ohne Abitur. Die Fächerschwerpunkte an den Fachhochschulen liegen bislang vor allem in den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, in der Sozialen Arbeit und im Design. Die FH-Professorinnen und -Professoren haben in der Regel zunächst außerhalb der Hochschule gearbeitet. Fachhochschulen sind zudem im Schnitt kleiner als Universitäten, aber zu dieser Faustregel gibt es auch Ausnahmen.

abi>> Und inwieweit gleichen sich Universität und Fachhochschulen weiter an?

Christian Tauch: Die Abschlüsse Bachelor und Master, die an beiden Hochschultypen verliehen werden, sind gleichwertig. Das drückt sich auch darin aus, dass es nicht mehr den Zusatz „(FH)“ gibt. Was die Unterrichtsformen angeht, so finden sich Vorlesungen und auf die Vermittlung von Praxis zielende Veranstaltungen an beiden Hochschultypen. Seminare werden eher, aber keineswegs ausschließlich, an Universitäten angeboten.

abi>> Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem Angebot verschiedener Hochschularten für die Hochschulwahl und den weiteren Werdegang?

Christian Tauch: Es liegt meines Erachtens auf der Hand, dass, wer von vornherein eine akademische Karriere im Blick hat oder in die Forschung eines Unternehmens strebt, sich eher an einer Universität einschreiben sollte. Allerdings ist der Weg zur Promotion auch mit einem sehr guten Fachhochschulabschluss nicht versperrt. Die Einstiegsgehälter für Uni- und FH-Absolventen sind im jeweiligen Fachgebiet vergleichbar.

abi>> Welche unterschiedlichen Trägerschaften der Hochschulen gibt es?

Christian Tauch: In Deutschland sind die Hochschulen überwiegend staatlich finanziert. Daneben gibt es 39 Hochschulen in kirchlicher Trägerschaft. Und es gibt – gar nicht so wenige – private Hochschulen: An diesen rund 120 Einrichtungen studieren allerdings nur knapp acht Prozent aller Studierenden. [Anm. der Red.: Studienbewerber sollten bei privaten Studienangeboten darauf achten, dass diese staatlich anerkannt sind]

abi>> Wird die Unterscheidung verschiedener Hochschularten aus Ihrer Sicht Bestand haben? Oder entstehen künftig ganz neue, andere Hochschultypen?

Christian Tauch: Bislang zeichnet sich eher ab, dass sich die Aufgabenteilung zwischen den Hochschularten verschieben wird. So könnten etwa mehr Studienplätze an den Fachhochschulen geschaffen oder Studienangebote an der Schnittstelle zwischen Studium und dualer Ausbildung weiterentwickelt und ausgebaut werden.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen und sie unter anderem nach Hochschulart filtern lassen.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationen über deutsche Hochschulen, deren Studienangebote, Ansprechpartner und internationale Kooperationen.
www.hochschulkompass.de

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung.
www.berufsfeld-info.de/abi

Stiftung für Hochschulzulassung – hochschulstart.de

Portal für die Vergabe von allen bundesweit und einigen örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen
www.hochschulstart.de

Centrum für Hochschulentwicklung (CHE)

Das gemeinnützige CHE versteht sich als Projektpartner von Ministerien und Hochschulen und veröffentlicht unter anderem in regelmäßigen Abständen Hochschulrankings.
www.che.de

 

Hochschularten - Checkliste

Welche Hochschule ist die richtige für mich?

Wer studieren will, steht vor einem schier unbegrenzten Angebot an Fächern, Orten und nicht zuletzt Hochschularten. Manuela Stock, Akademische Berufsberaterin der Agentur für Arbeit München, gibt Tipps, wie man seinen Weg findet.

Was will ich überhaupt studieren?

Bevor man sich über die Art der Hochschule Gedanken macht, sollte man als erstes das passende Studienfach wählen – denn nicht jedes Fach wird auch an jeder Hochschulart angeboten. „Hobbys und Interessen sowie gerne besuchte Schulfächer können hier den Ausschlag geben“, sagt die Berufsberaterin.

Welchen Schulabschluss benötige ich?

