zum Inhalt

Kopfbereich

beruf & karriere

Hauptbereich

Architektin

Mit Leidenschaft Räume denken

Eva Girzalsky (25) arbeitet in einem Kölner Architekturbüro. Eigentlich wollte sie nach ihrem Studium ihren Wohnort wechseln, doch die Aussicht auf eine Junior-Projektleitung hielt sie in der Domstadt.

Architektin misst etwas auf einem Bauplan. Foto: Frank Pieth

Alles nach Plan: Exaktes Arbeiten ist für Architekt*innen unerlässlich.

Drei Funktionen, ein Stadtteilzentrum: Wie eine Mischung aus Stadtteilbibliothek, Mehrzweck-Aula und Jugendzentrum aussehen kann, darüber hat sich das Team im Kölner Architekturbüro von Gernot Schulz ausgiebig Gedanken gemacht. Herausgekommen ist ein Ensemble-Entwurf, in dem alle Teile eigene Eingänge und Freibereiche haben, zugleich aber räumlich so verbunden werden können, dass sich vielfältige Synergien ergeben. Hier trifft Städtebau auf pädagogische Architektur. „Optisch sind alle drei Etagen in der Bibliothek über eine großzügige Treppe, die gleichzeitig als Sitzmöbel fungiert, miteinander verbunden“, erklärt Eva Girzalsky. Mit der Idee gewann das Büro den Ausschreibungswettbewerb und die 25-Jährige durfte die stellvertretende Projektleitung übernehmen. Für sie war das ein großer Vertrauensvorschuss und eine riesige Chance.

Eva Girzalsky

Arbeitserfahrung hatte sie über Jahre als Werkstudentin gesammelt: Zeichen- und Bildbearbeitungsprogramme, Projektmanagement und Leistungsphasen – Themen, die im Studium eine Nebenrolle spielen, ihr aber beim Start ins Berufsleben bestens vertraut waren. Diesen Erfahrungen hatte sie ihre stellvertretende Projektleitung zu verdanken: „Bei uns gibt es eine Junior-Projektleitung, bei der kleinere Projekte auch an Absolventen vergeben werden – natürlich engmaschig betreut von erfahrenen Kollegen.“

„Man muss sich organisieren können“

Sie bringt Ideen ein, bespricht ihre Entwürfe, trifft bei den Materialien eine Vorauswahl. „Die Entscheidungen, vor allem kostenrelevante, trifft dann die Geschäftsleitung. Das ist als Einsteigerin ein gutes Auffangnetz“, erzählt Eva Girzalsky. Denn die Verantwortung ist hoch. Bei der Umsetzung von Projekten ist vor allem Zeitmanagement gefragt: Es gibt zig Aufgaben zu koordinieren, zu moderieren und zu organisieren. Das fängt an bei bauzeichnerischen Tätigkeiten, weiterhin müssen beteiligte Fachplaner*innen terminiert werden und reicht bis zum Lösen von Konflikten. „Wichtig ist, dass man bei all den Aufgaben den Überblick behält, von der Bauphysik bis zum Zeitplan.“

Überstunden? Kommen vor …

Die Leistungen eines Architekturbüros sind in verschiedene Leistungsphasen eingeteilt, von der Grundlagenermittlung bis zur Objektbetreuung. In jeder dieser Phasen fallen unterschiedliche Aufgaben an, wobei nicht jedes Bauprojekt alle Leistungsphasen umfasst. Je nach Phase wird es mal mehr, mal weniger stressig: „Wenn etwa Pläne für die Abstimmung mit dem Bauamt fertiggestellt werden müssen, sind es immer arbeitsintensive Tage.“ Dann fallen auch mal Überstunden an. Trotz dieser Kehrseite ist es für Eva Girzalsky ihr Traumberuf: „Ich mag die Leidenschaft, mit der alle im Team dabei sind.“ Energie tankt sie nach dem Büroalltag im Tanzstudio auf: „Das ist Zeit für mich, um runterzukommen.“ Bewegung statt DIN-Normen.

abi» 12.01.2021

Diesen Artikel teilen