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Datenanalyse für Freude am Fahren

Mann sitzt im Inneren eines Autos und nimmt einige Einstellungen am Steuergerät vor mithilfe seines Laptops. Foto: André Braun
Laptop hinterm Steuer: Die Digitalisierung hat längst auch die Autobranche erfasst.
Foto: André Braun

Wirtschaftsingenieurin

Datenanalyse für Freude am Fahren

Wenn aus nackten Zahlen Innovationen werden, ist Katja Habitzreither am Werk. Die 25-jährige Wirtschaftsingenieurin analysiert bei BMW in München jeden Tag verschiedene Daten, um die Arbeit des Unternehmens weiter zu optimieren. Begeisterung fürs Auto ist dabei unverzichtbar.

Seit April 2019 arbeitet Katja Habitzreither bei BMW in München. Als Trainee lernt sie dort verschiedene Abteilungen kennen. Derzeit beschäftigt sie sich mit der Digitalisierung der Produktion. „Die Analyse von Daten spielt dabei eine große Rolle“, sagt die Wirtschaftsingenieurin. „Je nach Projekt bekomme ich Daten zu einem Themenkomplex, die ich aufbereite und zu denen ich Grafiken erstelle.“ Außerdem muss sie ihre Ergebnisse einordnen und bewerten: Was haben bestimmte Kennzahlen für die Produktion zu bedeuten? Was muss verändert werden? Was kann man hieraus für andere Bereiche lernen?

Die 25-Jährige ist darüber hinaus in ein internes Projekt involviert, das den Wissensaustausch innerhalb des Unternehmens verbessern soll. „Mittlerweile gibt es viele Mitarbeiter, die in unterschiedlichen Bereichen Daten auswerten.“ Eine stärkere Vernetzung zwischen ihnen soll dazu führen, dass alle voneinander lernen können.

„Finde die Branche faszinierend“

Ein Porträt-Foto von Katja Habitzreither

Katja Habitzreither

Foto: privat

Schon früh interessierte sich die 25-Jährige für die Automobilbranche. „Das ist familienbedingt“, sagt sie. Schließlich sind viele in ihrer Familie in der Branche tätig, darunter auch ihre Mutter, die als Betriebswirtin bei einem großen Zulieferer arbeitet. „Ich habe anfangs noch überlegt, ob die technische Seite wirklich zu mir passt.“ Nach dem Abitur 2012 in Karlsruhe absolvierte sie deshalb ein Praktikum in der Forschungsabteilung von Bosch und war begeistert. Hinzu kommt ihr Enthusiasmus fürs Auto: „Ich finde die Branche faszinierend, weil Autos sehr komplexe Produkte sind und es sehr spannend ist, sie zu produzieren.“

Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) begann Katja Habitzreither ihr Bachelorstudium Wirtschaftsingenieurwesen. „Für mich war die Mischung aus Wirtschaft und Technik genau richtig.“ Sie machte ein Praktikum bei Daimler und schrieb ihre Bachelorarbeit in Kooperation mit Bosch über die Bewertung von neuen Produktionsstrategien. Anschließend hängte sie am KIT noch ein Masterstudium an, ebenfalls in Wirtschaftsingenieurwesen, wo neben BWL und Ingenieurwissenschaften auch Volkswirtschaftslehre und Informatik auf dem Studienplan standen.

Nächster Stopp: South Carolina

Und wie sieht ein typischer Arbeitstag für die 25-Jährige aus? „Morgens schaue ich als erstes in meine Mails und verschaffe mir einen Überblick über die Themen und Termine des Tages“, sagt sie. Dann folgt eine Teambesprechung, wo alle ihre Aufgaben vorstellen und besprechen. „Oft gibt es im Laufe des Tages weitere Meetings, ich verbringe aber auch viel Zeit im Büro am Computer.“ Dort wertet sie vorliegende Daten aus oder fordert bei Bedarf neue an.

Wichtig ist bei allen Projekten, dass sie sich für technische Themen und natürlich Autos interessiert. Doch für ihren Job muss sie auch andere Fähigkeiten mitbringen: Sich mit Kollegen und anderen Abteilungen abzusprechen gehört genauso dazu wie genaues Arbeiten, gerade wenn es um die Datenanalyse geht. Zu den Soft Skills zählt außerdem, dass man gut mit unterschiedlichen Situationen umgehen kann – beispielsweise ist manchmal Teamwork, manchmal aber auch selbstständiges Arbeiten gefragt. „Mir gefällt dabei die offene Kultur bei BMW. Ich kann jederzeit jeden alles fragen, jeder teilt sein Wissen gern. Das ist natürlich gerade jetzt am Anfang toll.“

Als nächstes steht ein dreimonatiger Auslandsaufenthalt im BMW-Werk in Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina an, im nächsten Jahr folgt eine Station in China. Zurück in München stehen zwei weitere Abteilungen auf dem Programm. Ein Einsatz wird sich um die Einführung von Innovationen im Werk drehen, während der andere noch offen ist. Auch was nach dem Traineeprogramm kommt, ist noch unklar. „Mal schauen, für welchen Bereich ich mich nach meiner 18-monatigen Traineezeit entscheide“.

abi>> 01.10.2019