Mit der allgemeinen Hochschulreife, also dem Abitur, stehen dem Schulabgänger sämtliche Hochschularten offen. Die Fachhochschulreife berechtigt zum Studium an allen Fachhochschulen (FH) sowie bestimmter Studiengänge an Unis. Die fachgebundene Hochschulreife ermöglicht den Zugang zu Uni und FH im entsprechenden Fachbereich. Unter gewissen Voraussetzungen ist auch das Studieren ohne Abitur möglich.

Wie wichtig sind die Noten?

Manche Studiengänge sind mit einem Numerus clausus (NC) belegt, also zulassungsbeschränkt. Oft dient die Abi-Durchschnittsnote als Kriterium zur Zulassung. So mancher Studiengang oder Wunschstudienort kann dadurch für einen wegfallen. „Das ändert sich jedoch von Jahr zu Jahr und ist abhängig vom Studienort oder Studienfach“, sagt Manuela Stock. Es lohnt sich also, andere Studienorte auf ihre Zulassungsbedingungen hin zu überprüfen.

An welcher Hochschule wird mein Wunschstudiengang angeboten?

„Wer zum Beispiel Jura oder Medizin studieren will, kann dies nur an Universitäten tun“, erklärt die Berufsberaterin. Andere Fächer wie Betriebswirtschaft, Ingenieurwesen oder Informatik gibt es sowohl an Unis als auch an Fachhochschulen. Gute Recherchequellen sind die Portale studienwahl.de und hochschulkompass.de.

Und wenn beides geht: Universität oder Fachhochschule?

„Das ist eine Frage des Lerntyps“, findet Manuela Stock. An Fachhochschulen sind die Lerngruppen meist kleiner, man hat direkten Kontakt zu den Professoren, die nicht selten eng mit Wirtschaftsunternehmen zusammenarbeiten und deshalb nah an der Praxis sind. An Universitäten wird wissenschaftlicher studiert, die Studiengruppen sind größer und die Vorlesungen in den beliebten Studiengängen meist voller. Eigenständiges Lernen und ein hohes Maß an Selbstorganisation werden erwartet.

Welche Studienstadt ist die beste?

Größere Städte bieten oft bessere Jobmöglichkeiten, kleinere dafür engere Kontaktmöglichkeiten zwischen den Studierenden. Manche bevorzugen aus Kostengründen einen heimatnahen Studienplatz, andere wollen bewusst von zu Hause ausziehen. „Angesichts der Knappheit an Studentenwohnraum lohnt es sich, kleinere Studienstädte anzuschauen“, rät Manuela Stock. Wer ein duales Studium absolviert, hat manchmal sogar zwei Wohnorte: beim Arbeitgeber und bei der Hochschule. Einen Überblick über alle deutschen Studienstädte und die dort ansässigen Hochschulen bietet dir das abi>> Hochschulpanorama.

Wo kann ich promovieren?

Bis auf die FH Fulda haben nur Universitäten das Promotionsrecht. Aber auch immer mehr Fachhochschulen bieten ihren Absolventen in Kooperation mit einer Universität die Möglichkeit zu promovieren. „Unis und FHs gleichen sich hier immer mehr an“, weiß Manuela Stock.

 

Hochschularten

Welche Hochschularten gibt es?

Universität, Fachhochschule, Kunsthochschule und mehr: abi>> stellt die wichtigsten Fakten zu den verschiedenen Hochschularten in Deutschland gegenüber.

Universitäten

Zugangsvoraussetzungen: Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, in Hessen, Niedersachsen und Brandenburg z.T. auch die Fachhochschulreife bei Bachelorstudiengängen. Manche Studiengänge können zulassungsbeschränkt sein, also einen Numerus clausus haben der sich jedes Semester ändern kann. Dann greifen weitere Kriterien, zum Beispiel die Abiturnote, Sprachkenntnisse, Motivations- oder Empfehlungsschreiben, Eignungstests oder ein einschlägiges Praktikum vor Studienbeginn.

Abschlüsse: Bachelor, Master, Diplom, Staatsexamen, Magister, Promotion

Fächerangebot: Alle Fächer, von Natur- und Ingenieurwissenschaften bis zu Sozial-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften. Lehramt für Sekundarstufe II (Gymnasien), Medizin, Pharmazie, Jura und Theologie können ausschließlich an Universitäten studiert werden.

