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Schülerwettbewerbe – Interview

Erfahrungen fürs ganze Leben

Thorsten Koch ist stellvertretender Schulleiter am Europäischen Gymnasium Bertha-von-Suttner in Berlin und Tutor des Bundessiegers 2019 im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Er ist überzeugt: Die Teilnahme an einem Wettbewerb ist eine Erfahrung für das ganze Leben.

Thorsten Koch mit Anton Höffer.

Als Tutor steht Torsten Koch den Wettbewerbsteilnehmern zur Seite und motiviert.

abi» Herr Koch, wie wurden Sie Tutor?

Thorsten Koch: Ich kam während meines Referendariats 2009 in Nordrhein-Westfalen das erste Mal mit dem Geschichtswettbewerb in Berührung. Damals konnte ich an einem dreitägigen Lehrer-Seminar der Körber Stiftung in Hamburg teilnehmen. Dort habe ich den Wettbewerb als schöne Möglichkeit der regionalgeschichtlichen Forschung kennen gelernt und nach Berlin mitgenommen, wo ich den Wettbewerb seit 2010 für meine Schule betreue.

abi» Was bringt den Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an einem Wettbewerb?

Thorsten Koch: Durch das große Spektrum an Wettbewerben, die über unsere Schule begleitet werden, kann jeder nach seinen Interessen und Begabungen gefördert werden. Außerdem ist es ja unsere Aufgabe, die Schüler bestmöglich auf das Abitur vorzubereiten und sie für das, was danach kommt, mit den nötigen Kompetenzen und Fähigkeiten auszustatten.

abi» Und wenn Teilnehmer nicht als Sieger hervorgehen?

Thorsten Koch: Der Geschichtswettbewerb ist eine gute Möglichkeit für die Schüler, sich zu beweisen, indem sie kleinere wissenschaftliche Projekte erfolgreich meistern. Historische Forschungen in Archiven durchführen – das sind Arbeiten, die Geschichtsstudenten, wenn überhaupt, erst im Hauptstudium machen. Zu sehen, dass sie da mithalten können, gibt den Teilnehmern ein unglaubliches Selbstvertrauen.
Dieses Jahr haben wir außerdem zum ersten Mal noch vor der Ehrung auf Landesebene einen Präsentationsabend organisiert, zu dem Eltern, Schüler und Lehrer eingeladen waren und in dessen Rahmen die Teilnehmer ihre Arbeiten vorstellen konnten. Unabhängig davon, ob die Teilnehmer später auf Landes- oder Bundesebene ausgezeichnet wurden, haben sie hierdurch natürlich eine wertvolle Anerkennung erfahren.

abi» Wie schaffen Sie es, die Schüler zur Teilnahme zu motivieren?

Thorsten Koch: Wir laden im September des Wettbewerbsjahres zu einer Auftaktveranstaltung in Form eines dreistündigen Workshops ein, in dem wir das vorgegebene Wettbewerbsthema mit den Schülern diskutieren und sie fragen, wie sie darüber denken. Anschließend machen wir ein erstes Brainstorming zu interessanten Themen. Danach treffen wir die Schüler einmal die Woche zu einer festen Stunde, um das Thema weiter einzugrenzen und sie durch den Wettbewerb kontinuierlich zu begleiten. Und natürlich sprechen wir auch Schüler an, die sich den Wettbewerb gar nicht unbedingt zutrauen würden und ermutigen sie zur Teilnahme.

abi» Wie entwickeln sich die Teilnehmerzahlen?

Thorsten Koch: Die Zahlen wachsen tatsächlich stetig. Im Jahr 2010 habe ich beim Geschichtswettbewerb mit zwei Schülern angefangen, dieses Jahr hatten wir 18 Teilnehmer, die rund zehn Wettbewerbsbeiträge eingereicht haben. Auch bei anderen Wettbewerben wie „Jugend debattiert“ und dem Bundesfremdsprachenwettbewerb haben wir einen Anstieg der Teilnehmerzahlen zu verzeichnen. Tatsächlich steht und fällt das aber mit den einzelnen Kollegen, die die Wettbewerbe betreuen und ihrer Begeisterung für diese Aufgabe.

abi» 27.01.2020

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