beruf & karriere

Produktionstechnologin

Die Produktion am Laufen halten

Als Produktionstechnologin beim Unternehmen Kaeser Kompressoren in Coburg ist Sandy Friedrich (25) dafür zuständig, dass die Produktion der weltweit nachgefragten Geräte immer störungsfrei läuft.

Eine junge Frau steht mit einem Fertigungsplan in einer Produktionshalle.

Als Produktionstechnologin muss man auch technische Zeichnungen lesen können.

Ein Porträtfoto von Sandy Friedrich.

Sandy Friedrich

Den ganzen Tag nur am Computer sitzen, das wäre für Sandy Friedrich nicht vorstellbar. „Ich habe in meinem Job sehr viel Abwechslung“, erklärt die 25-Jährige. „Ich arbeite natürlich auch am PC, aber ich bin auch viel im Betrieb unterwegs.“ Sandy Friedrich arbeitet an der Schnittstelle zwischen verschiedenen Bereichen und Funktionen mit dem Schwerpunkt Logistik. Dazu gehören zum Beispiel die Abteilung Arbeitsvorbereitung, die Produktionslogistik oder die Beschaffung. Etliche Gespräche führt sie jeden Tag und ist dabei immer der Frage auf der Spur: Wie lassen sich die Prozesse verbessern, um einen optimalen Materialfluss im Unternehmen zu erreichen?

Jeden einzelnen Produktionsschritt im Blick

„Wichtig für den Beruf ist ein Verständnis für den Produktionsprozess als Ganzes“, sagt Sandy Friedrich. Oberstes Ziel sei es, die Produktion optimal am Laufen zu halten und Produkte von gleichbleibend hoher Qualität zu erzeugen. Fehlen zum Beispiel irgendwo benötigte Teile könnte es zum Stillstand der Montage kommen. „Wir müssen also immer alle Schritte im Produktionsprozess im Blick haben, damit keine Komplikationen auftreten. Da muss man genau planen.“

Gibt es dennoch einmal Störungen bei der Montage, versucht die Produktionstechnologin diese zu beheben. Dazu klärt sie Fragen mit der IT-Abteilung und verwaltet oder ändert an ihrem PC-Arbeitsplatz Lagerdaten, Materialnummern und Lagerplätze. Sie erstellt Verpackungsanweisungen oder plant die Umlagerung von Teilen von einem Werk ins andere. Dazu prüft sie, ob die entsprechenden Stücke an ein anderes Werk weitergereicht werden können oder sie dort selbst beschafft werden müssen.

Aktuell kümmert sie sich um ein neues automatisches Kleinteilelagersystem. Damit werden die im Produktionsprozess benötigten Teile schnell und automatisiert bereitgestellt und zur Montage gebracht. Sandy Friedrichs Aufgabe ist es, den Umzug vom alten auf das neue Kleinteilelagersystem zu planen und zu organisieren. Dabei muss sie beachten, wie die Teile in der Montage liegen oder wie der jeweilige Verbrauch ist. Wieder muss sie an viele einzelne Produktionsschritte denken.

Unbekannter Beruf mit vielseitigen Aufgaben

Die Arbeit in einer Montagehalle kennt Sandy Friedrich aus eigener Erfahrung. Nach dem Abitur hatte sie selbst mehrere Jahre in der Produktion gearbeitet. Auf der Suche nach einem dazu passenden Ausbildungsplatz stieß sie auf die Ausschreibung bei Kaeser. „Ich musste mich erstmal ein bisschen einlesen, weil ich den Beruf bis dahin noch gar nicht kannte“, erinnert sie sich. Dann sei sie jedoch sofort begeistert von den vielseitigen Aufgaben und Ausbildungsinhalten gewesen.

Produktionstechnolog*innen sollten Sandy Friedrich zufolge keine Scheu vor Mathematik oder Physik haben und technisches Verständnis mitbringen. „Schließlich muss man auch mal eine technische Zeichnung lesen können.“ Außerdem sollte man kommunikationsstark sein, „gerne Probleme analysieren, Neues planen und Lösungsvorschläge erarbeiten wollen“, ergänzt sie.

Von ihrer Tätigkeit ist die 25-Jährige noch immer begeistert. Deshalb möchte sie sich auch in Zukunft weiterbilden und irgendwann sogar selber angehende Produktionstechnolog*innen ausbilden.

Video

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abi» 24.09.2020

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