Pädagogische Hochschulen

Zugangsvoraussetzungen/Abschlüsse: Pädagogische Hochschulen zählen zu den Universitäten, es gelten also dieselben Zugangsvoraussetzungen und Abschlüsse. Es gibt sie nur noch in Baden-Württemberg in eigenständiger Form, in den anderen Bundesländern sind sie an Universitäten angegliedert worden.

Fächerangebot: Lehramtsbezogene Studiengänge: Bildung im Primarbereich (Lehramt Grundschule), Bildung im Sekundarbereich (Lehramt Sekundarstufe I), Sonderpädagogik (Lehramt Sonderpädagogik). Darüber hinaus Angebote wie Frühkindliche und Elementarbildung, Prävention und Gesundheitsförderung, Erwachsenenbildung oder Sport-Gesundheit-Freizeitbildung.

Theologische Hochschulen

Zugangsvoraussetzungen: Allgemeine und fachgebundene Hochschulreife sowie die Fachhochschulreife oder Realschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Es kann sein, dass der Zugang konfessionsgebunden ist.

Abschlüsse: Bachelor, Master, Kirchliches Examen

Fächerangebot: Theologische Studiengänge

Fachhochschulen bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Zugangsvoraussetzungen: Allgemeine Hochschulreife, Fachhochschulreife oder fachgebundene Hochschulreife. Manche Studiengänge können zulassungsbeschränkt sein, also einen Numerus clausus haben. Dann greifen weitere Kriterien, zum Beispiel die Abiturnote, Sprachkenntnisse, Motivations- oder Empfehlungsschreiben, Eignungstests oder ein einschlägiges Praktikum vor Studienbeginn.

Abschlüsse: Bachelor, Master Diplom. Promotion – bis auf die FH Fulda, die als einzige Fachhochschule Promotionsrecht hat – nur in Zusammenarbeit mit einer Universität möglich

Fächerangebot: Vor allem Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften. Studiengänge im sozialen Bereich wie Soziale Arbeit oder Pflegewissenschaften gibt es fast nur an Fachhochschulen.

Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung

Zugangsvoraussetzungen: Allgemeine und fachgebundene Hochschulreife sowie Fachhochschulreife. Studien- und Ausbildungsvertrag mit einer Behörde

Abschlüsse: Bachelor, Master, Diplom. Die Studierenden stehen während ihrer Ausbildung in der Regel in einem Beamtenverhältnis auf Widerruf und werden in der Regel nach dem Studium verbeamtet.

Fächerangebot: Verwaltungsfachhochschulen bilden speziell für die Arbeit in Behörden oder Ministerien aus.

Kunsthochschulen (inklusive Musik- und Filmhochschulen)

Zugangsvoraussetzungen: Allgemeine und fachgebundene Hochschulreife sowie Fachhochschulreife. Nachweis einer besonderen künstlerischen Begabung im Rahmen eines Aufnahmeverfahrens

Abschlüsse: Bachelor, Master, Promotion, vereinzelt noch Diplom oder Magister. Je nach inhaltlicher Ausrichtung auch Grade und Titel wie Graduierter Künstler, Akademiebrief, Meisterschüler, Bühnenreife oder Konzertreife

Fächerangebot: Künstlerische und musische Fächer

Duale Hochschulen

Zugangsvoraussetzungen: Allgemeine und fachgebundene Hochschulreife sowie Fachhochschulreife. Studien- und Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen, einer Behörde oder einer sozialen Einrichtung

Abschlüsse: Bachelor, Master

Fächerangebot: Viele praxisnahe Studienfächer

Berufsakademien

Zugangsvoraussetzungen: Allgemeine und fachgebundene Hochschulreife sowie Fachhochschulreife. Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen

Abschlüsse: Bachelor – hier muss aber darauf geachtet werden, dass es der staatlich anerkannte Bachelorabschluss ist, der dem Bachelor an Universitäten und Fachhochschulen gleichgestellt ist. Einige Berufsakademien verleihen noch „Diplom BA“-Abschlüsse, mit denen in der Regel kein weiterführendes Studium möglich ist.

