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Hilfe in allen Fällen

Ein Feuerwehrauto löscht einen Brand.
Von Brennende Flugzeugen bis hin zu Notlandungen: Die Flughafenfeuerwehr ist auf alle denkbaren Szenarien vorbereitet
Foto: Dickler

Werkfeuerwehrfrau

Hilfe in allen Fällen

Jessica Wagner (31) trägt bei der Flughafenfeuerwehr Frankfurt am Main zu sicheren Abläufen bei. Bei einem Notfall weiß sie genau, was zu tun ist.

Es kommt immer wieder vor, dass ein Bienenvolk sich den Frankfurter Flughafen aussucht, um einen Stock zu errichten, eine aus einem Frachtraum ausgebüxte Katze auf dem Vorfeld herumläuft oder eine orientierungslose Brieftaube sich verflogen hat. Damit solche Situationen den Flugverkehr nicht gefährden, gehört die Tierrettung zu den Aufgaben von Jessica Wagner, Werkfeuerwehrfrau der Flughafenwehr: „Wir haben dafür bei uns an der Feuerwehrwache das Franziskushaus, wo die Tiere verbleiben können, bis sie zum Beispiel der Besitzer oder ein Imker abholt. Doch genauso sind wir natürlich für den Brandschutz oder Verkehrsunfälle auf dem Flughafengelände zuständig.“

Sind Flugzeuge bei ihren Einsätzen mit ihm Spiel, handelt es sich meist um sogenannte Sicherheitslandungen, wie die 31-Jährige erläutert. „Anders als bei einer echten Notlandung liegt dann eine Störung im System des Flugzeugs vor, die keine akute Notlage bedeutet.“ Es kann sich beispielsweise um Probleme mit der Hydraulik handeln, die der Pilot bereits vor der Landung meldet. „Nur für alle Fälle stehen wir dann an der Landebahn bereit und begleiten den Flieger, während er auf seine Parkposition rollt.“

Absicherung und präventive Maßnahmen

Ein Porträt Bild von Jessica Wagner

Jessica Wagner

Foto: Sabine Eder

Auch in anderen Situationen geht es vor allem um Absicherung oder präventive Maßnahmen, etwa bei den sogenannten Meldereinläufen. So nennt man es, wenn etwa eine Brandmeldeanlage aufgrund einer Rauchentwicklung im Terminal anschlägt. „Meist stellt sich heraus, dass lediglich die Anlage defekt ist oder jemand auf einer Toilette heimlich geraucht hat. Doch wir sind für alle Fälle schnell vor Ort, um es zu überprüfen und bei Bedarf sofort reagieren zu können.“

Weil der Flughafen ein großer Umschlagplatz für Fracht ist, gehören Gefahrguteinsätze zu den Aufgaben von Jessica Wagner. „Wenn Flüssigkeiten austreten, die Umwelt oder Personen gefährden, sorgen wir in Schutzanzügen dafür, dass sie fachgerecht entsorgt werden.“ Als ausgebildete Brandmeisterin darf sie selbst Einsatzfahrzeuge fahren, wie zum Beispiel das Kleinalarmfahrzeug oder das sogenannte Hilfeleistungstanklöschfahrzeug. „Mit höheren Dienstgraden nimmt die Größe der Fahrzeuge zu, für die man qualifiziert ist“, erklärt sie.

Sie und ihre Kollegen werden regelmäßig vom Betriebsarzt untersucht, außerdem trainieren sie an vier Tagen pro Woche mit Sportlehrern in der Wache. „Mit gutem Training und körperlicher Fitness kann man das alles meistern.“

Handwerklich-technische Ausbildung

Ihr Arbeitgeber ist die Fraport AG. Das Unternehmen ist verantwortlich für die Sicherheit der rund 81.000 Beschäftigten, der knapp 70 Millionen Fluggäste im Jahr und der Besucher des Flughafens Frankfurt am Main.

Die insgesamt dreijährige Ausbildung zur Werkfeuerwehrfrau absolvierte Jessica Wagner zu gleichen Teilen im Training-Center der Flughafenfeuerwehr Frankfurt, an der Landesfeuerwehrschule in Kassel sowie im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Rhein-Main. Mit enthalten war außerdem die Ausbildung zur Rettungssanitäterin an der Rettungsdienstschule des Chemie- und Pharmaunternehmens Merck KGaA. „Die Inhalte dieser handwerklich-technischen Ausbildung sind die gleichen wie bei der Berufsfeuerwehr“, erläutert sie. „Man kann also mit diesem Abschluss bei vielen Feuerwehren arbeiten.“ Die Berufsausbildung für Werkfeuerwehrleute ist gleichgestellt mit dem Quereinstieg als Brandmeisteranwärter.

Nach dem Abitur machte Jessica Wagner zunächst eine Ausbildung zur Wirtschaftsdolmetscherin und arbeitete im Büro. „Das war mir zu eintönig“, sagt sie. Weil sie schon als Zehnjährige in die Jugendabteilung einer Freiwilligen Feuerwehr einstieg und später in die Einsatzabteilung wechselte, machte sie das zu ihrem Hauptberuf. „Es wird nie langweilig, man muss sich immer auf neue Situationen einstellen, und im Team zusammen etwas zu bewältigen, ist das Allerschönste daran.“

abi>> 17.02.2020