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Bachelor live: Seine Grenzen kennen

Bloggerin Lee-Ceshia

Autor:
Lee-Ceshia

Rubrik:
studium

27.05.2020

In der ersten Uniwoche hatte noch Verwirrung geherrscht, danach begann ich an dem System zu zweifeln. Ich kam nach kurzer Zeit an meine Grenzen. Besonders wenn es um ein Fach ging, schlugen mein Herz und meine Nerven Alarm: Französisch.

Ich gehörte zu den Schülern, die von der 6. Klasse bis zum Abitur Spanisch hatten; bei sechs verschiedenen Lehrern! Sprachen begeistern mich schon lange, jedoch ließ die Schuldidaktik damals zu wünschen übrig. Im Studium habe ich nun die Chance, in viele verschiedene Sprachen reinzuschnuppern und stürzte mich hoffnungsvoll in den Französisch Kurs für Anfänger, Sprachniveau A1. Ich war die einzige in dem Kurs, die wirklich noch niemals diese Sprache live sprechen gehört, geschweige denn irgendetwas auf Französisch gelesen hat. Alle anderen im Kurs hatten diese Sprache bereits mehrere Jahre in der Schule gelernt und wollten sie nun auffrischen. Mit Anfängern hatte ich es hier nicht zu tun. Trotzdem hing ich mich rein.

Die Dozentin kannte sich leider sehr wenig mit dem neuen Lehrbuch aus, welches frisch zu unserem Kurs eingeführt wurde. Ich gab mein Bestes, schloss mit einer guten Note den Kurs ab und wollte im nächsten Semester den A2 Kurs belegen. In der Hoffnung, dass die neue Dozentin didaktisch besser ist und sich mit dem Lehrbuch jetzt auskennt. Aber da machte mir die Universität einen Strich durch die Rechnung. Es wird keinen A2 Kurs im Sommersemester geben, stattdessen einen dreiwöchigen Intensivkurs in den Semesterferien. Doch seien wir mal realistisch: Einen Aufstieg von einem nicht gefestigten A1 Niveau zu einem in drei Wochen reingeprügelten A2 Wissen in einer anderen Sprache, das ist utopisch! Jeder in der Schule hat mindestens eine Sprache gelernt, manche sogar zwei oder mehr. Es ist offensichtlich, dass das A2 Niveau nicht durch drei Monate Semester und weitere drei Wochen Intensivkurs erreicht wurde. Ich ging trotzdem in den Semesterferien hin. Bestanden! Im Moment passieren viele unvorhersehbare Sachen und als ich mich dann für den B1 Kurs anmeldete, weil im Sommersemester keine neuen A2 Sprachkurse angeboten wurden, merkte ich schnell, dass das nicht funktionieren wird. Mein Plan war, mich in die Übung reinzusetzen, um den Anschluss an die Sprache nicht zu verlieren und nebenbei meine Kenntnisse zu festigen. Ich wollte die Prüfung noch nicht machen. Doch der Onlinekurs B1 war an die verpflichtende Teilnahme und termingerechte Einreichung der Hausaufgaben sowie das Schreiben der Prüfung geknüpft. Der Kopf hat Grenzen und ich bin froh, dass ich meine erkannt habe. Bevor ich mich in ein Burnout stürze, weil ich mit zu negativen Gedanken an diesen Kurs gehe, lasse ich es lieber und nutze die Energie für andere Fächer, die mir mehr Spaß bringen.