Fächerangebot: Viele praxisnahe Studienfächer

Studieren ohne Abitur

In allen Bundesländern ist auch ein Studium ohne Abitur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Kriterien können zum Beispiel einschlägige Berufserfahrung oder in künstlerischen Studiengängen herausragende Begabung sein.

www.studieren-ohne-abitur.de

 

Hochschularten – Steckbriefe Informatik

Dreimal Informatik, bitte!

Bits und Bytes an der Uni, an der Fach­hochschule oder dual: Drei Studenten berichten von ihren Erfahrungen mit dem Informatikstudium an verschiedenen Hochschulen und warum es für sie der gewählte Hochschultyp sein musste.

Ein Porträt-Foto von Joshua Wiegmann

Joshua Wiegmann

Foto: privat

Name: Joshua Wiegmann
Alter: 22
Studium: Informatik an der Fachhochschule Bielefeld
Semester: 7.

Warum an der Fachhochschule?

In der Schulzeit haben wir zu Informationszwecken eine Universität besucht. Das war interessant, kam mir aber auch relativ theoretisch vor. Man sagte uns, wenn wir ein praxisnahes Studium machen wollten, wäre eine Fachhochschule die bessere Wahl. Also habe ich mich dafür entschieden.

Kriterien?

Die Praxisnähe war der wichtigste Grund. Ich wollte gerne von Anfang an programmieren, das habe ich schon als Hobby während der Schulzeit betrieben. Außerdem sind die Lerngruppen an der Fachhochschule kleiner als an der Universität, es herrscht eine recht familiäre Atmosphäre.

Zulassungsvoraussetzungen:

Zu meiner Zeit gab es keinerlei Zulassungsvoraussetzungen, ich habe mich einfach eingeschrieben. Mittlerweile gibt es je nach Studienjahr einen Numerus clausus, aber die Chancen auf einen Studienplatz stehen nach wie vor gut. Die Bewerbung erfolgt über das Portal hochschulstart.de.

Studienaufbau und -ablauf:

In den ersten beiden Semestern werden die Grundlagen der Informatik unterrichtet. Neben Mathematik und theoretischer Informatik wird das praktische Wissen über Programmiermethodik und -sprachen vermittelt. Die Studierenden bearbeiten dazu in wöchentlichen Praktika Übungsaufgaben. Das dritte und vierte Semester besteht aus viel praktischer Arbeit, in der speziellere Gebiete wie Webprogrammierung, Embedded Systems oder Computergrafik gelehrt werden. Ab dem fünften Semester spezialisiert man sich mit Wahlpflichtmodulen auf bestimmte Fächer. Ich habe mich auf den Bereich IT-Sicherheit fokussiert. In einem Projekt haben wir zum Beispiel einen „bösen“ USB-Stick angefertigt, der beim Einstecken die Daten des Benutzers stibitzt. Zusätzlich zu den Fachsemestern absolvieren die Studierenden – meist im siebten Semester – eine Praxisphase von 13 Wochen bei einem Unternehmen oder einer Hochschule. In dieser Phase erarbeiten die meisten das Thema ihrer Bachelorarbeit.

Fazit:

Dass meine Wahl genau richtig war, habe ich schon im ersten Semester gemerkt. Mir gefällt die praktische Herangehensweise im Studium. Ich würde mir jetzt sogar schon zutrauen, Programme für ein Unternehmen zu entwickeln.

Ein Porträt-Foto von Carl Schneiders

Carl Schneiders

Foto: privat

Name: Carl Schneiders
Alter: 21
Studium: Informatik an der Universität Oldenburg
Semester: 5.

Warum an der Uni?

Ein Studium an der Fachhochschule war mir als Option gar nicht so bewusst. Und da ich mich schnell für den Studienort Oldenburg entschieden hatte, kam ohnehin nur die Universität infrage, weil an der Fachhochschule Oldenburg reine Informatik nicht angeboten wird.

Kriterien?

Ich wollte gerne zunächst ein Grundlagenstudium absolvieren, bevor ich mich spezialisiere. Das schien mir an der Universität am ehesten machbar. Ich wusste, dass das Studium an der Universität theoretischer ist als an einer Fachhochschule oder im dualen Studium. Da ich eher ein Theoretiker bin, kam mir das sehr entgegen.

