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Master live: Willkommen im Hinterland

Porträt-Foto von Antoine

Autor:
Antoine

Rubrik:
studium

21.02.2022

Wenn man an einem Ort studiert und dort dann seine Wurzeln schlägt, seinen Freundeskreis und vor allem seinen Alltag hat, kommt man nicht mehr so oft in andere Gefilde. Das ist natürlich schade, denn hin und wieder sollte man seine Comfort-Zone (räumlich und psychisch) verlassen, um neue Dinge zu entdecken! Aus diesem Grund habe ich mir recht schnell vorgenommen, dass ich während meines Studiums in Jena auch das Umland erkunden möchte.

Angefangen habe ich damit, bevor ich überhaupt nach Jena zog, und zwar in Weimar (hierüber gibt es sogar einen eigenen abi» Blog!). Dort habe ich vor ziemlich genau einem Jahr alleine Urlaub gemacht und eine Woche lang alle Museen und Gedenkstätten besucht. Ich finde, dass Weimar einen wahnsinnig spannenden Querschnitt durch die deutsche Geschichte gibt: Angefangen mit Goethe und Schiller, über die Weimarer Republik, bis hin zum Standort des Konzentrationslager Buchenwald. Auch während meines Studiums in den vergangenen Monaten war ich schon mehrmals zurück in Weimar, um neue Ausstellungen zu besuchen oder einfach, um mir die Stadt nochmal aus einem anderen Winkel anzusehen. Da Freund:innen von mir Bekannte in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt haben, hatte ich die Möglichkeit, dort eine Stadtführung von echten „Thüringer Originalen“ zu bekommen! Auch hier hat mich fasziniert, wie kulturträchtig die Stadt ist, und dass es eine Brücke gibt, die mit Häusern bebaut ist. Wahnsinnig spannend!

Nachdem ich die renommierten thüringischen Städte aber damit schon ziemlich abgegrast hatte, wollte ich auch die Orte besuchen, die sonst touristisch eher unerschlossen sind. Für meinen Ausflug nach Gera nahm ich das dortige Volksfest als Anlass. Interessanterweise war es relativ schwierig, Mitfahrende zu finden, da Gera anscheinend nicht die, nun ja, sagen wir mal, „weltoffenste“ Außenwahrnehmung hat. Aber, wie sollte es auch anders sein: Ich habe in Gera mit vielen Leuten gesprochen und alle davon waren sehr herzlich und unglaublich nett. Und genau solche Erkenntnisse sind ja der Sinn davon, seine Comfort-Zone zu verlassen. Noch dazu gibt es dort eine architektonisch mega faszinierende Tram-Haltestelle. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet!

Vor ein paar Tagen war ich dann im Kunsthaus Apolda. Apolda ist eine ca. 25.000 Seelenstadt nördlich von Jena, der ein sehr ähnlicher Ruf vorauseilt wie Gera. Womit ich dort nicht gerechnet hätte war jedoch, dass die Stadt tatsächlich so eine Kulturhochburg mit hochklassigen Ausstellungen ist! Auch die Stadt an sich hat mich sehr begeistert – wobei man hier fairerweise sagen muss, dass die Vorurteile nicht ganz aus der Luft gegriffen waren.

In nächster Zeit plane ich noch weitere Ausflüge. Von Sonneberg oder Eisenach bis nach Nordhausen. Vor meinen Besuchen ist keine thüringische Stadt sicher. Worauf ich mich besonders freue, sind die Dorffeste, auf die mich meine thüringischen Mitstudierenden mitnehmen werden, sobald die pandemischen Entwicklungen das wieder zulassen.