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Politikwissenschaftler*innen

Vielfältige Perspektiven

Ob Wissenschaft, Verwaltung, Medien oder Unter-nehmen: Politikwissenschaftler*innen sind vielseitig einsetzbar – nicht nur im politischen Umfeld.

Das Foto zeigt den Deutschen Bundestag in Berlin von außen.

Absolvent*innen der Politikwissenschaften sind im Politikbetrieb gefragt. Aber nicht nur dort: Auch in der Verwaltung, bei Medien oder Unternehmen der freien Wirtschaft kommen sie unter.

Im Kommunalwahlkampf in Nordrhein-Westfalen hatte Pia Lorenz viel zu tun: Pressemitteilungen verfassen, Social-Media-Kanäle befüllen, Kampagnen entwickeln, um die Wähler*innen zu erreichen. „Das Wissen, das ich mir in meinem Studium der Politikwissenschaften an der Uni-versität Mainz angeeignet habe, hilft mir bei meiner Tätig-keit in der Öffentlichkeitsarbeit bei den Grünen NRW sehr“, findet die 26-Jährige. Sie absolviert derzeit ein Vo-lontariat bei der Landesgeschäftsstelle der Partei. Für ihr Masterstudium ist sie nach Bonn gezogen, um näher an den Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen zu sein, die sie für einen Berufseinstieg auch ins Auge gefasst hatte.

Pia Lorenz

„Ich habe immer viel neben dem Studium gearbeitet“, er-zählt Pia Lorenz. Bei einer Unternehmensberatung hat sie sich mit Mediamonitoring beschäftigt, also dem Erfolg von Marketingkampagnen. Zudem arbeitete sie bei den Fern-sehsendern ZDF und Phoenix journalistisch in einer Re-daktion und widmete sich an der Universität dem Thema Wahlforschung. „Um die Öffentlichkeitsarbeit besser ken-nenzulernen, habe ich mich schließlich für ein Volontariat entschieden.“ Bei den Grünen NRW erstellt sie vor allem Inhalte für die Social-Media-Kanäle – Videos, Bilder und Stories. Dazu arbeitet sie eng mit ihren Vorsitzenden zu-sammen, begleitet sie zu Veranstaltungen und Interviews und organisiert Pressekonferenzen. „Am meisten Spaß machen mir die Veranstaltungen, vor Corona-Zeiten waren wir viel unterwegs“, sagt die Politologin. „Und für die Social-Media-Inhalte kann ich sehr kreativ arbeiten – das ist auch sehr schön.“

Politische Bildungsarbeit nimmt zu

Claudia Ritzi

Wie der Lebenslauf von Pia Lorenz zeigt, sind Politolog*innen vielseitig einsetzbar. Sie arbeiten zum Beispiel im Lehramt, in der Politik, der Verwaltung oder im Journa-lismus. Unternehmen und Unternehmensberatungen sind ebenfalls interessiert an den Kompetenzen von Politikwis-senschaftler*innen, zu denen etwa strukturiertes Arbeiten sowie Recherchefähigkeit zählen. „Verstärkt sind sie auch im Bereich der politischen Bildungsarbeit aktiv, etwa bei den Landes- und Bundeszentralen für politische Bildung. Oder bei Kommunen, die Demokratiewissen vermitteln wollen, zum Beispiel in der Flüchtlingshilfe“, erläutert Prof. Dr. Claudia Ritzi, Mitglied des Vorstands der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft und Politikprofessorin an der Universität Trier. „Vielen ist gar nicht klar, wie viele Perspektiven es nach dem Politikstudium gibt.“

Ein Blick auf die Statistik zeigt: Die Zahl der erwerbstätigen Politolog*innen steigt kontinuierlich an – 2018 waren es etwa 78.000. Damit hat sich ihre Zahl seit 2009 fast verdoppelt. „Die Politikwissenschaften haben in den ver-gangenen Jahren an Bedeutung gewonnen“, sagt Claudia Suttner, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit. „Allerdings ordnen nur 13.000 Erwerbstätige ihre Tätigkeit originär politikwissenschaftlichen Aufgaben zu.“ Flexibilität beim Berufseinstieg ist also gefragt. Zudem kann es helfen, sich während des Studiums ein eigenes Profil zu erarbeiten.

Mit Praxiserfahrung seinen Weg finden

Der Arbeitsmarkt für Politikwissenschaftler*innen sieht auf jeden Fall gut aus: Die Zahl der Arbeitslosen, die eine Tätigkeit im Feld der Politikwissenschaften suchten, hat sich 2019 gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent auf jahresdurchschnittlich 600 Arbeitslose verringert. Im Laufe des Jahres 2019 verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit 300 Stellenzugänge. Im Monatsdurchschnitt bedeutete dies bundesweit allerdings lediglich 60 einschlägige Jobangebote.

Wie findet man trotzdem eine passende Stelle? „Während des Studiums sollte man sich immer wieder überlegen, wo man später arbeiten möchte. Jeder muss seinen eigenen Weg finden“, betont Claudia Ritzi. Studierende sollten sich die Fragen stellen: Was passt zu mir? Wo sehe ich mich? Kann und möchte ich zum Bei-spiel auf einer Bühne zu jemandem sprechen? Oder bin ich eher jemand, der Statistiken am Computer erstellt? Ein Blick in die Praxis kann helfen, sich zu entscheiden. „Wer ein Praktikum macht, sollte darauf achten, dass er oder sie dort auch etwas lernt“, sagt Claudia Ritzi. So wie Pia Lorenz: Sie hat während des Studiums vieles ausprobiert und eine Menge Praxiserfahrung gesammelt – und so auch ihr Profil geschärft. Dies hat ihr bei der Suche nach einem Volontariat mit Sicherheit Pluspunkte gebracht.

Video

Der Artikel enthält ein Video mit weiteren Informationen.

Weitere Filme findest du auf der abi» Videoübersicht.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk der Bundesagentur für Arbeit für Berufe mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Politikwissenschaftler)

berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort: Politikwissenschaft).

studienwahl.de

Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit

arbeitsagentur.de/jobsuche

BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit

berufe.tv

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung

berufsfeld-info.de

Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft

www.dvpw.de

abi» 07.01.2021

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