Zulassungsvoraussetzungen:

Neben der allgemeinen Hochschulreife muss man ausreichende Englischkenntnisse der Stufe B1 nachweisen, weil die Literatur in der Informatik oft nur auf Englisch vorliegt. Wer nach dem Abitur mit zwölf Schuljahren mindestens sechs Jahre Englischunterricht hatte, hat das Level B1 automatisch erreicht. Eingeschrieben habe ich mich direkt an der Universität.

Studienaufbau und -ablauf:

Die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester. Man kann ohne Programmierkenntnisse mit dem Studium beginnen, denn in den ersten Semestern werden die Grundlagen vermittelt. Es gibt Vorlesungen und anschließend Übungen, bei denen man anhand von Arbeitsblättern praktisch arbeitet. Die Ergebnisse der Übungen fließen in die späteren Klausurnoten mit ein. Später im Studium überwiegen dann die Vorlesungen und man kann sich spezialisieren, zum Beispiel auf Themen wie künstliche Intelligenz, Robotik oder Elektrotechnik.

Fazit:

Ich finde es gut, dass ich an der Universität frei entscheiden kann, wie ich lerne, und nicht von einem Stundenplan abhängig bin. Bei den Vorlesungen gibt es keine Anwesenheitspflicht. Man muss selber entscheiden, was für einen wichtig ist, um die Klausuren zu bestehen.

Ein Porträt-Foto von Jan Rickel

Jan Rickel

Foto: privat

Name: Jan Rickel
Alter: 24
Duales Studium: Informatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Karlsruhe
Praxisphasen: IT-Dienstleister Fiducia & GAD IT AG in München
Semester: 3.

Warum an der dualen Hochschule?

Ich wollte ein Studium mit einem klaren Praxisbezug aufnehmen. Bei der DHBW ist der Wechsel zwischen Theorie- und Praxisphasen klar geregelt. Mein Stundenplan passt zeitlich perfekt zu meiner Arbeit im Unternehmen.

Kriterien?

Durch den klaren Praxisbezug kann ich mein erlerntes Wissen im Unternehmen direkt umsetzen. Ich kann Berufserfahrung sammeln und muss nicht nur Theorie büffeln. Mir gefallen die kleine Kursgröße und der persönliche Kontakt zu den Professoren und Dozenten. Nicht zu unterschätzen ist auch die feste Arbeitsstelle mit einem geregelten Einkommen und sehr guten Übernahmechancen.

Zulassungsvoraussetzungen:

Für die DHBW benötigt man in der Regel die Hochschulreife. Und man muss einen dualen Partner, also ein Kooperationsunternehmen, finden. Man bewirbt sich auf die ausgeschriebene Stelle als dual Studierender und durchläuft das Auswahlverfahren des Unternehmens. Nach meiner Bewerbung bei der Fiducia & GAD wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch mit einem schriftlichen Test eingeladen und erhielt die Zusage. Nachdem ich den Arbeitsvertrag unterschrieben hatte, hat mich die Firma an der DHBW für einen Studienplatz vorgemerkt. Ich habe dann noch einige Unterlagen an die Hochschule gesandt und schon war ich ein fertig immatrikulierter Student.

Studienaufbau und -ablauf:

Die Theorie- und Praxisphasen wechseln sich im 12-Wochen-Rhythmus ab. In der Theoriephase habe ich einen festen Stundenplan. Während des Semesters gibt es zudem Projekte in kleinen Teams, etwa das Programmieren einer Web Application. Am Semesterende finden die Klausuren statt. Die Vorlesungen sind kompakter als an einer Universität. Die Dozenten bringen viele Erfahrungen aus Unternehmen mit ein. In der Praxisphase arbeite ich bei der Fiducia & GAD in verschiedenen Abteilungen. Dabei unterstützen mich Kollegen und Ausbilder. Zudem schreiben wir wissenschaftliche Arbeiten über Projekte, die wir in der Firma übernehmen.

Fazit:

Ich bin sehr glücklich mit meiner Entscheidung für das duale Studium. Es vermittelt mir das notwendige Wissen und in der Firma kann ich mich voll einbringen und etwas erreichen.

 

Hochschularten – Steckbriefe Modedesign

Drei Muster des Modedesign-Studiums

Ein Fach, verschiedene Hochschularten: Drei Studentinnen erzählen abi>>, wie ihr Studium in Modedesign jeweils aufgebaut ist und warum sie sich für ihren Hochschultyp entschieden haben.

Ein Porträt-Foto von Carla Herrig

Carla Herrig

Foto: privat

Name: Carla Herrig
Alter: 24 Jahre
Studium: Modedesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Semester: 7.

Warum an der Kunsthochschule?

Ich habe zunächst Kunstgeschichte an einer Universität studiert und wollte dazu eine Ausbildung zur Schneiderin machen. Bei meinem Praktikumsunternehmen wurde mir dann aber die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle empfohlen. Nach einem Blick auf deren Website habe ich mich für einen Studienwechsel entschieden.

Kriterien?

Im Vergleich zur Universität gibt es an der Kunsthochschule keine Kurse, sondern man arbeitet projektbezogen, was mir sehr gut gefällt. Der Fokus liegt auf dem kreativen Gestalten und weniger auf der Theorie. Wir bekommen jedes Semester ein Oberthema und uns steht es frei, wie wir an dieses herangehen. Außerdem gefällt mir an der Kunsthochschule die enge Zusammenarbeit mit den Professoren und den Kommilitonen: Wir sind gerade mal zehn Leute in der Klasse und werden von zwei Professoren und künstlerischen Mitarbeitern betreut, sodass eine sehr familiäre Atmosphäre herrscht.

Zulassungsvoraussetzungen:

Man durchläuft eine Eignungsprüfung, in der die künstlerisch-kreative Begabung und die Eignung für den Studiengang nachgewiesen werden müssen. Dazu habe ich eine Mappe mit künsterlischen Arbeiten angefertigt. Überzeugt die Mappe die Prüfer, müssen drei Aufgaben zu zeichnerischem Können, Farbempfinden sowie Fantasie und Kreativität bearbeitet werden. In der zweiten Runde gibt es Fachgespräche mit den Professoren sowie weitere künstlerische und gestalterische Aufgaben. Wer den Test besteht, muss vor Studienbeginn ein Praktikum absolvieren.

Studienaufbau und -ablauf:

Im ersten Jahr haben wir die Grundlagen des Designs wie Zeichnen, Umgang mit Farbe, Fotografie und Typografie erlernt. Diese Kenntnisse haben wir in Workshops umgesetzt, etwa zum Siebdruck. Im zweiten Jahr haben wir einiges zur Modegeschichte und -theorie gelernt, aber auch unter anderem Aktzeichnen. Anschließend haben wir ein eigenes Modeprojekt umgesetzt. Ab dem dritten Jahr entwerfen wir eigene Modekollektionen und tauschen uns einmal in der Woche mit den Professoren aus. Am Ende des Semesters gibt es eine Werkschau. Je weiter man im Studium kommt, umso höher ist der Anteil an praktischen Aufgaben. Es gibt nur wenige Vorlesungen, zum Beispiel zu Architektur, Designgeschichte sowie Philosophie und Ästhetik.

Fazit:

Ich mag die praktische Herangehensweise im Studium. Es macht Spaß, mit den Händen zu arbeiten, und ich finde es gut, jederzeit einen Ansprechpartner zu haben.

Ein Porträt-Foto von Svea Behrens

Svea Behrens

Foto: Kevin Brons

Name: Svea Behrens
Alter: 23 Jahre
Studium: Modedesign an der Hochschule Hannover
Semester: 7.

Warum an der Fachhochschule?

Ich habe nach der Mittleren Reife an einer Gesamtschule eine schulische Ausbildung zur Assistentin für Mode und Design absolviert. Damit hatte ich meine Fachhochschulreife, die mir den Zugang zur Fachhochschule erlaubt.

Kriterien?

Nach meiner Ausbildung wollte ich gerne weiter praktisch arbeiten, daher kam für mich ohnehin nur die Fachhochschule infrage. Nach einem Besuch der Hochschule Hannover noch während der Ausbildung war ich überzeugt, dass der Studiengang dort genau der richtige für mich ist.

Zulassungsvoraussetzungen:

Ich musste eine Mappe mit künstlerischen Arbeiten abgeben. Wenn die Mappe überzeugt, wird man zum Eignungstest eingeladen. Der erste Teil war eine Hausarbeit: Ich sollte "Mein kulturelles Erbe" gestalterisch umsetzen und schneiderte aus einer alten Tasche, die meine Großmutter als Schneiderin gefertigt hatte, einen Rucksack. Dieses Werk musste ich anschließend in der Prüfung vorstellen, hinzu kamen der Nachweis von Kenntnissen zu 3-D-Objekten, zu Farbempfinden sowie eine zeichnerische Aufgabe. Bei ausreichender Punktzahl aus der Prüfung kann man sich über ein Online-Portal im Studiengang einschreiben. Zudem ist ein sechswöchiges Praktikum vor Studienbeginn vorgeschrieben.

Studienaufbau und -ablauf:

In den ersten beiden Semestern haben wir viel zu textilen Waren und zur Fertigung gelernt. Außerdem trafen wir uns einmal wöchentlich mit Studierenden anderer kreativer Studiengänge zum interdisziplinären Lernen. Nach dem Grundstudium wäre es daher auch noch möglich, den Studiengang zu wechseln. Im dritten Semester ging es um ein Kleiderprojekt nach einem vorgegebenen Thema, im vierten um das Hauptprojekt, wahlweise zu Herrenbekleidung, Damenoberbekleidung oder nachhaltiger Mode. Im fünften oder sechsten Semester findet das Praxissemester statt. Nach dem Grundstudium ist das Studium ohnehin sehr praxisorientiert angelegt.

Fazit:

Mir hat das Studium viel Freude bereitet – ich bin fast ein wenig traurig, dass es nun bald vorbei ist. Als Ergänzung zu meiner Ausbildung war dieses Studium perfekt für mich.

Ein Porträt-Foto von Irka Glock

Irka Glock

Foto: privat

Name: Irka Glock
Studium: Mode-Textil-Design an der Universität Paderborn

Warum an der Uni?

Mich hat die Möglichkeit eines Zwei-Fach-Bachelor-Studiengangs, der zwei Themenbereiche miteinander verknüpft, sehr angesprochen. An Fachhochschulen oder Kunsthochschulen wurde diese Form zum Zeitpunkt meines Studienbeginns nicht angeboten.

Kriterien?

Die Universität Paderborn hat eine Kombination der Fächer Medienwissenschaften und Mode-Textil-Design angeboten, die sehr gut zu meinen Interessen passt.

Zulassungsvoraussetzungen:

In beiden Fächern gab es einen Numerus clausus. Ich wurde erst nach einer hochschulinternen Prüfung meiner Bewerbung zugelassen.

Studienaufbau und -ablauf:

Im Studiengang Medienwissenschaften werden größtenteils Seminare für bis zu 40 Studierende angeboten. Diese sind in der Regel theoretisch gestaltet: An die Seminarthemen nähern wir uns mithilfe von Texten, die wir im Seminar aufbereiten und diskutieren. Im Modul Medienpraxis bekommen wir einen praktischen Einblick in Bereiche wie Videoproduktion, Fotografie oder journalistisches Arbeiten. Im Fach Mode-Textil-Design gibt es mehrere praktische Kurse. Im Modul Gestaltung erlernen wir Techniken wie Nähen, Stricken, Hochdruck, Siebdruck oder digitale Bildbearbeitung, um diese im Anschluss in eigenen Projekten umzusetzen. Die theoretischen Kurse basieren wie in Medienwissenschaften auf der Arbeit mit Texten, jedoch werden sie häufig durch praktische Übungen ergänzt.

Fazit:

Ich bin mit meinem Studium an der Universität Paderborn sehr zufrieden. Die Kombination zweier Fächer bietet einen umfassenden Einblick in beide Themenfelder. Das vielfältige Angebot von Seminaren ermöglicht es mir, den passenden Schwerpunkt zu finden. Außerdem ergänzen sich beide Fächer inhaltlich sehr gut, was für eine spätere Jobsuche von Vorteil ist. Das Fach Mode-Textil-Design bietet darüber hinaus durch seinen größeren praktischen Anteil eine gute Erweiterung.


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Stand: 08.12.2019